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Bei ihm laufen alle Fäden zusammen: Leuphana-Mitarbeiter Maik Fischer. (Foto: t&w)

Gründen ist kein Hexenwerk

Lüneburg. Sie ist nun nicht mehr nur eine Salz- oder eine Hansestadt, sondern eine „Hanseatic StartUp City“. Die Leuphana hat jetzt gemeinsam mit Partnern aus Belgien und Schottland ein neues Label ins Leben gerufen, ein Gütesiegel, das jedes Jahr an eine neue Stadt weitergegeben werden soll. Die Fäden laufen bei Maik Fischer zusammen, dem Uni-Mitarbeiter fällt in Lüneburg immer wieder auf, wie groß die Berührungsängste mit dem Thema Entrepreneurship sind. „Das ist nichts, was nur Akademiker betrifft“, sagt er.

Die konkrete Idee hatte Dr. Mark Euler, der ehemalige Projektleiter des Entrepreneurship Hub stammt, genau wie Maik Fischer, aus Oldenburg. 2009 wurde ihre Heimat als „Stadt der Wissenschaft“ ausgezeichnet.

Das Projekt lief in den Jahren von 2005 bis 2012, verschiedene Akteure haben dabei versucht, ihre Stadt als Wissenschaftsstandort zu stärken. 51 Städte haben sich über die Jahre hinweg daran beteiligt. Fischer berichtet: „Auf dem Marktplatz fanden Experimente statt, überall hat es geraucht, es gab kleine Explosionen. Die Wissenschaft war plötzlich viel näher am Menschen.“

187 Städte im Hanseverbund können sich bewerben

So sei die Idee entstanden, ein ähnliches Projekt aufzuziehen – allerdings mit dem Thema En­trepreneurship im Fokus. „Wir wollen die regionale Gründerszene sichtbar machen, Menschen in Kontakt bringen“, sagt Fischer. Nicht umsonst sei die Leuphana zum dritten Mal als gründungsfreundlichste Universität ausgezeichnet worden. „Diese Expertise möchten wir weitergeben.“

Lüneburg wird den Titel der „Hanseatic StartUp City“ am 1. April 2018 abgeben, im besten Fall an den Kooperationspartner Brügge. „Die Stadt ist auf jeden Fall interessiert und passt schon wegen ihrer Geschichte gut da rein.“ Eine offizielle Ausschreibung soll Ende nächsten Jahres erfolgen, dann sollen sich alle 187 Städte im Hanseverbund bewerben können.

Fischer legt zurzeit gemeinsam mit den Kooperationspartnern, in Lüneburg sind das beispielsweise das Stadtmarketing, die IHK und die Wirtschaftsförderung, Standards fest. Denn das Gütesiegel ist an verschiedene Auflagen gebunden, vor allem soll das Thema Gründung den Menschen durch verschiedene Veranstaltungen nähergebracht werden.

Ideen und Handwerkszeug zählen

Auch in Lüneburg ist man tätig: Am Wochenende vom 1. und 2. Dezember soll ein Start-up-Weihnachtsmarkt im Innenhof der IHK stattfinden, Ende Januar ein Festival, das sich nur im Internet abspielt. Dafür konnte Fischer das Network for Teaching Entrepreneurship (NFTE) gewinnen, ein Verein, der bundesweit Lehrer ausbildet und so Unternehmergeist in die Schulen trägt.

Bei dem Online-Event sollen Schüler aus der ganzen Welt verschiedene Aufgaben bewältigen. Ein Beispiel ist das Start-up-Simulationsspiel, das Leuphana-Mitarbeiter Adalbert Pakura mit­entwickelt hat. „Sie sollen in zwei Stunden eine Idee entwickeln, sie von A bis Z durchplanen“, erklärt er. „Die Schüler sollen verstehen, dass Gründen kein Hexenwerk ist. Sie brauchen keine bestimmten Gene, sondern eine gute Idee, Handwerkszeug und Unterstützung.“

Verschiedene Aktionen sollen auch dann noch Bestand haben, wenn Lüneburg selbst den Titel nicht mehr trägt. So kann sich Fischer gut vorstellen, Gründungswerkstätten zu etablieren. „Die sollen bewusst in der Stadt und nicht an der Leuphana stattfinden.“ Und natürlich wünscht sich Fischer, dass irgendwann ein großes Entrepreneurship-Netzwerk existiert, das sich regelmäßig trifft. „Es geht uns um Austausch, darum, die besten Ideen auch weiterzugeben.“

Von Anna Paarmann

2 Kommentare

  1. Versucht ihr mal ein Restaurant zu eröffnen, dann wisst ihr, was Kosten sind. Da melden sich: IHK, HWK, Gema, Schufa, GEZ, Berufsgenossenschaft, Gewerkschaft, Gewerbeaufsichtsamt, Gesundheitsamt, Stadt/Rathaus und Finanzamt und alle fordern vorab Geld und Einhaltung irgendwelcher Bestimmungen. Man hat noch kein Cent eingenommen, aber schon Schulden angehäuft. Ergo: Man lässt es bleiben, aber sowas von!

  2. Na, da treibt mal wieder die Leuphana eine neue „Slogan-Sau“ durch das Netz… die Läufi sollte sich noch mehr auf Martketing-Studiengänge spezialisieren, denn das scheinen sie zu können.