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Löten am Stand der Firma Sieb&Meyer (v.l.): Auszubildender Oscar Lamprecht, Lehrer Daniel Rohde-Kage, die Schülerinnen Katherine Johanna Castillo Ordoñez und Valerie Burmester sowie Auszubildende Annemarie Hämmerling. (Foto: be)

Buhlen um Fachkräfte von morgen

Lüneburg. Wie könnte es weitergehen nach der Schule? Darüber ließen sich gestern rund 1200 Mädchen und Jungen beim traditionellen Berufsfindungsmarkt der Lüneburger Berufsbildenden Schulen I, II und III am Schwalbenberg informieren. Motto der Mammutveranstaltung, die Informationen über rund 70 Ausbildungsberufe bot: „Unsere Region – Deine Zukunft.“

Hochbetrieb war an allen drei Schulen zwischen 8 und 13 Uhr. Für alle drei BBSen galt: Die allgemeinbildenden Schulen der Region konnten ihre Neunt- und Zehntklässler für den Berufsfindungsmarkt anmelden. In Gruppen wurden die Jugendlichen dann gestern durch die Schulen geführt, bekamen vor allem von Auszubildenden, die am Schwalbenberg zur Berufsschule gehen, Infos aus erster Hand. „Potenzielle Auszubildende fragen Auszubildende, das ist ein Austausch auf gleicher Ebene“, erklärt Mathias Koch von der BBS II, bei dem die Fäden für den Berufsfindungsmarkt zusammenliefen.

Sinne schärfen für angehende Restaurantfachleute

Koch und Restaurantfachmann waren zwei von vielen Berufen, über die sich die Jugendlichen an der BBS III informieren konnten. Etwa bei den angehenden Köchen Hector Escobar, Tobias Dorsch, Jonas Jahnke und Maik Schmidt, die die Gäste zunächst über die Grundlagen des Berufs aufklärten, ehe es in die Küche ging, wo der Nachwuchs unter Anleitung von Küchenmeister Frank Sasse unter anderem Grießflammeri und Hippengebäck zum Probieren vorbereitet hatte.

Gleichzeitig schickte Jörn Trzoska, angehender Lehrer im Bereich der Restaurantfachleute, Interessierte auf einen Pfad, der „die Sinne schärfen“ sollte. Rosenkohl und Rote Bete erkennen, Honig oder schwarzen Pfeffer erschnüffeln, Himbeer- von Erdbeermarmelade unterscheiden – mit etwas Glück war hier sogar ein Kinogutschein zu gewinnen.

Wirtschaft und Verwaltung sind Schwerpunkte der Berufsbildenden Schulen I, wo vor allem der Bereich des Forums Treffpunkt für die Gäste aus Stadt und Landkreis war. Unter anderem das Finanzamt, die Sparkasse, die Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer, die Bundeswehr und die Gesellschaft für Abfallwirtschaft berieten hier die Schüler.

Firmen investieren viel, um guten Nachwuchs zu finden

Stammgast beim Berufsfindungsmarkt der Berufsbildenden Schulen ist das Elektronikunternehmen Sieb&Meyer, das sich in der BBS II präsentierte. Gleich fünf Auszubildende hatte Ausbildungsleiter Carsten Witte-Redin mitgebracht – sie zeigten Interessierten, wie gelötet wird und wie Platinen funktionieren. „Wir sind eigentlich bei allen Berufsmessen dabei, tun eine Menge, um guten Nachwuchs zu finden“, sagte Witte-Redin.

Neu beim Berufsfindungsmarkt war der „Brillux Showtruck“, 22 Meter lang, 36 Tonnen schwer und geschickt vom großen Farbenhersteller unter dem Motto: „Deine Zukunft ist bunt.“ An Bord klärten unter anderem die Meister Ricarda Sander und Thomas Kröpke, Lehrlingswart der Lüneburger Malerinnung, über die Chancen ihres Handwerks auf – nicht mit Pinsel und Farbeimer, sondern mit Hilfe modernster Elektronik, die es ermöglicht, schon vorab zu sehen, wie Fassade oder Zimmer mit einer bestimmten Farbe wirken.

Auch das ist Tradition beim Berufsfindungsmarkt am Schwalbenberg: Bereits am Vorabend der eigentlichen Veranstaltung war der Markt in der BBS I mit Vorträgen und einer „Infomeile“ für Jugendliche und Eltern eröffnet worden. Aus der Praxis hatte da Tischlermeister Wilfried Faltin aus Amelinghausen berichtet – darüber, wie ein Vorstellungsgespräch läuft, was einen Auszubildenden erwartet, wie die Perspektiven im Beruf sind.

Veranstalter des Berufsfindungsmarkts waren die drei Berufsbildenden Schulen, unterstützt von Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg, Kreishandwerkerschaft Lüneburg und der Agentur für Arbeit. Koordinator Mathias Koch: „Wir machen das für die Region, wollen der Wirtschaft dabei helfen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“

Von Ingo Petersen