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Arbeitslosenzahl auf neuem Tiefststand

Lüneburg. „Der Arbeitsmarkt startet mit einer soliden Basis in die traditionell weniger dynamischen Wintermonate“, sagt Kerstin Kuechler-Kakoschke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Denn mit 4974 Arbeitslosen und einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent Ende November in Hansestadt und Landkreis Lüneburg wurde ein weiterer Rekord registriert: Es ist der niedrigste November-Stand seit 1991. In den kommenden Monaten rechnet die Agenturchefin allerdings mit steigenden Arbeitslosenzahlen, und das aus guten Gründen: „Erfahrungsgemäß melden sich in den Wintermonaten Beschäftigte aus witterungs- oder saisonabhängigen Branchen arbeitslos. Zu Jahresbeginn enden zudem die dreieinhalbjährigen Ausbildungen.“

1638 Stellen sind immer noch nicht besetzt

Die Arbeitslosigkeit hat sich in Stadt und Kreis von Oktober auf November geringfügig um 17 auf 4974 Frauen und Männer verringert. Das waren 301 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im November 5,2 Prozent, im Oktober waren es 5,3 Prozent und im November vor einem Jahr 5,6 Prozent. Dabei meldeten sich 1374 Frauen und Männer neu oder erneut arbeitslos, 115 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert 1378 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–1). Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 15 298 Arbeitslosmeldungen, die Veränderung zum Vorjahreszeitraum ist nur gering (–51). Dem gegenüber stehen 15 655 Abmeldungen von Arbeitslosen (+249).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im November um 57 Stellen auf 1638 gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 259 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im November 438 neue Arbeitsstellen, 24 weniger als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 5135 Stellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 440.

Individuelle Lösungen für Schwerbehinderte

Kerstin Kuechler-Kakoschke richtet ihr Augenmerk bei der November-Statistik besonders auf die Schwerbehinderten: 236 waren erwerbslos gemeldet, ihre Zahl stieg leicht an. „Sie haben es oftmals schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei sind sie nicht grundsätzlich weniger leistungsfähig.“ In den Agenturen unterstützen speziell geschulte Berater Arbeitsuchende mit Behinderung. „Darüber hinaus informieren sie auch Unternehmen und entwickeln mit Partnern, wie dem Technischen Beratungsdienst oder dem Integrationsamt, individuelle Lösungen, etwa wie ein Arbeitsplatz angepasst werden kann. Auf diesem Weg wurde schon einiges erreicht. Im Jahr 2015 stieg die Zahl der schwerbehinderten Beschäftigten in Lüneburg und im Kreis gegenüber dem Vorjahr um 63 auf 1237 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.“ Sie könne Betrieben nur empfehlen, Beschäftigungsmöglichkeiten auszuloten: „Künftig werden oftmals individuelle Lösungen gefragt sein, um Fachkräfte zu finden und zu halten.“ Unternehmen, die sich über Fördermöglichkeiten informieren möchten, wenden sich unter (0800) 4555520 an den Arbeitgeber-Service.

Die Agentur macht auch Angaben zur Unterbeschäftigung. Darin sind neben den 4974 Arbeitslosen unter anderem auch diejenigen Personen enthalten, die in Arbeitsmarktmaßnahmen und Weiterbildungen untergebracht sind – zusammen sind es 7067 Frauen und Männer.

Hier der vollständige Arbeitsmarktreport für_November 2017

Von Rainer Schubert