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Mit dem Lied „Was für ein Dorf…“ wollen Kinder und Erwachsene jetzt den Zusammenhalt in Wendisch Evern stärken. (Foto: plu)

Ein Song für Wendisch Evern

Wendisch Evern. „Wo helfen Nachbarn noch dem Nachbarn? Wo ist das? Wo lädt man zu ´ner Disco ein? Wo ist das? Wo spielen Kinder auf der Straße ? Wo ist das? Sagt, wo kann das nur sein?“, singen zahlreiche Kinder und Erwachsene lautstark im Chor. Musiker Eggo Fuhrmann aus Melbeck dirigiert begeistert vom Lehrerpult aus und Grundschulleiter Martin Leupold begleitet sie auf seiner Gitarre. Die Antwort auf die Fragen liefert die Gruppe mit dem Refrain gleich hinterher – und spätestens da guckt niemand mehr auf den Liedtext: „All das gibt‘s in unserem Nest, dem schönsten Dorf auf dieser Welt. Wendisch Evern ist dat Best. Kein Wunder, dass es uns gefällt.“

Eigentlich war das mit dem Lied über Wendisch Evern ein Kunstprojekt im Sommer dieses Jahres gewesen: Schüler der ehemaligen vierten Klasse der Grundschule und der Künstler Eggo Fuhrmann hatten es zusammen auf die Beine gestellt. Ein umfangreiches Kunstprojekt, wie es jedes Jahr an der Grundschule realisiert werden kann – dank des Fördervereins der Grundschule. Doch das Lied mit dem Titel „Was für ein Dorf…“ kam in der gesamten Gemeinde so gut an, dass daraus jetzt ein professionell aufgenommener Song über, von und für alle Wendisch Everner werden soll. „Es soll ein Gemeinschaftsprodukt für den Ort sein, das für Zusammenhalt sorgt und unser Wendisch Evern repräsentiert“, erklärt Grundschulleiter Martin Leupold, der die Idee zu dem Lied hatte. Den Text dazu hat seine Vorgängerin und Mutter Susanne Leupold extra für das Projekt verfasst.

Kinder konnten vor Begeisterung nicht still sitzen bleiben

„In Wendisch Evern versuchen wir zudem gerade institutionsübergreifend Bildung mit dem Dorf zu verknüpfen“, erklärt Martin Leupold weiter. „Gleichzeitig ist mit der Initiative ‚Durch Gemeinschaft ins Leben‘ eine Gruppe ehrenamtlich arbeitender Wendisch Everner dabei, den Ort an sich zusammenwachsen zu lassen.“ Im Verhältnis zu seiner Größe sei Wendisch Evern gut aufgestellt, mit Sport- und Schützenverein, einer Feuerwehr oder den Bogenschützen. Feste, die die Vereine organisieren, seien fester Bestandteil des Dorflebens und „tragen zu einem Gemeinschaftsgefühl bei“, sagt Leupold. Und das solle auch in Zukunft so bleiben. Das Wendisch Evern-Lied soll jetzt ebenfalls dazubeitragen, „Menschen jeden Alters zusammenzubringen und miteinander zu verbinden.“

Und dieser Plan ging auf: Jung und Alt aus Wendisch Evern waren jetzt in der Grundschule zusammengekommen, um das Lied mit der Hilfe von Eggo Fuhrmann digital aufzunehmen. Das war vor allem für die zahlreichen Kinder ein riesen Spaß, der sogar die Kleinsten unter ihnen nicht mehr still sitzen und stattdessen im Takt mitwippen ließ. „Das war toll, was wir da aufgeführt haben“, sprudelte es aus dem kleinen Elias nur so heraus. „Die Melodie ist schön und es ist toll, dass wir alle so kräftig mitgemacht haben“, schwärmte der Sechsjährige mit den blonden, lockigen Wuschelhaaren.

Bereits im September hatten einige Musiker aus dem Dorf ein instrumentales Playback eingespielt, mit Tuba, Piano, Gitarre, Klarinette, E-Bass und Klavier. Die neuen Aufnahmen mit dem Gesang der Kinder und Erwachsenen sollen nun darüber gelegt werden. Das Ziel: Noch vor Weihnachten soll der fertige Wendisch Evern-Song dann zum Anhören auf der Internetseite der Grundschule bereit stehen. Doch bis dahin gibt es noch einiges zutun: „Da wird viel dran zu basteln sein. Es muss alles zusammengeschnitten und passend gemacht werden,“ erklärt der Melbecker Eggo Fuhrmann, der regelmäßig eigene Aufnahmen produziert. Bei der ganzen Sache steht für ihn nur eines im Vordergrund: „Hauptsache Spaß!“, sagt er.

Von Patricia Luft