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Sie haben Lesetipps für Kinder und Jugendliche zusammengestellt: (v.l.) Saskia Kussin, seit Oktober stellvertretende Leiterin der Ratsbücherei, Antje Bechly, Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei, und Martina Thunecke, Mitarbeiterin bei Lünebuch. Foto: lz/t&w

Kinder- und Jugendbuchwoche startet

Lüneburg. Die Jugendlichen, die 14 Jahre und älter sind, seien schwer zu erreichen, sagt Antje Bechly. Dass für die Jüngeren aber nur noch das Smartphone intere ssant ist, kann die Leiterin der Lüneburger Kinder- und Jugendbücherei nicht bestätigen. Dem widersprechen auch die Zahlen: Das Jahr 2017 lief mit 108 000 Ausleihen so gut wie das vergangene. „Das sind etwa 8000 im Monat“, sagt Bechly und ergänzt: „Der Sonnabend kristallisiert sich vor allem als Haupttag heraus, die Kollegen kommen da durchaus an ihre Grenzen.“ Während man sich vor zwei Jahren noch über 500 Ausleihen gefreut habe, sei man jetzt bei etwa 900 Ausleihen angekommen.

Jede Menge Zeit zum Stöbern haben Leseratten auch ab Donnerstag, 16. November. Dann startet die 39. Lüneburger Kinder- und Jugendbuchwoche, die die Ratsbücherei gemeinsam mit der Buchhandlung Lünebuch organisiert. 3000 Bücher liegen täglich von 9 bis 18 Uhr im Erdgeschoss im Glockenhaus bereit, das Motto in diesem Jahr: „Mission Nervenkitzel“. Bis Dienstag, 21. November, stehen zudem Figurentheater, Stadtführungen mit Gruselgeschichten, eine digitale Schnitzeljagd, ein bundesweiter Vorlesetag und vieles mehr auf dem Programm (siehe Infobox). Es gibt auch zahlreiche Autorenlesungen, die sind jedoch längst ausgebucht. Rund 800 Schüler haben sich dafür angemeldet.

Doch was gibt es in der Buchwoche so zu lesen? Für die LZ haben Antje Bechly und Martina Thunecke von Lünebuch ihre Favoriten benannt.

Nur ein Tag (Martin Baltscheit), ab 5 Jahre

Ein Wildschwein und ein Fuchs sitzen gelangweilt am Ufer eines Sees, dann werden sie von der Geburt einer Eintagsfliege überwältigt. Doch wer sagt ihr, dass sie nur einen Tag auf der Welt ist? Stattdessen behaupten die beiden, dass der Fuchs bald stirbt. Und es ist die Eintagsfliege, die ihm einen schönen letzten Tag bereitet. „Sie heiraten, bekommen Kinder und fahren das gesamte Programm eines Lebens an einem Tag ab. Zwei grummelige Gestalten, eine fröhliche Fliege und die Geschichte über Leben, Verlust und Tod – das Buch hat mich sehr berührt“, sagt Jugendbüchereileiterin Antje Bechly.

Wo in aller Welt? – So hast du unsere Erde noch nie gesehen (DK Verlag), ab 8 Jahre

Ein Atlas, der sowohl die Gipfel des Himalayas, die tropischen Regenwälder Afrikas als auch die antiken Gebäude in Europa zeigt. 65 Weltkarten und Infografiken geben Aufschluss darüber, wo sich die heißesten Orte befinden, welches Land die höchste Bevölkerungsdichte aufweist und welche Grenze auf der Welt am häufigsten überquert wird. „Es macht richtig Spaß, darin zu blättern“, sagt Martina Thunecke und fügt hinzu: „Selbst für Erwachsene ist das Buch hochinteressant.“

Penelop und der funkenrote Zauber (Valija Zinck), ab 9 Jahre

An ihrem elften Geburtstag verfärbt sich ihr graues, nach Feuer riechendes Haar rot. Schon vorher konnte Penelop ihre Mutter sprechen hören, bevor sie sie überhaupt sah. Sie entdeckt nach und nach, dass sie tatsächlich magische Fähigkeiten hat, und macht sich auf die Suche nach ihrem Vater. Antje Bechly gefällt der Mädchenroman so gut, weil er „allerhand magische Accessoires bietet, die man so nicht kennt, beispielsweise einen Regen, der nicht nass macht. Im Mittelpunkt steht ein mutiges, selbstständiges Mädchen, das fasziniert“.

Timeless – Retter der verlorenen Zeit (Armand Baltazar), ab 13/14 Jahre

Der Roman spielt in einer Welt nach einem kosmischen Zwischenfall. Die Epochen und Kontinente wurden durcheinandergewirbelt. Zentrale Figur der Geschichte ist der 13-jährige ­Diego, der gemeinsam mit seinen Freunden seinen Vater retten muss. Dieser ist ein genialer Ingenieur, der die Gesellschaft voranbringt und deshalb von Interessengruppen entführt wurde. Thunecke: „Ein großartiges Buch mit einer ungewöhnlichen Hintergrundkonstellation. Es ist lebendig, packend, lässt aber auch mal ein Augenzwinkern zu.“

Von Anna Paarmann