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Das Klezmer-Ensemble Aufwind gestaltet den nächsten Abend in dem kleinen Privattheater. Foto: grüss

Regen trübt die Bilanz am Schauspielhaus Uelzen

Uelzen. Lennart Schilgen kämpft mit einem „Engelszungenbrecher“, Werner Momsen hat „Schaum vorm Mund“ und Viktoria Lein steht als Bewerberin für ein Show-Engage ment vor einer ganz speziellen Aufgabe: „Singen Sie mal blond!“ Comedy und Musik, gern gleichzeitig, gehören zum festen Programm des Neuen Schauspielhauses Uelzen, die Termine für 2018 stehen fest, zu feiern sind im kommenden Jahr gleich drei Jubiläen beziehungsweise runde Geburtstage.

Also: Vor 30 Jahren gründete Reinhard Schamuhn an der Rosenmauer den „Kreativen Speicher“. Der irrlichternde Künstler hatte Ideen ohne Ende, hielt aber präzise Planung für überbewertet. Vor zwanzig Jahren wandelte sich das Theater in seine heutige Form. Eine Spendenaktion, an der auch die Stadt Uelzen beteiligt war, ermöglichte den Ausbau zur veritablen Kleinkunstbühne mit rund hundert Sitzplätzen, der Garten lässt sich mit etwa zweihundert Zuschauern bespielen. Im Jahre 2013 starb Reinhard Schamuhn, ein Trägerverein übernahm den Betrieb, der also sein Fünfjähriges feiern wird und zwar am 4. August. „Es ist Schamuhns Genie und seiner Kreativität geschuldet, dass es diese schöne Einrichtung gibt“, sagt der Vereins-Vorsitzende Johannes Vogt-Krause.

„Es ist Reinhard Schamuhns Genie und seiner Kreativität geschuldet, dass es unsere schöne Einrichtung gibt.“,
Johannes Vogt-Krause

Und es läuft nicht schlecht, auch wenn der Verein hart kalkulieren muss. „In diesem Jahr rechnen wir mit 2500 bis 2700 Besuchern“, so Vogt-Krause, 2016 waren es rund 3000. „Der miese Sommer hat uns zu schaffen gemacht, wir konnten unsere Gartenbühne nicht für die Veranstaltungen nutzen.“ Immerhin: die Ensembles Bidla Buh und Schwarzblond kommen noch, eine Pippi-Langstrumpf-Vorstellung und die Silvester-Show – alles ausverkauft.

Insgesamt 26 Termine verzeichnet das neue, gründlich überarbeitete und deutlich schicker gewordene Programmheft für das nächste Halbjahr, vom Neujahrsempfang mit Hesam Asadi über die A-cappella-Truppe „Die Spalterhälse“ bis zum Ringelnatz-Abend „Es wippt eine Lampe durch die Nacht“. Das Online-Buchungssystem bewährt sich, ein erhöhter Bühnenraum ermöglicht nun auch den Aufbau von Marionettentheatern, das freut als erstes das Figurentheater Ambrella, der Jazz wird mehr Gewicht bekommen, „das wollen wir zumindest mal ausprobieren“, so Vogt-Krause. Und für Zuschauer, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, gibt es eine stationäre historische Stadtführung.

Künftig bekommen Studierende Ermäßigung, etabliert hat sich die „Kulturtafel“, regelmäßig werden fünf Tickets an Bedürftige verschenkt. Neuerdings ist das Theater ab 17 Uhr auch als Galerie geöffnet. Dies alles stabilisiert den Betrieb; dennoch erwägt der Vorstand, im übernächsten Jahr eine Pause in den eher lauen Sommerwochen einzuführen, um die laufenden Kosten zu senken.

▶ Nächste Veranstaltung: das Ensemble Aufwind bietet am heutigen Sonnabend, 2. Dezember, um 20 Uhr, so ist es angekündigt, „auserlesene Lieder, würzigen Klezmer, leidenschaftliche Spielfreude, eine Prise Balkan, ein Körnchen Traurigkeit und reichlich Humor.“

Von Frank Füllgrabe