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Essen und Hausaufgabenbetreuung sind seit Jahrzehnten ein Teil der sozialen Arbeit der Gemeinde. Doch die steht vor neuen Herausforderungen, weil mit Birgit von Paris der Motor aufhört. (Foto: be)

Kindertafel Neu Hagen vor tiefgreifendem Wandel

Lüneburg. Bislang lief es ehrenamtlich, doch nun steht die Kindertafel der Paul-Gerhardt-Gemeinde in Neu Hagen vor einem tiefgreifenden Wandel: Die Leitung soll nun von einer hauptamtlichen Kraft besetzt werden. Dafür soll über die städtische Stiftung Zum Großen Heiligengeist fünf Jahre lang ein Zuschuss à 50 000 Euro per anno fließen. Allerdings müssen die entsprechenden Gremien dafür ihre Zustimmung geben. Das ist nicht alles, über kurz oder lang könnten die Kirchenräume um- und ausgebaut und erweitert werden, um Platz für zwei neue Kita-Gruppe mit insgesamt 50 Plätzen zu schaffen. Pastorin Dorothee Kanitz geht dann von einer Millionen-Investition aus.

Der Reihe nach. Wie berichtet, beendet Birgit von Paris nach mehr als 20 Jahren an der Spitze der Kindertafel ihr Engagement. Sie hat dort in einem Fulltime-Job ehrenamtlich gearbeitet und zudem jährlich mehr als 100 000 Euro an Spenden zusammengetragen, um die Betreuung mit Mittagessen und Hausaufgabenhilfe für bis zu 35 Kinder zu organisieren. Trotz Engagement fallen Kosten an etwa für Honorare, Essen und Material. Schon sie hatte beklagt, dass es schwerer falle, Ehrenamtliche zu finden.

Ideen mit Kita und Krippe

Pastorin Kanitz und der Kirchenvorstand haben mit Sozialdezernentin Pia Steinrücke gesprochen, auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge ist involviert. Er empfindet die Arbeit der Kindertafel als „segensreich“. Man ist sich einig: Das Angebot soll erhalten bleiben.

Vorbehaltlich der Entscheidung für einen Zuschuss, will die Gemeinde jetzt eine Stellenausschreibung starten und hofft, den Posten im Frühjahr besetzen zu können. „Wir wollen auch eine neue Konzeption erarbeiten“, berichtet Dorothee Kanitz. „Es hat sich einiges verändert, darauf wollen wir reagieren: Die Grundschule ist Ganztagsschule, es kommen mehr Kinder mit Migrationshintergrund.“

Auch baulich müsse etwas geschehen. Seit Jahren nutzt die Kindertafel das Gemeindehaus. Allerdings gebe es im Obergeschoss nun Einwände in Sachen Brandschutz und Fluchtwege, daher sei man in die unteren Etagen ausgewichen. Denkbar sei, einen Teil der Kirche anders zu gestalten und miteinzubeziehen.

Diskutiert wird ein weiterer Schritt. Im Rathaus umreißt Sprecher Daniel Gritz die Ideen: „Es gab eine Einladung von Superintendentin Christine Schmid an die Stadt, gemeinsam zu überlegen, ob es möglich wäre, ein Art Stadtteil- oder Familienhaus in der Paul-Gerhardt-Gemeinde unterzubringen oder ob das HaLo in irgendeiner Form darin aufgehen könne. Gemeinsam haben Gemeinde und Stadt davon jedoch Abstand genommen.“

Das bestehende Stadtteilhaus HaLo sei etabliert. Zudem wäre es räumlich schwierig, etwas ähnliches wie etwa das Kredo auf dem Kreideberg aufzubauen. Gritz führt weiter aus: „Daraufhin haben wir ebenfalls gemeinsam überlegt, wie es denn wäre, wenn man stattdessen, zwei weitere Kita-Gruppen und die Kindertafel mit unterbringt? Da stehen wir aber noch ganz am Anfang aller Überlegungen.“

So sieht es auch Pastorin Kanitz. Wenn die Gemeinde eine „Außenstelle“ ihrer bestehenden Kita einrichten und dafür bauen wolle, wären auch Kirchenkreis und Landeskirche gefragt. Denn auch sie müssten sich finanziell beteiligen: „Eine Millionen-Investition.“

Zukunftsmusik: „Erst einmal geht es so weiter wie jetzt, alles andere ist eine Entscheidung für die nächsten Jahre.“

Kindertafel Lüneburg: Ein Abschied mit Folgen

Von Carlo Eggeling