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Dort, wo jetzt noch ein seit Jahren nicht mehr in Betrieb befindlicher Kletterparcours zu sehen ist, soll das „Castanea Forum“ mit Platz für 400 Tagungsteilnehmer entstehen.

Grünes Licht für umstrittene Bauprojekte

Adendorf. Ein neues Wohngebiet und ein Tagungszentrum für rund 400 Personen werden den Norden der Gemeinde Adendorf in absehbarer Zeit verändern. In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats im Rathaus stimmten die Abgeordneten mehrheitlich zwei Satzungsbeschlüssen zu: für den Bebauungsplan Nr. 41 „Nördlich Rehkuhle“ und den Bebauungsplan Nr. 42 „Castanea Forum“.

Noch vom Landkreis Lüneburg genehmigt werden muss die vom Adendorfer Rat bereits im November beschlossene 13. Änderung des Flächennutzungsplans, die die beiden Bereiche gemeinsam umfasst.

Thema in den Adendorfer Gremien ist das künftige Wohngebiet „Nördlich Rehkuhle“, gelegen nördlich der Straße Bei den Eichen, zwischen Moorchaussee und Golfplatz, seit drei Jahren. Anfangs wurde es besonders von Anwohnern vehement abgelehnt, sie sahen die Lebensqualität in ihrem Wohngebiet gefährdet, sammelten Unterschriften gegen das Vorhaben, es gab eine Bürgerversammlung.

Seit 13 Jahren sei er Ratsmitglied, hatte Rainer Dittmers (SPD) in einer Sitzung des Planungsausschusses im Herbst 2014 erklärt. Er habe seitdem an der Aufstellung vieler Bebauungspläne mitgearbeitet, „aber so hoch wie jetzt sind die Wogen noch nie geschlagen“. Seitdem hat es zahlreiche Änderungen der ursprünglichen Planungen gegeben, so dass der Bebauungsplan jetzt eine deutliche Mehrheit im Rat fand.

,,Verdichtung der Bebauung im Ortsinneren“

Vom Rat beschlossen wurde, in dem Gebiet etwa 18 Baugrundstücke mit Flächen von bis zu 1900 Quadratmetern zuzulassen. Gunther von Mirbach, Vorsitzender der Gruppe CDU/FDP, bilanzierte: „Das war eine schwere Geburt. Jetzt ist das eine runde Geschichte.“ SPD und Gruppe CDU/FDP stimmten komplett für den Bebauungsplan Nr. 41.

Die Grünen, Gruppenpartner der SPD, sowie Aktive Bürger für Adendorf und Erbstorf (ABAE) und Linke lehnten die Planungen dagegen ab. Bärbel Sasse (Grüne) hatte schon vor drei Jahren darauf hingewiesen, dass sie in den Planungen einen Widerspruch sehe: Man habe im Rat über eine ,,Verdichtung der Bebauung im Ortsinneren“ gesprochen. Mit den neuen Plänen gehe es aber wieder „in den Außenbereich“ – sie sah sich jetzt bestätigt.

Das gleiche Abstimmungsergebnis wie beim Baugebiet „Nördlich Rehkuhle“, also sieben Nein-Stimmen, gab es für den Bebauungsplan Nr. 42 „Castanea Forum“. Sasse: „Wir konnten uns von Anfang an nicht dafür begeistern. Wir wollen in diesem Gebiet nicht noch mehr Verkehr.“ Dem stimmte auch Hans-Dieter Wilhus (ABAE) zu: „Das Verkehrskonzept ist nicht gelungen.“ Für das Tagungszentrum mit rund 400 Plätzen in unmittelbarer Nähe des Hotels Castanea Resort sprachen sich SPD und CDU/FDP aus.
Von Ingo Petersen

Bio-Essen für die Kindertagesstätten

Linker findet keine Mehrheit

Im Ausschuss für Jugend, Senioren und Soziales und im Verwaltungsausschuss war Markus Graff (Linke) bereits abgeblitzt – keine Chance hatte sein Antrag, künftig in den „gemeindlichen Kindertagesstätten“ zusätzlich „rein biologisches Essen“ anzubieten, auch im Gemeinderat. Nur Graff stimmte dafür, der restliche Rat geschlossen dagegen.

Die Verwaltung wies auf die Zufriedenheit bei Kindern und Eltern in Bezug auf das bisher gelieferte Essen hin, auf Probleme, die im Falle einer Umstellung auf die bisherigen Caterer und die Einrichtungen zukommen. Graff wies auf das seiner Ansicht nach „häufige Vorkommen“ von Schadstoffen in konventionellem Essen hin – erfolgslos.