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Vor Kurzem noch stand eine Ligusterhecke zwischen Gleisen (später Fußweg) und Hauptstraße in Alt Garge. Damit der Bauhof weniger Arbeit hat, wurden die Pflanzen jetzt entfernt. (Foto: cm)

Hecke muss Platz machen für Blühstreifen

Alt Garge. Verschwunden ist seit Kurzem die mehrere Hundert Meter lange Ligusterhecke entlang der Hauptstraße in Alt Garge. Mitarbeiter des Bleck eder Bauhofes haben die Pflanzen zwischen dem Draisinenbahnhof und der Straße Am Horster Felde entfernt.

„Die Pflege der Hecke war sehr aufwändig, hat den Bauhof mehrmals im Jahr gefordert“, sagt Bleckedes Bürgermeister Jens Böther. Oft habe Unkraut die Hecke überwuchert. Mit Blick auf den Überstundenzettel der Mitarbeiter habe die Stadt zuletzt eine Aufgabenkritik vorgenommen und einen Drei-Punkte-Katalog erstellt, mit dem die Arbeit des Bauhofes effektiver gestaltet werden soll. Vor allem in diesem regenreichen Jahr seien die vielfältigen Aufgaben kaum zu schaffen gewesen.

Unter Punkt eins wird der Pflegeaufwand der städtischen Flächen unter die Lupe genommen. „Schließlich müssen neun Mann 125 Quadratkilometer Stadtfläche betreuen“, erläutert der Rathauschef. Ziel sei es, pflegeintensive Rabatten vor allem in wenig frequentierten Bereichen in Grünflächen umzuwandeln. So soll in Alt Garge im kommenden Frühjahr ein Blühstreifen entlang der Hauptstraße gepflanzt werden.

Zusätzlicher Mitarbeiter für den Bauhof

Unter Punkt zwei „werden wir prüfen, mit welchen Geräten die Mitarbeiter in kürzerer Zeit mehr Arbeit schaffen und diese je nach Kassenlage beschaffen“, sagt Böther. Überlegungen, wie die Lüneburger Grünen sie derzeit anstellen, kämen in Bleckede nicht infrage. „Laubbläser können bei uns nicht durch Harken ersetzt werden.“

Zudem ist unter Punkt drei vorgesehen, den Bauhof personell aufzustocken. Statt neun sollen künftig zehn Mitarbeiter im Auftrag der Stadt unterwegs sein. Verankert ist die zusätzliche Stelle im Haushalt 2018. Dem Etat muss der Bleckeder Stadtrat jedoch noch zustimmen. Auf der Tagesordnung steht der Haushaltsplan für das kommende Jahr bei der Sitzung am Donnerstag, 14. Dezember. Beginn ist um 19 Uhr im Elbschloss.

Unterdessen stößt die Bauhof-Aktion in Alt Garge auf ein geteiltes Echo. Während den einen die Hecke schon lange ein Dorn im Auge war, üben andere Kritik. Für Stefan Helm etwa war die Ligusterhecke „ortsbildprägend und ein sehr wertvolles Stück Natur“. Die Hecke sei die ideale Biotopvernetzung gewesen, ein Wanderweg für diverse Tierarten. „Die Hecke hat eine Verbindung geschaffen zwischen dem Wald bei Alt Garge und dem Biosphärenreservat an der Elbe“, sagt Helm. Auch glaubt er, dass die Hecke, die Fußweg und Hauptstraße voneinander trennte, die Sicherheit von Fußgängern erhöht hat.

Liguster

Der Name Liguster leitet sich vermutlich von dem lateinischen Wort „ligare“ (= binden) ab. Er bezieht sich wohl auf die biegsamen Triebe, die früher wie Weiden zum Flechten von Körben und anderen Behältern verwendet wurden. Aus diesem Grund trägt der heimische Gewöhnliche Liguster auch den Namen Rainweide.

Liguster gehören zur Familie der Ölbaumgewächse. Die Rinde der Triebe ist auffallend hellgrau, die kleinen gelblichweißen Blüten erscheinen im Juni und verbreiten einen intensiven Duft. Die Früchte sind meist schwarze Beeren, die gerne von Vögeln gefressen werden, für uns Menschen aber überwiegend leicht giftig sind. Die Wuchshöhe der verschiedenen Ligusterarten und -sorten variiert von einem bis fünf Meter.

Von Malte Lühr