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An der Basteihalbinsel sollen die Mauer saniert und wucherndes Grün zurückgeschnitten werden. Foto: lz/t&w

Große Chance fürs Grünband

Lüneburg. Schnell reagiert hat die Hansestadt Lüneburg auf das erst im Mai aufgelegte neue Städteförderprogramm Zukunft Stadtgrün von Bund und Land. Mit dem Projekt „Grünband Innenstadt“ hat sich die Stadt erfolgreich um Fördermittel beworben, mit denen öffentliche Grün- und Freiflächen in einem festgelegten Sanierungsgebiet verbessert und neu gestaltet werden sollen. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung in der Musikschule stellte die Verwaltung Eckpunkte des Projekts vor. Die Resonanz war mäßig, nur 22 Bürger folgten der Einladung. Vertreter aus den Fraktionen des Stadtrates kamen nicht.

Zukunft Stadtgrün: Bewerbung bei Bund-Land-Förderprogramm 

Wie berichtet, hat das Bund-Land-Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“ ein Volumen von rund 9,3 Millionen Euro in diesem Jahr. Lüneburg ist eine von zehn niedersächsischen Kommunen, die aufgenommen wurden. 600 000 Euro sollen vorerst fließen. Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte, dass die Stadt Ende Mai die Unterlagen für das Programm erhalten habe. Im Juni hätten die politischen Gremien beschlossen, dass eine vorbereitende Untersuchung für die Bereiche Kalkberg/Graalwall, Liebesgrund, Reichenbachplatz/Basteihalbinsel sowie Kreidebergsee beauftragt werden solle, um ein Sanierungsgebiet ausweisen zu können.

Auf Empfehlung des Amtes für regionale Landesentwicklung wurde das Sanierungsgebiet Kalkberg erweitert bis zur Straße Vor dem Neuen Tore und um die Rad- und Fußwege-Verbindung vis-à-vis der Bastion entlang der Regierungsvertretung. Voruntersuchung und Kostenrahmen gingen dann mit dem Antrag auf Aufnahme ins Förderprogramm ans Land. „Das geplante Investitionsvolumen für die kommenden zehn Jahre beläuft sich auf fünf Millionen Euro“, so Gundermann.

Geleitete Wege statt Trampelpfad für den Kalkberg

Mit der Voruntersuchung hatte die Stadt das Hamburger Büro Cappel + Kranzhoff, Stadtentwicklung und Planung GmbH, beauftragt. Das hatte eine Mängelliste für die einzelnen Bereiche erstellt. Bei der Bürgerversammlung stellte Peter Kranzhoff diese vor sowie Vorschläge für Verbesserungen. Für den Kalkberg, der Naturschutzgebiet ist, empfiehlt das Büro unter anderem geleitete Wege, statt der Trampelpfade durch die Natur. „Die Treppenanlagen am Kalkberg sind in einem schlechten Zustand, sie sollten erneuert werden“, sagte Kranzhoff. Die Eingangsbereiche sollten nicht nur verbessert werden, sondern auch Info-Tafeln erhalten, wie sich das auch für den Aussichtspunkt empfehle. Außerdem müsse ein Pflegekonzept zum Erhalt der hochwertigen Biostrukturen erarbeitet werden.

Im Liebesgrund sollten zum Beispiel Wege und Treppen instand gesetzt sowie die Ausstattung des Spielplatzes modernisiert werden. Die Wallanlage hat Sanierungsbedarf, Tafeln könnten auf der Bastion über die historische Bedeutung informieren. Der Überweg, der Liebesgrund und Scunthorpepark verbindet, sollte sicherer gestaltet werden.

Kein schönes Eingangstor zum Innenstadtbereich ist der Reichenbachplatz. Die Grünanlagen sollen neu gestaltet, ein anderer Standort für die Sammelcontainer sollte erwogen werden. Nicht weit entfernt davon liegt die Basteihalbinsel. Die Kaimauer muss saniert werden, das wuchernde Grün ist zurückzunehmen. „Verbesserungswürdig ist auch der gepflasterte Teil des Treidelwegs auf der gegenüberliegenden Seite“, sagte Kranzhoff. Für den Bereich Kreidebergsee ist geplant, dass auf der südlichen Seite eine Liegewiese entstehen könnte, der Spielplatz auf der östlichen Seite neu gestaltet sowie ein Beschilderungskonzept erstellt wird, das auch den Aussichtspunkt in Höhe der Kleingartenkolonie einbezieht.

Laut Stadtbaurätin müssen die politischen Gremien noch die Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchungen beraten und beschließen. Im kommenden Jahr gehe es in die weitere Planung und die Umsetzung erster Projekte. Aus ihrer Sicht bietet das Förderprogramm große Chancen, um das Grünband Innenstadt attraktiver zu gestalten.

Von Antje Schäfer