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Noch immer erinnert ein Schutthaufen auf dem Josthof-Anwesen an den verheerenden Brand in der Nacht zum 28. April. Foto: lz/phs

Josthof steht vor einer ungewissen Zukunft

Salzhausen. Auch sieben Monate nach dem verheerenden Brand des Josthofes in Salzhausen erinnern noch immer Schutt und Asche auf dem Gelände an der Winsener Stra ße täglich an die April-Nacht, in der ein Stück Salzhäuser Geschichte verloren ging. Wie genau es zu dem Brand kommen konnte, ist bis heute nicht geklärt – ebenso wenig, wie es mit dem Gelände weitergeht.
Es war ein Schock für die Gemeinde Salzhausen sowie für alle, die den Josthof kannten und mochten. Denn das historische Anwesen im Ortskern besitzt eine 1000-jährige Geschichte. Das Romantik-Hotel mit seinen historischen Räumen war mit seiner Gourmetküche weit über die Grenzen Salzhausens hinaus bekannt.

Aufgrund des massiven Schadens und der Größe des Objekts hatte die Spurensuche viel Zeit in Anspruch genommen – und auch heute dauern die Ermittlungen der Polizei noch an. Klar sei aber mittlerweile, dass die Ermittler von Brandstiftung ausgehen, sagt Jan Krüger, Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. „Aber eine heiße Spur auf den Täter gibt es bislang nicht. Es stehen noch weitere Befragungen aus.“

Es war gerade 3.15 Uhr, in der Nacht zu Freitag, dem 28. April. Eine Zeitungsausträgerin meldet per Notruf, dass das Landhotel Josthof an der Winsener Straße in Salzhausen in Flammen steht. Als die ersten Feuerwehrkräfte eintreffen, brennt das Reetdach des Haupthauses, in dem sich Restaurant und Gästezimmer befinden, bereits lichterloh. Mit über 150 Mann aus zehn Ortswehren bekämpfen die Einsatzkräfte die meterhohen Flammen. Zwei weitere Gebäudeteile des historischen Ensembles aus dem Jahr 1252 können sie vor dem Feuer bewahren, auch ein Übergreifen auf die Nachbargebäude verhindern. Verletzt wird niemand. Doch was bleibt, ist ein einziger Schutthaufen, Ratlosigkeit, Trauer – und ein Millionenschaden.

Denkmalschutz greift nicht mehr

Auch was in Zukunft aus dem alten „Josthof“-Anwesen werden soll, ist noch immer nicht klar – denn Eigentümer und Versicherung sind sich bislang nicht über die Höhe der Summe einig, weiß Bürgermeister Wolfgang Krause. „Solange da nichts geklärt ist, können wir auch nichts planen.“ Erst wenige Wochen vor dem Brand hatte das Landhotel seinen Betrieb eingestellt. Im August 2015 hatte der ursprüngliche Eigentümer Insolvenz angemeldet, ein Nachfolger übernahm den Betrieb schließlich samt der Mitarbeiter. Sein Ziel: das Hotel fit für die Zukunft machen. Er pachtete den Hof – die Kaufoption allerdings hatte er nie genutzt.

Zwar habe es mittlerweile bereits Interessenten für das Anwesen gegeben, doch für Gespräche mit potentiellen Investoren sei es noch zu früh, sagt Krause. „Das ist erst nach einer Einigung möglich. Und wir hoffen, dass das bald passiert, denn dann können wir endlich in die politische Beratung gehen.“ Konkrete Pläne für eine Nachnutzung gebe es daher derzeit noch nicht. Einen Wunsch aber hat die Gemeinde bereits: „Gastronomie könnten wir in Salzhausen weiterhin sehr gut gebrauchen“, sagt der Rathauschef.

Ursprünglich hatte der Haupttrakt unter Denkmalschutz gestanden. Aufgrund der totalen Vernichtung des Gebäudes greife dieser heute aber nicht mehr. „Der Bereich steht jetzt nur noch unter Ensembleschutz“, erklärt Krause. Deshalb müssten die Außenmaße des Neubaus auch in etwa denen des vorherigen Gebäudes entsprechen, damit „das Gebäude wieder ins Ortsbild und zur benachbarten Kirche passt“. Ein Strohdach allerdings dürfe der Neubau nicht wieder haben. „Der Abstand zu den umliegenden Gebäuden ist einfach zu klein“, erklärt Krause.

Von Patricia Luft