Dienstag , 18. September 2018
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Claudio Patrik Schrock-Opitz - hier vor dem Modell Lüneburgs am Marktplatz - ist Geschäftsführer der Marketing Gmb. Foto:lz/a/t&w

Dicker Zuschuss für die Lüneburg-Werber?

Lüneburg. Als im Herbst des vergangenen Jahres feststand, dass sich die Zuschussvereinbarung der Stadt mit der Lüneburg Marketing GmbH (LMG) bis 2021 weiter auf 330.000 Euro pro Jahr belaufen wird, sah Marketing-Chef Claudio Patrik Schrock-Opitz darin immerhin Planungssicherheit. Gleichzeitig verwies er aber darauf, dass die laufenden Aufwendungen steigen werden. Jegliche Einnahmeverbesserungen, gern auch durch Zuschüsse, würde er begrüßen, sagte er im LZ-Interview. Die Verwaltung schlägt nun dem Wirtschaftsausschuss vor, den Zuschuss befristet für die Jahre 2018 bis 2022 um 100.000 Euro per anno zu erhöhen. Das Gremium tagt am Mittwoch, 13. Dezember, 16 Uhr, im e.novum, Munstermannskamp 1.

Gesellschaft erwirtschaftet schon wieder Überschüsse

Veranstaltungs- und Citymanagement, Tourismusförderung und Marketing für Lüneburg über die Stadtgrenzen hinaus umsetzen, das sind die Aufgabenfelder der Gesellschaft. Bei deren Gründung 1999 hat sich die Stadt verpflichtet, jährliche Betriebskostenzuschüsse zu zahlen. 1999 bis 2003 waren das jährlich rund 301.622 Euro. In Folgevereinbarungen erhöhte sich der Zuschuss seit 2010 auf 330.000 Euro. Rund 56.000 Euro fließen von acht weiteren Gesellschaftern.

Die Verwaltung begründet ihren Vorschlag für den zusätzlichen Zuschuss damit, dass seit 2010 ein stetiger Anstieg der allgemeinen Betriebskosten zu verzeichnen sei. „Zudem sind die Personalkosten aufgrund erfolgter Personalwechsel sowie moderater Anpassungen der Gehälter gestiegen“, heißt es in der Vorlage zum Ausschuss. Im Mai allerdings hatte die Gesellschaft ihren Jahresabschluss 2016 präsentiert – mit einem Überschuss von 22.300 Euro, auch fürs laufende Jahr war ein Plus von 19 000 Euro prognostiziert worden.

Bereits vor einem Jahr hatte sich die Jamaika-Gruppe – flankiert von der Linken – in einem Antrag im Rat dafür ausgesprochen, dass man aus der Lüneburger Heide GmbH (LHG) aussteigen solle. Die dadurch frei werdenden Mitteln in Höhe von 50.000 Euro pro Jahr sollten zur Unterstützung der Aktivitäten der Lüneburg Marketing GmbH eingesetzt werden. Nachdem LHG-Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch im August dieses Jahres zu Zielen und Erfolgen der Dachmarke im Wirtschaftsausschuss vorgetragen hatte, entschied das Gremium Ende November mehrheitlich gegen die Stimme von Michèl Pauly (Linke): Nicht-Ausstieg aus der LHG (LZ berichtete).

Mittel für Hinweisstelen und Weihnachtsbeleuchtung

Kurz danach kommt nun der Vorstoß der Verwaltung zur Zuschusserhöhung. Auf Nachfrage heißt es dazu von der Stadt, dass die Finanzierung über die Erlöse aus den Avacon-Aktien erfolgen soll, die an die Kurmittel GmbH gehen. Die fallen in diesem Jahr höher aus. Stadtpressesprecher Daniel Gritz teilt mit: „Durch die höhere Dividende erzielt die Kurmittel GmbH Überschüsse, die sie zum Teil an den Gesellschafter Stadt ausschüttet. 2018 fließen daher einmalig noch zu versteuernde 2,9 Millionen Euro in den städtischen Haushalt.“ Das versetze die Stadt in die Lage, „der Marketing GmbH fünf Mal den um 100.000 Euro erhöhten Jahreszuschuss zu zahlen“. Die übrigen 2,4 Millionen Euro würden in die Sanierung der Kitas Kreideberg und Brandheider Weg fließen.

Auf die Frage, wofür das Marketing den zusätzlichen jährlichen Zuschuss verwenden solle, heißt es von der Stadt: „Die Lüneburg Marketing hat die Aufgabe, die Marktposition des Oberzentrums Lüneburg als Einkaufs-, Wohn-, Tourismus- und Wirtschaftsstandort zu stärken. Mit den fünf Mal jeweils  100.000 Euro wollen wir die Marketing GmbH stützen, damit sie ihren originären Aufgaben nachkommen und zukünftige Herausforderungen angehen kann. Dazu gehört etwa die Digitalisierung, die Weihnachtsbeleuchtung oder die Erneuerung von Hinweisstelen.“

Von Antje Schäfer

One comment

  1. Lüneburg platzt doch eh schon aus allen Nähten, wieso muss man der Marketing auch noch Geld hinterher werfen? In Schulen und Kitas fehlt das Geld überall. Und ganz ehrlich: Hinweisstelen sind doch von gestern, jeder hat ein Smartphone und findet alles überall