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Ortsbildprägend ist die Ecke Lindenstraße/Barckhausenstraße. Das Gebäude mit dem Bowling-Center soll abgerissen werden. Foto: lz/t&w

Neues Eingangstor zum Roten Feld

Lüneburg. Der hässliche Klotz an der Ecke Lindenstraße/Barckhausenstraße, dem Eingangstor zum Roten Feld, soll bald der Vergangenheit angehören. Anstelle dessen soll ein Gebäudekomplex nebst einem Gartenhaus mit voraussichtlich insgesamt 58 Wohnungen entstehen. Die Entwurfspläne stellte Jürgen Lohmann vom Büro Lohmann Architekten aus Rothenburg im Bauausschuss vor. Das Büro war von dem Investor, der das Grundstück 2016 gekauft hatte, mit den Planungen beauftragt worden. Zuspruch fanden sie bei den Mitgliedern des Ausschusses. Da­runter auch Christian Burgdorff, der als beratendes Mitglied für den Arbeitskreis Lüneburg Altstadt (ALA) in dem Gremium sitzt. Sein Fazit: Der Entwurf stelle eine klare Verbesserung zur gegenwärtigen Situation dar.

Grundstück mit stadtblidprägendem Charakter

Stadtbaurätin Heike Gundermann machte deutlich, dass das Eckgrundstück stadtbildprägenden Charakter habe. Eine Neubebauung solle unter der Prämisse erfolgen, dass sich diese durch die Gestaltung der Gebäude in das Umfeld einfüge und dieses dadurch an Attraktivität gewinne. Gemeinsam mit dem Architekten habe die Stadt überlegt, was man dort machen könnte und Lösungen erarbeitet.

Im Vorfeld des Entwurfs habe sich sein Büro mit der Lüneburger Architektur auseinandergesetzt, erläuterte Lohmann. Mit dem Ergebnis, dass ein Gebäudekomplex aus miteinander verbundenen Häusern entstehen soll, bei denen eine unterschiedliche Gestaltung der Fassaden für ein lebendiges Bild sorgt. Entlang der Linden- sowie der Barckhausenstraße ist eine Viergeschossigkeit geplant, die Wohnungen im Erdgeschoss mit kleinen Vorgärten. Im Dachgeschoss finden sich die für Lüneburg typischen Gauben. Dominanter Punkt ist der Eckbereich, wo ein Durchgang in Form eines Torhauses zum Innenhof entstehen soll. Die Fassade zur Straßenseite zeichnet ein Mix aus Mauerwerk und Putzflächen aus, zum Innenhof ist eine helle Fassade mit gemauertem Sockel geplant.

So soll der geplante Gebäudekomplex entlang der Lindenstraße aussehen (Blick vom Handwerkerplatz). Insgesamt sollen nach dem Willen von Investor und Architekt 58 Wohnungen entstehen. Grafik: lohmann architekten

Im Innenhof sieht der Entwurf ein dreigeschossiges Gartenhaus vor, auch hier ist der Sockelbereich gemauert, die Fassade darüber mit hellem Putz versehen. Hohe Fenster sorgen für helle, lichte Wohnungen, so der Architekt

„Ein Neubau muss sich in das Umfeld einfügen, dieses attraktiver machen.“
Heike Gundermann, Stadtbaurätin

An der Barckhausenstraße hält der Gebäudekomplex Abstand zum nächsten Haus. Hier ist die Zufahrt zu einer Tiefgarage geplant.
Ihm gefalle der Entwurf sehr gut, erklärte der Vorsitzende des Bauausschusses, Niels Webersinn. Zustimmung auch von Klaus-Dieter Salewski (SPD), der jedoch nachhakte, ob in den Komplex auch Läden einziehen sollten. Heike Gundermann sagte, dass man ausschließlich Wohnnutzung umsetzen wolle. Für das Erdgeschoss seien da die Fenster „etwas mickrig“, gab Christian Burgdorff zu bedenken, der ansonsten den Entwurf mit Blick auf Gestaltung, Materialmix und Gaubenlösung lobte. Der neue Bebaungsplan sei ein Gewinn, da nicht mehr so hoch gebaut werde, also nicht wieder ein Klotz entstehe.

In einem nächsten Schritt geht der Entwurf nun, so die Stadtbaurätin, in die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung. Stellungnahmen und Anregungen werden dann abgewogen und in den Entwurf eingearbeitet. Im Laufe des kommenden Jahres könnte mit der Umsetzung begonnen werden.

Von Antje Schäfer

3 Kommentare

  1. Grundstück mit stadtblidprägendem Charakter?

  2. Guenter Schaefer

    …“habe sich mit der Lüneburger Architektur auseinandergesetzt“: so so, ich erkenne auf dieser Abbildung nichts Stadtspezifisches.
    In meinen Augen ist das ein mainstreamiger Schubladenentwurf vom architektonischen Niveau eines Plattenbaus. 08/15 eben. Aber schnell schönreden.

    Wenn ein Gebäude stadtbildprägend war, dann war das die MTV-Turnhalle.
    Nach nunmehr 50 Jahren sollte es an der Zeit sein, mal Ross und Reiter zu nennen, wer damals federführend für Abriss der Halle und Erstellung dieses aktuellen zeitlos hässlichen Gebäudes war.
    Welche Verquickungen gab es damals zwischen, Rat, Verwaltung und Bauunternehmern?
    Wer hat den Reibach gemacht?

    Am Rande: existiert eigentlich diese wunderschöne Wendeltreppe der Turnhalle noch?

  3. Der in der Computergrafik zu sehende Entwurf des Gebäudekomplexes ist fast noch hässlicher als das jetzige Gebäude. Dafür aber deutlich höher. Das passt wunderbar überhaupt nicht an diese Kreuzung und hat mit historischer Lüneburger Architektur absolut nichts gemeinsam. Sind eigentlich alle Architekten so Ideenlos und ohne Einfühlungsvermögen für ein Stadtbild. Ein Klotz soll dort entstehen. Übertroffen nur noch vom neuen Museum und dem Libeskindbau. Und…! Es sieht erneut verdammt nach luxuriösem und dadurch entsprechend teurem Wohnraum aus. Soll Lüneburg bald nur noch eine Stadt für wohlhabende Bürger sein?
    Von Ästhetik haben die Architekten auch keine Spur erkennen lassen. Allein ein Ziegel der alten roten Backsteinen entsprechen würde und Dächer mit Dachpfannen wie man sie am Sande sieht würden einiges bewirken um sich in das Stadtbild zu integrieren. Aber das würde wohl zu teuer und die Rendite schmälern. Denn um Ästhetik geht es nicht, sondern nur ums Geld. Verwunderlich nur (oder doch nicht) dass die Herren Webersinn und Salewski (vermutlich noch weitere Ratsmitgliedern) sich von dem Entwurf angesprochen fühlen. Ja – wenn man wenig Sinn für Ästhetik und Harmonie in einem Stadtbild hat fällt das wohl auch nicht schwer. Ähnlich ging es wohl auch den Frevlern die für den Abriss der alten MTV-Halle mit ihren markanten Türmen verantwortlich waren.