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Ab sofort ist der Video-Chat mit Sabine Oppen-Schröder (M.) und Imke Hagen (r.) in der Verbraucherzentrale Lüneburg möglich. Hagen tritt die Nachfolge von Cornelia von Arnim an, die in den Ruhestand geht. Foto: lz/be

Verbraucherzentrale berät per Video-Chat

Lüneburg. Wer auf dem Land wohnt und sich im Lüneburger Büro der Verbraucherzentrale beraten lassen wollte, musste bislang zum Teil weite Wege bis in die Hanses tadt zurück liegen. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Ab sofort können Verbraucherberaterin Sabine Oppen-Schröder und ihre neue Kollegin Imke Hagen per Video-Chat erreicht werden.

Das ist Teil eines Pilotprojektes. Denn die Verbraucherzentrale Niedersachsen sorgt für eine bundesweite Premiere: Denn nun kommt die Verbraucherberatung ins Haus. Ratsuchende können auch per Video-Chat mit den Experten der Verbraucherzentrale Niedersachsen sprechen – ohne Anfahrtsweg, bequem von zu Hause.

Stärkung des Verbraucherschutzes

Möglich wird das neue Angebot durch das Projekt „Stärkung des Verbraucherschutzes im ländlichen Raum“, gefördert vom Agrar- und Verbraucherschutzministerium. Dafür wurde das Lüneburger Büro um eine Stelle auf jetzt zwei Stellen aufgestockt. Das Büro ist nun mit Sabine Oppen-Schröder und Imke Hagen besetzt, die Cornelia von Arnim ersetzt, die in dieser Woche in den Ruhestand geht.

„Gerade im Flächenland Niedersachsen ist das ein vorbildliches Vorhaben. Beratung per Video-Chat ist zukunftsweisend und bedeutet eine Stärkung des Verbraucherschutzes im ländlichen Raum“, sagte Niedersachsens neue Verbraucherschutzministerin Barbara Otte-Kinast zum Auftakt.

Niedrigschwelligen Zugang schaffen

Otte-Kinast informierte sich in Göttingen mit Ministeriumsvertretern über das Projekt. Neben Lüneburg und Göttingen wurden auch in Aurich und Celle spezielle Arbeitsplätze eingerichtet. Der Hintergrund für das Projekt: In Niedersachsen sinken die Einwohnerzahlen im ländlichen Raum kontinuierlich. Die Folge: Das Versorgungsnetz mit Ärzten, Sparkassen, Geschäften oder auch Verbraucherberatung wird immer dünner, den Bewohnern wird mehr Mobilität abverlangt.

„Die unabhängige Verbraucherberatung ist dem Ministerium sehr wichtig. Sie soll in den ländlichen Regionen gestärkt werden“, sagt Dr. Jörg Baumgarte, Referatsleiter im Agrarministerium. „Dem Verbraucher soll möglichst niedrigschwellig Zugang zur Beratung verschafft werden. Wir bringen Verbraucherschutz mit moderner Technik aufs Land, das spart lange Anfahrtswege in die Stadt.“

Die Lüneburger Beraterin Sabine Oppen-Schröder sagt: „Die Verbraucherzentrale Niedersachsen setzt damit bundesweit Maßstäbe und bietet als erste in Deutschland Standard-Beratungen per Video an. Fast wie in einem direkten persönlichen Gespräch können Ratsuchende per Video mit den Experten sprechen.“ Dokumente können während des Videochats übermittelt werden. „Wir freuen uns, dass wir unsere Beratungsleistungen ausbauen und Ratsuchenden einen leichteren Zugang zu unseren Angeboten bieten können“, sagt Petra Kristandt, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Das sind die Themengebiete

Dazu gehört auch die Bereitstellung eines Online-Terminkalenders, über den Verbraucher rund um die Uhr Termine selbst eintragen können – zukünftig auch für Vor-Ort-Beratungen.

Der neue Beratungsweg steht allen Verbrauchern offen. Vorerst können zu folgenden Themen Termine vereinbart werden: Verbraucherrecht (etwa Kaufverträge, Widerruf, Handwerkerleistungen), Internet, Telefon und Mobilfunk. In der dreimonatigen Einführungsphase sind die bis zu 20-minütigen Beratungen kostenlos, danach werden – analog zur Vor-Ort-Beratung – zehn Euro berechnet.

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