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Mit Handsägen, Gartenscheren und Spaten ausgestattet, befreien die Neuhauser Junior-Ranger die Wanderdüne von jungen Kiefern und anderen Pflanzen. Foto: lz/sk

Neuhauser Junior-Ranger im Einsatz für die Elbe-Region

Neuhaus. „Dann wollen mir mal sehen, was ihr über eure Heimat wisst“, sagt Hans-Jürgen Kelm vom Forstamt Göhrde. Er steht mitten im Carrenziener Wald und deutet hinter sich. „Was ist das hier?“ „Eine Wanderdüne“, antworten die Kinder im Chor. Klingt erst einmal seltsam. Aber tatsächlich: Die Wanderdüne wandert. Diese hier ist allerdings schon lange im Ruhestand. Kurz nach der letzten Eiszeit habe der Wind den losen Sand bis in den Carrenziener Wald kurz vor Zeetze getragen.

Junge Kiefern müssen entfernt werden

Dünen seien sehr nährstoffarm, erklärt Kelm. Die anspruchslose Kiefer gedeihe hier prächtig. Damit die artenreiche Sanddüne aber nicht weiter zuwächst und der Lebensraum von Wiedehopf, Brachpieper und verschiedenen Wespen- und Bienenarten gefördert wird, müssen die jungen Kiefern regelmäßig entfernt werden. Eine schweißtreibende Aufgabe, der die Junior-Ranger aber gewachsen sind.

Die Aktion findet im Rahmen der fünften Naturschutzwoche für Kinder des Naturschutz-Netzes Niedersachsen statt. Eines von 97 Projekten landesweit, bei dem etwa 9800 Kinder zum Einsatz kommen. Ausgerichtet wird die Freistellung der Wanderdüne vom Archezentrum Amt Neuhaus, das all seine Junior-Ranger zusammengetrommelt hatte. Mit dabei waren aber auch andere Kinder aus der Region.

Ein Mal pro Monat im Einsatz

Die Junior-Ranger sind eine Gruppe von 25 Kindern zwischen 8 und 13 Jahren, die seit April etwa ein Mal im Monat für verschiedene Naturschutzaktionen zusammenkommen. „Im ersten Jahr wollen wir erst einmal das Biosphärenreservat kennenlernen. Heute werden die Ranger zum ersten Mal selbst aktiv“, sagt Holger Belz, Leiter des Archezentrums.

Belz teilt Handschuhe, Gartenscheren und Handsägen aus. Der Himmel ist grau, und es fängt immer wieder leicht zu nieseln an. Ein Tag, den die meisten eigentlich lieber auf der Couch verbringen. Doch die Mädchen und Jungen kommen schnell voran.

Über den gesamten Zeitraum werden sie durch Mitarbeiter des Archezentrums, der Forstverwaltung und des Biosphärenreservats betreut. Und zum Schluss wird ihr Einsatz mit heißen Getränken und einem selbstgemachten Schnuckeneintopf belohnt.

Von Svana Kühn