Donnerstag , 20. September 2018
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Heidemarie Apel (Mitte) und Joachim Sellschopp aus Wendisch Evern lassen sich von Natalie Born (r.) über die Streckenplanung informieren. (Foto: phs)

Auf Tour für die A 39

Barendorf. Ina Zenk ist alles andere als begeistert: „Ich wohne am Stadtkamp und muss jetzt feststellen, dass der Trassenverlauf für die A 39 nur etwa 600 Meter von unserem Wohngebiet entfernt verlaufen soll“, sagt die Barendorferin frustiert. Erleichterung dagegen bei Helmbrecht Herbst: „Da wir nur selten Ostwind haben, werden wir von der Autobahn wohl nicht allzu viel mitbekommen“, hofft der Wendisch Everner. Zenk und Herbst gehörten am Dienstag zu den zahlreichen Bürgern, die sich in der Aula der Grundschule in Barendorf über den zweiten Planungsabschnitt der A 39 informieren wollten. Eingeladen hatte die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zu einem sogenannten Info-Markt, der auch für die Straßenbauer eine Premiere darstellte. Denn erstmals konnten sich die Bürger in persönlichen Gesprächen an Infoständen mit den Straßenbau-Experten zur Planung und zu den Unterlagen informieren.

Fünf Infostände hatten Dirk Möller, Chef der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg, und seine Kollegen aufgebaut: Zum Gesamtprojekt A 39, zum Straßenentwurf, zum Immissionsschutz, zur Umwelt sowie zum Grunderwerb. „Auch für uns ist diese Form der Bürgerinformation neu. Deshalb sind wir sehr gespannt, wie diese Veranstaltung angenommen wird und welche Resonanz wir bekommen“, sagt Möller.

200 Hektar für die Autobahn

Der zweite Bauabschnitt der A 39 ist 20,7 Kilometer lang und führt von Lüneburg-Ost nach Bad Bevensen. „Im ersten Quartal 2018 wollen wir den Antrag auf Einleitung des Planfeststellungsverfahrens stellen“, erläutert die stellvertretende Amtsleiterin Annette Padberg. „Wenn alles optimal läuft, könnten wir im Jahr 2022 mit dem Bau des Streckenabschnitts beginnen“, sagt Padberg, räumt aber gleich ein, dass das wohl nur ein theoretisches Zeitfenster ist. „Es wird ganz zweifellos Einwendungen und Klagen geben“, sind sich Dirk Möller und Annette Padberg sicher – das sei bei einem Bauvorhaben dieser Größe auch ganz normal.

Auf rund 180 Millionen Euro taxiert Padberg die Gesamtkosten für den zweiten Bauabschnitt. Knapp 200 Hektar Land „frisst“ die in beide Richtungen jeweils zweispurig geplante Autobahn zwischen Lüneburg-Ost und Bad Bevensen, für die notwendigen Kompensationsflächen benötigen die Planer noch einmal weitere 220 Hektar. Zu den Ausgleichsmaßnahmen zählen zum Beispiel die drei jeweils 50 Meter breiten Wildbrücken bei Wendisch Evern, Wulfstorf und zwischen Secklendorf und Römstedt, alle jeweils rund drei Millionen Euro teuer. „Der Bau der A 39 trägt mit zur Schaffung eines leistungsfähigeren Verkehrsnetzes im norddeutschen Raum bei“, betonen Möller und Padberg und fügen hinzu: „Außerdem wird die heimische Wirtschaft gefördert und somit werden Arbeitsplätze geschaffen.“

„Verkehrspolitik wie im Mittelalter“

Heidemarie Apel und Joachim Sellschopp aus Wendisch Evern indes bezweifeln das: „Das ist Verkehrspolitik wie im Mittelalter“, kritisieren die beiden, die auch mit der gewählten Form der Info-Veranstaltung alles andere als zufrieden sind: „Wir hätten eine Info-Veranstaltung, bei der alle Bürger auf einen Wissensstand gebracht werden, für weitaus sinnvoller gehalten“, betonen die beiden. Wenn man sich seine Informationen dagegen an den einzelnen Ständen selbst zusammensuchen müsse, werde womöglich vieles aus Unwissenheit gar nicht erst angesprochen, fürchten die beiden Wendisch Evener.

Wenn im Osten die A 39 gebaut werde, sei Wendisch Evern eingekesselt: „Im Süden vom Standortübungsplatz, im Osten dann von der künftigen Autobahn 39“, gibt Sellschopp zu bedenken und Apel ergänzt: „Wir hören immer etwas.“

Zwei Stationen im Kreis Uelzen

Die Veranstaltung in Barendorf war der Auftakt, die nächsten beiden Info-Märkte finden am Donnerstag, 23. November, im Kurhaus in der Dahlenburger Straße in Bad Bevensen und am Montag, 27. November, im Mühlenbachzentrum im Rathaus der Gemeinde Bienenbüttel statt – jeweils in der Zeit von 16 bis 20 Uhr.

Von Klaus Reschke

One comment

  1. zur begründung einer autobahn wird immer der gleiche blödsinn behauptet. er hat bis heute nie gestimmt.