Donnerstag , 20. September 2018
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Leuphana: Campus-Werkstatt KonRad bleibt

Lüneburg. 365 Euro zahlt ein Student derzeit pro Semester, wenn er an der Leuphana eingeschrieben ist. 17 Euro fließen in die studentische Selbstverwaltung, als o beispielsweise in die Arbeit des Studierendenparlaments, kurz StuPa, des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) oder der Fachschaften. Obwohl die Serviceangebote in den vergangenen Jahren ausgebaut wurden, ist der Beitrag gleich geblieben.

Defizit mehrerer Tausend Euro

Das hat zu einem Defizit von mehreren zehntausend Euro geführt. Um über die Zukunft der Fahrradwerkstatt „KonRad“, den Ausbau der Kinderbetreuung und die Angebotsvielfalt des Hochschulsports zu entscheiden, wurden daher Urabstimmungen ausgerufen. Die Studenten sollten selbst entscheiden, ob sie bereit wären, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, um die Serviceangebote zu erhalten oder sogar auszubauen.

Sichtlich erleichtert zeigen sich die Mitarbeiter von KonRad am Tag nach den Wahlen, denn die Studenten haben sich mehrheitlich für die zweite Variante ausgesprochen. Bedeutet: Jeder zahlt von nun an 75 Cent pro Semester für den Werkstattbetrieb. Hätten die Studenten sich für 25 Cent entschieden, wäre es zu erheblichen Einschränkungen im Betrieb gekommen. Mitarbeiter hätten ihre Jobs verloren und auch die Öffnungszeiten wären verkürzt worden. „Das, was über Jahre aufgebaut wurde, bleibt bestehen“, sagt Elisa Westphal.

Pro hochschuleigener Kinderbetreuung

Gestimmt haben die Studenten auch für den Ausbau der hochschuleigenen Kinderbetreuung. Bei „EliStu“ werden Kinder im Alter von sechs Monaten bis zum Grundschulalter von Erziehern betreut. Währenddessen können die Eltern sich ungestört ihrem Studium widmen. Nun kann das Angebot deutlich ausgebaut werden. Auch der Hochschulsport profitiert durch die Abstimmungsergebnisse: Die Studenten sind bereit, mehr Geld dafür zu bezahlen. Das umfangreiche Sport- und Freizeitangebot bleibt erhalten.

Gleichzeitig bleibt es aber bei einem Beitrag von 17 Euro. Entlastet wird der Haushalt deshalb, weil die Studenten sich im Rahmen der Wahlen dazu bereit erklärt haben, ein Plus von 5,75 Euro zu bezahlen. Dabei handelt es sich um sogenannte Servicegebühren.

Im Gegenzug können sie sich eventuell an einer anderen Stelle über Entlastungen freuen: Mit gemeinsamer Stimme wollen sich die Studentenvertreter der Hochschulen in Niedersachsen und Bremen für ein preisgünstiges Niedersachsen-Semesterticket einsetzen. Etwa 80 Prozent der Leuphana-Studenten sprachen sich bei einer vierten Urabstimmung für das Vorhaben aus. Die gemeinsamen Verhandlungen zwischen den zusammengeschlossenen Hochschulen und den Verkehrsunternehmen beginnen voraussichtlich im Frühjahr 2018. db