Donnerstag , 15. November 2018
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Die ersten 47 kunstvoll gestalteten Druckplatten hängen im Radbrucher Fußgängertunnel. Weitere sollen folgen. Foto: lz/t&w

Ein Kunstkanal in Radbruch

Radbruch. Das Radbrucher Tunnelprojekt nimmt weiter Gestalt an. Jetzt haben ehrenamtliche Helfer die ersten 47 bemalten Alu-Platten an den Wänden des Fußgängertunnels am Radbrucher Bahnhof angebracht. Sie wurden farblich gestaltet von Kindergartenkindern bis hin zu Schülern aus Radbruch, Lüneburg und Scharnebeck. Weitere sollen folgen. Projektinitiator und Ex-Bürgermeister Achim Gründel sagt: „Es ist gibt noch genügend freie Flächen. Insgesamt könnten rund 300 Platten angebracht werden. Wer also mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen.“ Der Fußgängertunnel, der bisher vor allem durch Schmierereien auffiel, soll durch die optische Aufwertung auch das subjektive Sicherheitsempfinden verbessern, heißt es in der Projektbeschreibung.

Kunstprojekt für Jedermann

Dem Jedermann-Kunstprojekt im Tunnel waren im vergangenen Jahr bereits erste Verschönerungsmaßnahmen im Bahnhofsumfeld vorausgegangen. So hatte sich im Auftrag der Gemeinde Radbruch ein professioneller Sprayer bereits um die Betonwände am Tunneleingang gekümmert und darauf das freundliche Graffito einer Weidelandschaft mit Radbrucher Wappen gestaltet.
Die Gesamtkosten für das mehrteilige Gemeindeprojekt belaufen sich auf schätzungsweise mehr als 31 000 Euro.

Der Löwenanteil von rund 25 000 Euro entfällt unter anderem auf die Grundreinigung, die Erneuerung der Beleuchtung sowie die Herrichtung des Bahnhofsvorplatzes. Die Kosten für den künstlerischen Teil beliefen sich laut Gründel auf rund 6500 Euro. Ursprünglich war von rund 12 000 Euro ausgegangen worden. Gründel: „Es ist viel günstiger geworden, weil die ganze Aktion ehrenamtlich erfolgt.“ Zudem werde der Kunstbereich von der Sparkassenstiftung Lüneburg mit 2000 Euro gefördert.

„Es ist gibt noch genügend freie Flächen. Insgesamt könnten rund 300 Platten angebracht werden.“
Achim Gründel, Projektbeauftragter

Mit dem Anbringen der bunt gestalteten Platten in einer Größe von jeweils zirka 106 mal 80 Zentimetern geht das Projekt nun auf die Zielgerade. Gründel: „Bei den Platten handelt es sich um gebrauchte Druckplatten, die von Martin Kaduk aus Radbruch grundiert wurden, sodass man sie praktisch mit allen Farben bemalen kann.“ Zum Schutz sollte abschließend ein klarer Lackfilm aufgebracht werden.

Von kindlich bis grafisch

Bisher haben sich an dem Projekt beteiligt: der Kindergarten Lollipop, der Lüneburger Kinderhort Die Rübe, das Bernhard-Riemann-Gymnasium in Scharnebeck, die Schäfer-Ast-Grundschule Radbruch, der Jugendclub Radbruch, die Kunstschule Ikarus sowie die IGS Lüneburg. Die Bandbreite der Motive reicht von der kindlich gemalten Kuhweide bis hin zur grafisch ab­strakten Stadtansicht.

Gründel berichtet: „Die elfjährige Linda Evers war als Einzelkünstlerin übrigens die erste, die eine schön gestaltete Platte abgab.“ Aber auch die professionellen Künstlerinnen Gudrun Jakubeit und Verena Gruna wollten Platten für das Tunnelprojekt gestalten. Auch sonst könne noch jeder Interessierte mitmachen: Ob Kindergarten, Schule, Hobby-Gruppe oder Profi. „Vielfalt ist hier das Motto“, sagt Gründel.

Wer einen künstlerischen Beitrag zur Verschönerung des Radbrucher Fußgänger- und Radfahrertunnels leisten möchte, meldet sich per E-Mail bei achimgruendel@gmx.de oder beim Gemeindebüro in Radbruch unter gemeinde@radbruch.de.

Von Dennis Thomas