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Wie die Elbbrücke bei Dömitz war auch die Querung zwischen Darchau und Neu Darchau als Bogenkonstruktion geplant. Foto: nh

Elbbrücke: Regierungswechsel schafft neue Hoffnung

Lüneburg/Neu Darchau. Jörg Sohst und seine Mitstreiter vom Förderverein „Brücken bauen“ können den Koalitionsvertrag auf Landesebene zwischen SPD und CDU noch so intensiv studieren – zur Brücke zwischen Darchau und Neu Darchau werden sie nichts finden. Für Brückenbefürworter und CDU-Kreistags-Fraktionschef Alexander Blume war das auch nicht zu erwarten: „Das ist kein Projekt, das zwingend in einen Koalitionsvertrag gehört.“ Er glaubt aber auch nicht, dass durch die Nicht-Erwähnung das Vorhaben politisch endgültig gestorben ist.

Wirtschaftliche Entwicklung Südwestmecklenburgs

Im Gegenteil: „Das Projekt hat durch den Regierungswechsel in Hannover die Intensivstation verlassen“, beschreibt Blume die Situation. Die rot-grüne Vorgänger-Regierung hatte die Brücke zwar in ihrem Koalitionsvertrag erwähnt – „aber mit dem Zusatz, dass man das Vorhaben nicht weiter unterstützen werde“, erinnert Sohst. So gesehen ist aus Sicht der Brückenbefürworter der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung ein echter Fortschritt.

Zumal im Hintergrund weiter Sondierungsgespräche laufen: So hat der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols einen Brief an Manuela Schwesig (SPD), Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, geschrieben. Darin weist er darauf hin, „dass die Brücke (…) auch von immenser Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Südwestmecklenburgs und den Nordosten Niedersachsens ist.“ Beide Regionen würden letztlich von einer Brücke profitieren.

„Ich habe das Thema auf meiner Agenda.“
Bernd Althusmann, CDU-Wirtschaftsminister

Antwort steht noch aus

Und wie stellt sich Pols die Finanzierung des Bauwerks vor? „Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam sehr gute Ansatzpunkte ausmachen können, wie zum Beispiel über die Metropolregion Hamburg oder Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“, schlägt er vor. Eine Antwort von Manuela Schwesig steht noch aus.

Wie berichtet, hatte sich der Lüneburger Kreistag 2015 von dem Brückenprojekt verabschiedet. Die damalige rot-grüne Mehrheit hatte das Vorhaben wegen drastisch gestiegener Kosten gekippt. Zuvor hatte eine neue Kostenschätzung einen Anstieg von 45 auf rund 60 Millionen Euro für Planung und Bau der Brücke ergeben.

Damit wäre der Kreisanteil drastisch gestiegen: von 9,25 auf 22,25 Millionen. Und bis zum Bau der Brücke wären die Kosten noch weiter gestiegen. Damit würde der Bau einer kommunalen Elbbrücke die finanziellen Möglichkeiten des Kreises erheblich übersteigen, begründete die rot-grüne Kreistagsmehrheit im Juli 2015 ihre Entscheidung zum Ausstieg.

Althusmann hat Thema auf der Agenda

Trotzdem hoffen die Brückenbefürworter jetzt auf neuen Schwung und Unterstützung aus Hannover und Schwerin: Der neue niedersächsische Wirtschaftsminster Dr. Bernd Althusmann (CDU) sagt auf LZ-Anfrage: „Ich habe das Thema auf meiner Agenda. Aber es bleibt abzuwarten, ob sich in den nächsten Monaten oder Jahren mit der neuen Regierung etwas bewegen lässt.“ Trotzdem zeigt sich Althusmann „vorsichtig optimistisch“, er sagt aber auch: „Ich will die Erwartungen nicht in den Himmel wachsen lassen.“

Knackpunkt ist und bleibt die Finanzierung. Das weiß auch Alt­husmann, zumal auch Mecklenburg-Vorpommern seinen Worten zufolge wenig Chancen für eine Finanzierung aus dem Topf Deutsche Einheit sehe. Niedersachsen wolle aber trotzdem Kontakt mit den Kollegen in Schwerin aufnehmen – laut Althusmann einen neuen Anlauf unternehmen, „ohne dabei etwas zu versprechen“.

Für Alexander Blume aber ist das genau der richtige Weg, nämlich qualifizierte Gespräche auf Länderebene über Infrastruktur-Projekte führen. „Und da zählt auch die Brücke dazu“, so der CDU-Kreistags-Fraktionschef. Denn der Landkreis könne den Brückenbau alleine niemals bewältigen – „da müssen andere ran“, mahnt Blume.

Von Klaus Reschke

One comment

  1. Wilfried Bergmann

    Es wäre wirklich an der Zeit! Die Brücke ist ein astreines Projekt „Deutsche Einheit“. Es ist doch ganz klar, dass die beiden Landkreise die Brücke nicht alleine stemmen können. Nichtsdestotrotz ist sie notwendig. So sehr ich auch die Natur und Landschaft im Amt Neuhaus liebe. Die Brücke hätte schon längst gebaut sein müssen. Hoffentlich klappt es mit diesem neuen Anlauf.