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Die Samtgemeinde Gellersen leitet ihr Abwasser in die Stadt Lüneburg zum zentralen Klärwerk. (Foto: A/t&w)

Gellersen: Baukosten steigen, Gebühren nicht

Reppenstedt. Freud und Leid liegen oft beieinander: Einerseits strebt die Samtgemeinde Gellersen an, die Abwassergebühren weiterhin stabil auf relativ niedrigem Niveau zu halten. Und zwar bei 1,83 Euro gemessen pro Kubikmeter Frischwasser. Auf der anderen Seite muss Gellersen tiefer in die Tasche greifen, um die Abwasserleitungen in Richtung des Klärwerks der Stadt Lüneburg zu ertüchtigen. Mehr als eine halbe Million Euro sollen in eine neue Leitung sowie die Aufrüstung eines Pumpwerks investiert werden.

Es war alles mögliche, nur kein Rosenduft, der in der Vergangenheit Anwohnern der Lüneburger Weststadt in die Nase stieg. Die üblen Ausdünstungen hatten ihren Ursprung in der Gellerser Abwasserleitung am Übergabepunkt Jüttkenmoor. Dem sollte schon vor einem Jahr mit Biofiltern in den Übergabeschächten entgegengewirkt werden. Doch die Erneuerung der Leitung selbst steht noch aus und wird wahrscheinlich teurer als gedacht.

Die Abwässer der Gellerser Dörfer werden durch Pumpstationen über das unterirdische Leitungsnetz beim Hauptpumpwerk Reppenstedt zusammengeführt. Von dort aus werden sie per Druck- und auf der letzten Strecke per Freigefälleleitung zum Übergabepunkt Jüttkenmoor in das städtische Abwassernetz geschickt. Damit das Abwasser auf der letzten Meile nicht in der Leitung stehen bleiben kann, sollte die Druckrohrleitung verlängert werden. Dafür waren zunächst 400 000 Euro eingeplant. Doch die reichen nicht mehr aus.

576 000 Euro für Leitungsbau und Pumpwerk

Bei einer tiefergehenden Planung habe sich herausgestellt, dass auch der Leitungsteil erneuert werden müsse, der vom Hauptpumpwerk bis zum Wiesenweg verläuft, heißt es aus der Verwaltung. Zudem wurde eine Alternativstrecke für die Druckrohrleitung nach Lüneburg betrachtet, die nicht mehr am Sülzweg entlangführen soll, sondern entlang der Landesstraße 216. Nun sollen 110 000 Euro, die eigentlich für die Ertüchtigung des Hauptpumpwerks Reppenstedt gedacht waren, dem Leitungsbau zugeschlagen werden. Zudem empfahl jüngst der Finanzausschuss des Samtgemeinderats weitere 66 000 Euro für die Aufrüstung des Pumpwerks Wiesenweg in den Haushalt 2018 einzustellen. Damit türmt sich die Summe für Leitungsbau und Pumpwerk auf 576 000 Euro auf.

Auch die Kosten für die Einleitung des Abwasser in die städtische Kläranlage sind erheblich gestiegen, zudem hat Gellersen weitere 210 000 Euro für die allgemeine Unterhaltung des Kanalnetzes veranschlagt. Doch noch könnten laut Kämmerer Dietmar Meyer die Kostensteigerungen im Bereich der Abwasserbeseitigung mit Gebührenüberschüssen der Vorjahre (rund 154 000 Euro) abgefangen werden. Andernfalls läge ein kostendeckender Preis für die Abwasserbeseitigung für die Gellerser Gebührenzahler bei 2,09 Euro pro Kubikmeter.

Es wird angestrebt, den Satz von 1,83 Euro auch im nächsten Jahr beizubehalten. Für 2018 rechnet die Samtgemeinde mit rund 1,1 Millionen Euro Aufwendungen für die Abwasserbeseitigung. Die pognostizierte Abwassermenge beläuft sich auf rund 525 000 Kubikmeter.

Von Dennis Thomas