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Immer wieder laufen im Clamartpark Hunde frei herum. Spaziergänger fühlen sich dadurch bisweilen bedroht. Foto: lz/be

Gefährlicher Clamartpark?

Lüneburg. Alter Baumbestand, gepflegte Rasenflächen, einladende Sitzbänke, breite Wege – friedlich mit Reiterdenkmal und Pietà präsentiert sich der Clamartpark in Lüneburgs Innenstadt, wenige Meter vom Platz Am Sande entfernt. Doch die vermeintliche Parkidylle wird häufig gemieden, gerade ältere Menschen ängstigen sich wegen der dort beheimateten Lüneburger Drogenszene. Jetzt prangert ein Lüneburger Anwalt die Gefahr durch eine vermeintlich wachsende Kampfhundszene in Lüneburg, insbesondere im Clamartpark, an. Auslöser soll ein Vorfall Ende Oktober gewesen sein. Stadt und Polizei weisen die Vorwürfe zurück.

„Das Anwachsen einer Kampfhundszene am Clamartpark können wir nicht bestätigen“, sagt Daniel Gritz, Pressesprecher der Stadt, der gleichwohl bestätigt, dass im Clamartpark Hunde geführt würden. Von Kampfhunden könne aber schon deshalb nicht gesprochen werden, da das Niedersächsische Gesetz über das Halten von Hunden diesen Begriff nicht mehr vorsehe.
Die Stadt war einer der Adressaten, an die sich der Lüneburger Anwalt Jens-Uwe Thümer gewandt hatte. In seinem Schreiben geht der Anwalt auf einen Vorfall ein, der sich am 25. Oktober im Clamartpark abgespielt haben soll. Danach soll sein Mandant, ein älterer Spaziergänger, bei einer Beißattacke eines freilaufenden Kampfhundes auf den Hund des Spaziergängers selbst zu Boden gerissen worden sein. „Schlimmeres ist dadurch vermieden worden, dass der Staffordshire einen Maulkorb trug“, schreibt Thümer. Der Halter des sogenannten Kampfhundes habe untätig daneben gestanden.

Polizei: „Nehmen Situation sehr ernst“

Weil sich laut Thümer täglich zwischen acht und zwölf freilaufende Hunde, „davon vier bis fünf Kampfhunde“, in dem Park aufhalten, komme es nahezu täglich unter den Hunden zu teils schweren, blutigen Beißereien. „Mütter mit Kinderwagen oder kleinen Kindern, Frauen ohne Begleitung und alte Menschen meiden den Park aus Angst vor dem aggressiven Verhalten der Kampfhunde“, behauptet Thümer, der auch ein stärkeres Einschreiten der Polizei fordert und ihr und der Stadt auch mit Blick auf die dortige Drogenszene vorhält, die Verantwortung dafür zu tragen, „dass in Lüneburg immer weniger geltendes Recht durchgesetzt wird“.

Der Polizei seien die „Umstände“ rund um den Clamartpark durchaus bekannt, „wir nehmen die Situation sehr ernst“, heißt es in dem Antwortschreiben der Polizei. Dass in dem Park aber ein „rechtsfreier Raum“ entstanden sein soll, weise man entschieden zurück. Die sich dort aufhaltenden Personengruppen würden auch vor dem Hintergrund der auch polizeilich bekannten Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz und der damit verbundenen Beschaffungskriminalität regelmäßig überprüft. Zwar sei der Polizei bewusst, dass durch diese Personengruppen das „subjektive Sicherheitsempfinden“ gestört werden könne, doch müsse und könne unsere Gesellschaft „Lebensgestaltungen“ wie diese aushalten. Statt ordnungsrechtlicher Instrumente seien Instrumente der Sozialpolitik gefordert, schreibt Polizeidirektor Roland Brauer.

In diesem Sinne ist André Pluskwa vom Herbergsverein seit Jahren in der Lüneburger Drogenszene unterwegs. Im Rahmen der von Stadt und Kreis beauftragten „aufsuchenden Sozialarbeit“ kennt er auch die Gruppe im Clamartpark und weiß, dass diese „bedrohlich“ wirke. Auch komme es gelegentlich zu Gewaltausübungen, „aber immer nur untereinander, man will Stress mit der Polizei vermeiden. Das System reguliert sich meist selbst.“ Zu den dort umherlaufenden Hunden sagt Pluskwa: „Kampfhunde sehe ich dort keine, und die anderen sind gut sozialisiert.“
Thümer erwartet dennoch ein Eingreifen der Behörden und kündigte Strafanzeige gegen die dort Verantwortlichen an, sollten Menschen durch Kampfhund­attacken zu Schaden kommen.

Von Ulf Stüwe

4 Kommentare

  1. kann es sein, dass thümer unter einer phobie leidet? sollte man ihm vielleicht helfen ? ein zoobesuch bei den wölfen könnte hilfreich sein. schmunzeln.

  2. Mit anderen Worten: Der Bürger, die Augenzeugen und die Betroffenen haben mal wieder Wahnvorstellungen, diffuse Ängste und bilden sich die Vorkomnisse wie immer ein. Wie im Köln/Kalk, Duisburg/Marxloh oder Bonn Bad Godesberg.Drogen, Gewalt, Gangkriminalität, Prostitution, Geldwäsche usw.
    Danke. Das passt in die politische Landschaft im Jahre 2017.
    Was raten die Verantwortlichen diesmal? In die Kirche gehen und mehr beten , oder auf alle zugehen, Toleranz üben oder den „Rattenfängern“ , die dies nur „ausnutzen“ wollen , nicht hinterherlaufen?
    Naja, bei den paar Überfällen, Schüssen vor dem Gerichtsgebäude, Messerattacken in Fitnesstudios oder halb totgeschlagenen Kneipengängern kein Grund zur Sorge.Ganz normal.

  3. Keine Panik, die Stadt hat alles im Griff und tut was, Hunde haben genauso Schiss vor Menschen wie ihre wilden Kumpels im Wald und Kampfhunde gibt es in Niedersachsen nicht, weil sie nicht im Gesetz stehen. Ist doch klar. Bestimmt, ist so. Wirklich. Weiß doch jeder. Keine Panik, die Stadt hat alles im Griff und tut was, Hunde haben genauso Schiss vor Menschen wie ihre wilden Kumpels im Wald und Kamphunde gibt es in Niedersachsen nicht, weil sie nicht im Gesetz stehen. Ist doch klar. Bestimmt, ist so. Wirklich. Weiß doch jeder. Keine Panik, die Stadt hat alles im Griff und tut was, Hunde haben genauso Schiss vor Menschen wie ihre wilden Kumpels im Wald und Kamphunde gibt es in Niedersachsen nicht, weil sie nicht im Gesetz stehen. Ist doch klar. Bestimmt, ist so. Wirklich. Weiß doch jeder. Keine Panik

  4. Zitat:
    „Statt ordnungsrechtlicher Instrumente seien Instrumente der Sozialpolitik gefordert, schreibt Polizeidirektor Roland Brauer.“
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    Weise Worte eines erfahrenen Polizeibeamten.