Dienstag , 18. September 2018
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Alle Jahre wieder ein Magnet für Lüneburger wie für Besucher der Stadt: der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus. In diesem Jahr wird es erstmals vier größere Weihnachtsmärkte im Stadtzentrum geben, dazu den historischen ALA-Christmarkt. Foto: a/lz/phs

Lüneburg legt das Festkleid an

Lüneburg. „Die Weihnachtsstadt Lüneburg wird interessant wie nie, präsentiert sich mit so vielen Märkten wie nie.“ Das verspricht Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburger Citymanagement. Erstmals öffnen in der Adventszeit Buden durchgehend an vier Standorten: vor dem Rathaus mit dem Ableger am Sand, vor der Johanniskirche, im Hof der Krone an der Heiligengeiststraße und am Alten Kran. Zudem gibt‘s den ALA-Christmarkt am ersten Dezember-Wochenende. Dabei wird auf den Sicherheitsaspekt großen Wert gelegt. Gestern stellten die Organisatoren zusammen mit Schausteller-Chef Benno Fabricius ihre Konzepte und Programme bei einem Pressegespräch vor.

Polizeisprecher Kai Richter macht klar: „Das Sicherheitsgefühl der Bürger steht im Vordergrund.“ Er kündigt auch „bauliche Maßnahmen mit Legosteinen“ an, an einigen Einfahrtsstraßen zum Markt wird es Betonsperren geben: „Wir haben einen Sonderstreifendienst für die abstrakte Gefahr Terror, aber auch für die allgemeine Kriminalität wie Taschendiebstähle.“ Es würden Beamte in Uniform und in Zivil eingesetzt. Schwerbewaffnete Polizisten mit Maschinenpistolen allerdings würden im Lüneburger Stadtbild nicht auftauchen.

Der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus hat vom 27. November bis 22. Dezember täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet (sonntags von 11 bis 20 Uhr), abends gibt‘s noch eine Stunde „Auslaufzeit“. Laut Marktmeister Norbert Stegen gibt es 43 Stände, darunter viel Kunsthandwerk: „Von Salzlampen, Schmuck und Puppen aus Filz bis hin zu der beliebten Kerzenwerkstatt für Kinder.“ Die offzielle Eröffnung erfolgt am Mittwoch, 29. November: Um 17.30 Uhr gibt es in der Johanniskirche eine kleine Andacht, danach ziehen Kinder mit Laternen über den Sande zum Markt, wo Bürgermeister Ulrich Löb spricht. Dazu singt der Lüneburger Gospelchor.

Kostenloses Kino mit „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

Das kostenlose Weihnachtskino im Rathausgarten läuft in diesem Jahr nur an einem Tag – Sonnabend, 2. Dezember, von 13 bis 20 Uhr. Gezeigt werden Filme mit Pippi Langstrumpf sowie Pettersson und Findus. Als Höhepunkt gibt es nicht wie traditionell „Die Feuerzangenbowle“ zu sehen, Matthias Schneider, Citymanager der Lüneburg Marketing GmbH, erklärt: „Wir haben übers Internet abstimmen lassen, die Mehrheit war für ,Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‘.“ An dem Tag wird die Lüneburger Musikerin Miss Allie im Rathausgarten 45 Minuten lang mit Kindern Weihnachtslieder singen.

Täglich um 16.45 Uhr erklingen aus dem Rathausfenster die Trompetenklänge von Martin Leupold, anschließend singen Chöre. An zwei Tagen gibt es wieder Live-Konzerte auf der Freitreppe des Rathauses: Am ersten Advent spielt das Lüneburger Stadtorchester, am dritten Advent der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Artlenburg. Das riesige Knusperhäuschen mit Leckereien für die Kinder wird in diesem Jahr bereits am dritten Advent angeknabbert – da der vierte Advent schon Heiligabend und der Markt geschlossen ist.

Das Adventsbasteln für Kinder findet an den Sonntagen 3., 10. und 17. Dezember erstmals im Heinrich-Heine-Haus statt, jeweils von 13 bis 17 Uhr. Auch die zwölf Märchenbuden werden wieder aufgestellt.

Während vor St. Johannis alles wie gehabt läuft, ist das „Lüneburger Weihnachtsdorf“ im Hof der Krone an der Heiligengeiststraße neu dabei, es öffnet bereits am Donnerstag, 23. November, die Buden können dort bis zum 30. Dezember angesteuert werden. Ex-News-Gastronom Matthias Ellinger und Krone-Chef Lutz Stoffregen haben dort auch die „Schnucken Alm“ aufgebaut, in der neben Essen à la carte auch Show-Überraschungen serviert werden sollen. Im Vorfeld gab‘s Probleme, weil keine Baugenehmigung für die große Alm-Bude vorlag, gestern sah sich das Bauamt bei einer Begehung die Gegebenheiten an, und Ellinger zeigt sich zuversichtlich: „Wir wollen die Auflagen zur Zufriedenheit erfüllen.“

Regionale Produkte gibt es vor der Stint-Kulisse

Ellinger steht auch hinter dem neuen Weihnachtsmarkt am Alten Kran, der von Anwohnern stark kritsiert wird. Dort werden acht Hütten und zwei Pavillons aufgebaut, „die Sicht auf die einzigartige Stint-Kulisse wird nicht verdeckt“. Die drei großen Bäume erhalten laut Ellinger „eine warm-weiße LED-Beleuchtung mit 100 000 Leuchtdioden“. In enger Absprache mit der Stadt und mit Rücksicht auf die Anwohner verzichte man auf Karussells und die üblichen Schausteller, geboten würden Kunsthandwerk und Speisen aus der Region. Auf der Speiseliste stehen unter anderem Goldburger, Öko-Nudeln, Spanferkel und Baumkuchen, der an den Wochenenden während eines Schaubackens hergestellt wird. Die Öffnungszeiten sind auch hier täglich von 10 bis 20 Uhr, sonntags von 11 bis 20 Uhr. Eine „Auslaufstunde“ am Abend werde es hier nicht geben – „mit Rücksicht auf die Anwohner“.

Der historische Christmarkt in der Westlichen Altstadt läuft am Wochenende 2. und 3. Dezember, am Sonnabend von 12 bis 19 Uhr und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr.
Die Weihnachtsstadt Lüneburg wird laut LCM-Chef Heiko Meyer erstmals von den Händlern in Kooperation mit der Landeszeitung in einem umfangreichen Weihnachtsmagazin präsentiert, das der LZ am Freitag, 1. Dezember, beiliegt.

Von Rainer Schubert