Dienstag , 18. September 2018
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LZ-Redakteurin Mona Behn (3. v. r.) erhielt ihren Preis aus den Händen von Kammerpräsident Gerhard Schwetje (r.). Mit ihr freuen sich Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (v. r.), Hermann Hermeling, Hans-Joachim Harms und Walter Hollweg. Foto: lz/ritzmann

Preiswürdige Milchtankstelle

Lüneburg/Oldenburg. Milchtankstelle? Gibt es jetzt neben den Verbrennungsmotoren und Elektroantrieben gar einen Motor, der mit Milch betrieben wird? Mit diesen Fragen hat LZ-Redakteurin Mona Behn ihren Artikel „Frisch und regional zapfen“, der am 2. Oktober in der LZ erschien, begonnen. Für ihren Beitrag wurde sie jetzt mit dem mit 500 Euro dotierten dritten Preis beim Journalistenwettbewerb der Landwirtschaftskammer (LWK) Niedersachsen ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand anlässlich der Kammerversammlung in Oldenburg statt.
„Ich freue mich riesig und bin überwältigt. Ich sehe den Preis als Bestätigung für unsere Landwirtschaftsseiten, auf denen wir landwirtschaftliche Themen für unsere Leser verbraucherfreundlich aufbereiten“, sagte Mona Behn nach der Preisverleihung.

Insgesamt 27 Bewerber

In ihrem Artikel stellt sie die „Milchtankstelle“ auf dem Hof der Familie Büsch aus Stöcken im Kreis Uelzen vor. „Direkt beim Bauern einkaufen, das liegt im Trend“, sagt Landwirt Heinrich Stöcken. Dem Wunsch der Verbraucher komme er mit seiner Idee gerne nach. Die eigentliche Geschichte, so Walter Hollweg, Pressesprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, in seiner Laudatio, ist aber die Aufstockung des Hofes. Vor rund fünf Jahren hat sich Familie Büsch dazu entschlossen, ihren Betrieb von 50 auf 150 Milchkühe zu vergrößern und in einen neuen Stall sowie einen Melkroboter zu investieren. Wie sich die Familie den Herausforderungen des Marktes stellt und dem landwirtschaftlichen Strukturwandel trotzt, können Sie hier noch einmal nachlesen.

Der Journalistenwettbewerb 2017 hatte das Thema „Mit Kreativität und Mut durch Krisenzeiten: Wie landwirtschaftliche Familienbetriebe dem Druck des Marktes standhalten“. Insgesamt musste die Jury 38 Beiträge von 27 Bewerbern bewerten. Den ersten Preis in Höhe von 1500 Euro erhielt Oda Lambrecht vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) für ihren Filmbeitrag „Gedanken einer Schweinemästerin“. Über den zweiten Preis in Höhe von 1000 Euro freute sich Bianca Wilkens vom Hamburger Abendblatt für ihre zehnteilige Serie „Das Jahr auf dem Hof – vom Beet bis ins Regal“. men

One comment

  1. Cord-Michael Becker

    Mit den Milchtankstellen können verkehrsgünstig gelegene landwirtschaftliche Betriebe sicherlich dringend benötigtes Geld verdienen, jedoch drohen auch Infektionen. Weil bei Milchtankstellen die Milch nicht pasteurisiert wird, ist sie hier potentiell infektiös. Zwar sind die Rinderherden heute viel gesünder als früher, aber das berechtigt einen noch lange nicht, auf Hygiene zu verzichten. Wer kocht die Milch schon ab? Außerdem zerstört das Abkochen jeden Geschmacksvorteil von Frischmilch an einer Milchtankstelle. Man muss infolge des Fortlassens der Pasteurisierung mit dem erneuten Auftreten von Morbus Bang, Rindertuberkulose und von anderen Krankheiten rechnen. Das für den einzelnen Bauern billigere Weglassen von Sicheitsmaßnahmen ist kein Fortschritt.