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Wie hierher ins Embsener Neubaugebiet Eitelkamp zieht es immer mehr Häuslebauer in die Randgemeinden Lüneburgs. Foto: lz/uk

Immobilienmarkt Lüneburg: Landkreis attraktiv, weil günstiger

Lüneburg. Lüneburg ist nicht nur ein beliebtes, die Stadt ist auch ein teures Pflaster. Die Immobilienpreise klettern seit Jahren, eine Entwicklung, die auch du rch Neubauprojekte nicht aufzuhalten scheint. Das geht aus dem jüngsten Marktbericht hervor, den der Immobiliendienstleister Grossmann & Berger jetzt für Lüneburg vorgelegt hat. Daraus wird auch deutlich: Der Preisdruck in Lüneburg macht zunehmend auch die Randgebiete attraktiver.

Auch bislang wenig beachtete Orte ziehen an

„Wer sich Lüneburg nicht mehr leisten kann, geht ins Umland“, sagte Regina Trope, Vertriebsleiterin Lüneburg von Grossmann & Berger (G&B), gestern bei der Vorstellung des neuen Marktberichts „Lüneburg und Umland – 2017/2018“. Daher erwartet der Immobiliendienstleister für 2018 vor allem in den an Lüneburg angrenzenden Gemeinden deutliche Preissteigerungen. Doch nicht nur die hohen Preise, auch das geringe Angebot im Stadtgebiet sorgt laut G&B dafür, dass viele Kaufinteressenten sich von der Stadt weg in Richtung Umland orientierten.

Profiteur dieser Entwicklung ist vor allem Bardowick. Hier erwartet G&B nach Adendorf, das mit einem Plus von 9,2 Prozent für Wohnungen und 8,8 Prozent für Einfamilienhäuser Spitzenreiter bei der Preisentwicklung ist, die zweithöchsten Preiszuwächse für das Umland in 2018. „Wohnungen dürften sich in Bardowick um 8,3 Prozent auf 2490 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche verteuern, Einfamilienhäuser um 6,8 Prozent auf 2350 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.“ Aber selbst Brietlingen oder im Süden die Orte Melbeck oder Bienenbüttel geraten laut Trope durch die anhaltende Nachfrage nach Immobilien immer stärker in den Blick von Wohneigentumssuchenden und Häuslebauern, „das war vor drei Jahren noch kaum vorstellbar“. Einzig im Bereich Ostheide seien Interessenten noch „eher zögerlich“.

Auch bei den Mietwohnungen steigen die Preise

Die Immobilien-Nachfrage in Lüneburg selbst wird dadurch indes nicht beeinträchtigt. Trope: „Viele Käufer sind bereit und haben das notwendige Kapital, um die hohen Preise zu bezahlen. Daher gehen wir auch für das Stadtgebiet von deutlichen Preissteigerungen aus.“ Preisspitzenreiter sowohl bei Wohnungen als auch bei Häusern in Lüneburg wird 2018 wieder das Rote Feld sein. Hier prognostiziert G&B Preise von 3820 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bei Einfamilienhäusern – ein Zuwachs von 9,1 Prozent – und 3780 Euro bei Wohnungen, plus 8,0 Prozent. Besonders positiv hätten sich zudem neben den zentralen Lagen auch die Stadtteile Oedeme (Einfamilienhaus plus 7,6 Prozent, Eigentumswohnung plus 9,2 Prozent), Lüne-Moorfeld (plus 5,9 bzw. plus 8,4 Prozent) und Goseburg-Zeltberg (plus 6,0 bzw. 6,5 Prozent) entwickelt.

Etwaige Hoffnungen, wonach die Neubauviertel Ilmenaugarten oder auch das geplante Hanseviertel Ost den Preisanstieg in der Stadt dämpfen könnten, würden sich laut Trope eher nicht erfüllen: „Das verpufft am Markt schnell.“

Der starke Zuzug nach Lüneburg ist Trope zufolge zwar auch eine Folge der steigenden Immobilienpreise in Hamburg, aber nicht allein: „Weil Lüneburg gerade für junge Familien attraktiv ist, entscheiden sich viele bewusst für diese Stadt. Die hohen Preise nehmen sie in Kauf.“ Aber auch Ältere ziehe es aus dem Umland in die Stadt, häufig wegen der besseren Versorgungslage oder eines barrierefreien Wohnraums. Doch auch hier hat der Wechsel seinen Preis: „Um sich eine Eigentumswohnung in Lüneburg leisten zu können, musste ein Ehepaar seine beiden Häuser auf dem Land verkaufen“, berichtet Trope.

Geklettert sind auch die Preise bei den Mietwohnungen. Nach Angaben des Immobilienportals Immobilienscout24 sind die durchschnittlichen Wohnungsmieten von 8,05 Euro pro Quadratmeter in 2016 auf 8,25 Euro im ersten Quartal 2017 gestiegen. Die höchsten Mieten in Lüneburg sind im Roten Feld mit durchschnittlich 9,52 Euro pro Wohnquadratmeter zu finden, teuerste Lage im Umland ist Adendorf mit durchschnittlich 7,87 Euro.

G&B-Preistrend 2017/18: Immobilienpreise im Lüneburger Umland

Eigentumswohnung (€/m2 Wohnfläche)

Adendorf 2017: 2500 Euro, 2018: 2730 Euro
Bardowick 2017: 2300 Euro, 2018: 2490 Euro
Gellersen 2017: 2000 Euro, 2018: 2170 Euro
Ilmenau 2017: 1700 Euro, 2018: 1840 Euro
Ostheide 2017: 1500 Euro, 2018: 1610 Euro
Scharnebeck 2017: 1700 Euro, 2018: 1820 Euro

Einfamilienhaus (€/m2 Wohnfläche)
Adendorf 2017: 2600 Euro, 2018: 2830 Euro
Bardowick 2017: 2200 Euro, 2018: 2350 Euro
Gellersen 2017: 2100 Euro, 2018: 2210 Euro
Ilmenau 2017: 1800 Euro, 2018: 1920 Euro
Ostheide 2017: 1500 Euro, 2018: 1590 Euro
Scharnebeck 2017: 1900 Euro, 2018: 1990 Euro