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Unbekannte haben in der Nacht die Landesgeschäftsstelle der AfD mit Farbe und Gülle beschmiert. Die Hauseigentümer haben der Partei Räume in dem Gebäude vermietet. Foto: nh

Anschlag gegen die AfD-Zentrale

Lüneburg. Unbekannte haben in der Nacht zu Dienstag einen Farb-Anschlag auf das Haus der Landesgeschäftsstelle der AfD an der Hamburger Straße verübt. Die Fassade wurde großflächig mit blauen Farbe besprüht, zudem haben die Täter Gülle ausgeschüttet. „Es ist unerträglich“, sagt der Lüneburger AfD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Stephan Bothe. Der Schaden sei massiv, der Gestank wiederlich, kaum auszuhalten für die Bewohner, die der Partei Räume vermietet hätten: „Ich bin schockiert.“

Der polizeiliche Staatsschutz hat Ermittlungen aufgenommen. „Wir haben keine konkreten Hinweise auf die Täter“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Ein Bekennerschreiben gebe es bislang nicht. Aber es liege auf der Hand, dass der Anschlag „politisch motiviert ist“.

Während die Polizei den Sachschaden nach einer ersten Inaugenscheinnahme auf mehrere Tausend Euro schätzt, geht die Partei von einer höheren Summe aus.
Niedersachsens AfD-Landeschef Paul Hampel findet starke Worte: „Die Verwüstung der niedersächsischen Landesgeschäftsstelle der AfD durch einen Farb- und Gülleanschlag in der vergangenen Nacht ist ein weiterer Höhepunkt der Gewaltbereitschaft des politischen Mobs. Wer immer noch glaubt, verharmlosen zu können, weil es sich ja hier ’nur‘ um Farbe und Fäkalien handelt, irrt sich gewaltig. Hier soll verunsichert, eingeschüchtert und demoralisiert werden.“

Ähnlich wertet Bothe und verweist auf den Bundesparteitag der AfD am vergangenen Wochenende in Hannover, wo Demonstranten massiv gegen die Partei protestiert hätten. Bothe unterstellt den seinen politischen Gegnern: „In Niedersachsen und auch in Lüneburg gibt es extreme Kräfte, die nicht an einem demokratischen Miteinander interessiert sind.“ Das merke er auch persönlich: „Ich suche vergeblich nach Räumen für mein Wahlkreisbüro. Kein Vermieter ist bereit, uns aufzunehmen. Das ist frustrierend.“ Dabei sitze die AfD inzwischen im Bundes- und im Landtag. Hinweise nimmt die Polizei Lüneburg entgegen: (04131) 83062215. ca

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