Donnerstag , 22. Februar 2018
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Schmal, arg strapazierter Belag und Kraftfahrzeuge, die ein ordentliches Tempo vorlegen – die Landestraße 221 zwischen Lüneburg und Neetze wird von vielen Fahrradfahrern nur ungern benutzt. (Foto: t&w)

Radfahrer brauchen Geduld

Lüneburg. Mit dem Fahrrad auf einem durchgehenden Radweg von Lüneburg nach Neetze und weiter nach Bleckede – das wird noch dauern. Seit dem Sommer 2006 können Radler immerhin die knapp sieben Kilometer zwischen Neetze und Bleckede auf einem eigenen Weg, neben der Landesstraße 221, bequem und sicher nutzen. Zwischen Neetze und Lüneburg, einer Strecke von elf Kilometern, klafft aber weiter eine Lücke. Baubeginn für den ersten Abschnitt, das Teilstück zwischen Lüneburg und Nutzfelder Kreisel (Kreisstraße 28) – soll nun 2020 sein.

„Ich gehe davon aus, dass Baubeginn für den ersten Abschnitt 2020 sein wird.“
Dirk Möller, Behördenleiter

„Wir sind zurzeit dabei, den Entwurf für den ersten Abschnitt aufzustellen“, berichtet Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Unter den zwölf Maßnahmen des „vordringlichen Bedarfs“ im Bereich der Radwege liege die Strecke zwischen Lüneburg und dem Nutzfelder Kreisel auf dem dritten Platz. Nur je ein Projekt in den Landkreisen Uelzen (Wieren – Esterholz) und Lüchow-Dannenberg (Dolgow – Wustrow) sei in der Projektliste noch höher bewertet.

LZ-Leser sehnen Radweg herbei

Laufe alles nach Plan, könne Anfang 2019 das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt Lüneburg – Einmündung Kreisstraße 28 beginnen. Möller: „Ich gehe davon aus, dass Baubeginn im Jahr 2020 sein wird.“ Und er ergänzt: „Natürlich unter dem Vorbehalt, dass wir die benötigten Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt bekommen.“

Wann denn die Arbeiten am Radweg zwischen Lüneburg und Bleckede beginnen, hatte Helga Schnardthorst aus Neu Wendhausen am LZ-Lesertelefon gefragt. Im Januar 2015 hatte sie von den Planungen für die Strecke in der Landeszeitung gelesen, damals war sogar von einem möglichen Baubeginn im Jahr 2016 die Rede gewesen.

Helga Schnardthorst sehnt den Radweg nach Lüneburg herbei, würde die Strecke gern mit dem Rad fahren. „Jetzt ist mir das zu gefährlich. Pkw und Lkw rasen dort entlang. Nach Lüneburg fahre ich mit dem Auto.“ Unter den großen Einfallstraßen nach Lüneburg, so Schnardt­horst, sei die Landesstraße 221 die einzige ohne Radweg.

Gut die Hälfte aller Landesstraßen in Niedersachsen mit Radweg

Das Land Niedersachsen hatte 2016 sein „Radwegekonzept“ aus dem Jahr 2012 fortgeschrieben, dort wurde auch die Verbindung zwischen Lüneburg und dem Kreisverkehr an der Kreisstraße 28 auf den dritten Platz der Prioritätenliste gesetzt.

Von den rund 8000 Kilometer Landesstraßen in Niedersachsen verfügen rund 4500 Kilometer zurzeit über einen Radweg. Um das weiter auszubauen, wurden 2016 vom Land 144 Projekte mit einer Länge von 461 Kilometern und einem Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro in den „vordringlichen Bedarf“ der jeweiligen Geschäftsbereiche der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr aufgenommen.

Letztes ganz große Radwegeprojekt des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr war zwischen 2008 und 2010 der Fahrradweg von Melbeck nach Ebstorf gewesen. 2,6 Millionen Euro hatte der 15,8 Kilometer lange Weg gekostet, 1,8 Millionen davon hatte das Land Niedersachsen übernommen.

Von Ingo Petersen