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Noch bis Mitte Dezember steht den Autofahrern auf der A39 in beiden Fahrtrichtungen nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Dann sollen die Baken und Sperren wieder abgebaut sein. Foto: lz/t&w

Freie Fahrt bis März 2018

Lüneburg. Susanne Wolter und ihre Familie sind genervt: Seit Wochen muss ihr Mann früher losfahren, um noch pünktlich am Arbeitsplatz zu sein, „und abends kommt er eine halbe Stunde später nach Hause.“ Grund ist die Baustelle auf der A 39 vom Zubringer Handorf bis nach Lüneburg. Nur: Auf der Baustelle passiert offenbar nicht viel. „Da steht nur ein einzelner Bagger und der wird nicht bewegt“, ärgert sich Susanne Wolter – für die Ochtmisserin ist die Baustelle ein „Schildbürgerstreich“, „den sich wohl auch nur der ,Deutsche Michel‘ gefallen lässt“, macht Wolter ihrem Unmut Luft. Und sie ist nicht die einzige, die sich über die kilometerlange Geisterbaustelle aufregt. Doch Abhilfe ist in Sicht – ab dem 15. Dezember soll auf diesem Autobahn-Abschnitt wieder freie Fahrt auf beiden Richtungsspuren herrschen. Das zumindest verspricht Anette Padberg, stellvertretende Leiterin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Lüneburg.

Jedenfalls vorübergehend bis zum Frühjahr kommenden Jahres. Denn ab März soll nun endlich mit der Grunderneuerung der A 39 begonnen werden. „Bei den bisherigen Arbeiten handelte es sich um die vorbereitenden Arbeiten für die Grunderneuerung der A 39, die in diesem Streckenabschnitt für 2018 vorgesehen ist“, erklärt Padberg. Weil dann eine Richtungsfahrbahn komplett gesperrt werde, müsse der Verkehr über den Mittelstreifen geführt werden. Außerdem seien in den vergangenen Wochen Nothaltebuchten angelegt worden. Diese Arbeiten seien jetzt beendet. Bis zum 15. Dezember werden ihren Worten zufolge die Arbeiter die Mittelleitplanken wieder installieren und die Baken und Betonabsperrungen von der Fahrbahn räumen. „Dann haben die Autofahrer vorerst wieder freie Fahrt.“

Ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten auf dem A- 39-Streckenabschnitt bereits Ende Mai beginnen und bis Ende November abgeschlossen sein. Geplant war, dass in diesem Jahr die Arbeiten in Fahrtrichtung Hamburg ausgeführt und 2018 die Gegenrichtung „grundhaft erneuert“ werden. Doch dieser Zeitplan hat sich schon frühzeitig verschoben. Der Grund: Ein Unternehmen, das sich um den 5,2 Millionen Euro schweren Auftrag beworben und nicht den Zuschlag erhalten hatte, hatte – erfolglos – einen „Antrag auf ein Nachprüfverfahren“ bei der Vergabekammer gestellt (LZ berichtete). Als auch das nicht fruchtete, hatte das gleiche Unternehmen Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt. Mit Folgen: Denn dadurch verzögerte sich der Beginn der A39-Grundsanierung erneut. „Inzwischen aber sind die rechtlichen Probleme vom Tisch und der Auftrag erteilt“, sagt Padberg. Der Zeitplan allerdings ist durch diese vergaberechtliche Auseinandersetzung mächtig durcheinander geraten.

Notwendig sind die Arbeiten, da die Autobahn  39 in Teilabschnitten bereits ihr Höchstalter erreicht hat. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Fahrbahn an vielen Stellen bereits abgängig sei. Jetzt muss der Asphalt auf dem Autobahnabschnitt zwischen Lüneburg und Handorf doch noch einige Monate länger halten. Das gilt im Übrigen auch für die Anschlussstellen Lüneburg Nord und Handorf, die ebenfalls längst erneuert worden sein sollten. Auch diese beiden Zubringer werden „definitiv erst im kommenden Jahr saniert“, sagt Padberg.

Von Klaus Reschke

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