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Schöner Rad fahren

Lüneburg. Immer wieder muss sich die Stadt Klagen über schlechte Radwege anhören, werden neue und bessere Routen und ein zukunftsweisendes Radverkehrskonzept ge fordert. Jetzt liefert sie. Zwar noch nicht das Radverkehrskonzept, dafür aber Vorschläge zur Verbesserung vorhandener Radwege im kommenden Jahr. Mehr als eine Million Euro sollen dafür fließen, kündigte die Stadt im Verkehrsausschuss an. Bei den Mitgliedern stieß das angekündigte Programm auf Zustimmung, aber auch auf Fragen.

„Für mich ist es schwer, hier etwas zu beschließen, ohne das angekündigte Radverkehrskonzept zu kennen“, verdeutlichte Claudia Schmidt (Grüne). Sie zeigte sich irritiert, weshalb die Stadt einen stattlichen Betrag in die Verbesserung der Radwege investieren will, ohne darzulegen, ob dies auch mit der seit langem erwarteten Neuauflage des Radwegekonzepts harmonisiert. „Geht es wenigstens in die Richtung, wie wir uns in den nächsten Jahren beim Radverkehr aufstellen wollen?“, fragte Schmidt vorsichtig beim Verkehrsdezernenten Markus Moßmann an.

Das Gesamtkonzept liegt noch nicht vor

„Wir werden das Konzept noch vor Weihnachten im Arbeitskreis besprechen und dem Ausschuss im Frühjahr vorstellen“, entgegnete der. Sollte dann der Wunsch bestehen, weitere Vorschläge wie die des Lüneburger Radverkehrsexperten Peter Pez mit aufzunehmen, werde das Konzept gegebenenfalls angepasst. „Das Geld nur für seine Ideen auszugeben, entspricht nicht unseren Vorstellungen.“ Warum die Stadt dem noch ausstehenden Radverkehrskonzept nun vorgreift, erklärte Moßmann so: „Es ist nicht sinnvoll, bis Ende 2018 nichts zu tun“.

Wie die Vorstellungen der Stadt aussehen, machte Michael Thöring, Leiter ÖPNV und Verkehr, deutlich. Danach sollen rund 1,1 Millionen Euro in die Pflasterung, Befestigung, Beleuchtung oder auch den Neubau von Radwegen fließen.

▶ Größter Posten ist dabei mit 452.000 Euro der Neubau des Geh- und Radweges auf der Westseite der Uelzener Straße zwischen der Salü-Ausfahrt und dem OHE-Bahnübergang.

▶ 245.000 Euro sollen in die Verbreiterung des Brockwinkler Wegs um zwei Meter fließen. Hier will die Stadt auf beiden Seiten des Wegs einen Schutzstreifen, also eine Fahrspur für Radfahrer anlegen. Aus dem Ausschuss kam der Hinweis, statt einer Verbreiterung über eine Verengung nachzudenken, dies würde eher zur Beruhigung des Straßenverkehrs beitragen.

▶ Mit 88.000 Euro soll der Geh- und Radweg beiderseits des Ochtmisser Kirchsteigs zwischen Schomakerstraße und Christianiweg erneuert werden – zusammen mit dem Umbau der Bushaltestellen an der Witzendorffstraße.

▶ Die weitere Befestigung der Schnellenberger Allee schlägt mit 75.000 Euro zu Buche.

▶ Die Beleuchtung des Geh- und Radwegs am Lösegraben kostet 50.000 Euro.

▶ Die Befestigung des Geh- und Radwegs zwischen der KVG-Zufahrt und der Helene-Lange-Straße soll 38.000 Euro kosten.

▶ Die Pflasterung des Gehwegs Am Domänenhof mit Freigabe für Radfahrer ist mit 32.000 Euro einkalkuliert.

▶ Die Pflasterung des Geh- und Radwegs zwischen dem Freibad und der Wilhelm-Leuschner-Straße steht mit 45.000 Euro auf dem Plan.

▶ Die Befestigung des Verbindungswegs von der Elso-Klöver-Straße zur Panzerstraße wird für 10.000 Euro „als Beginn des künftigen Radwegs an der L221“ (Thöring) angelegt.

Insgesamt hofft die Stadt auf mindestens 365.000 Euro

Ob die Maßnahmen wie geplant kommen, hänge neben der Zustimmung durch den Rat auch von Fördermitteln ab, die noch zu beantragen seien, machte Moßmann deutlich. Insgesamt hofft die Stadt auf mindestens 365.000 Euro. Weitere 4500 Euro will sie für das Aufstellen von zwei zusätzlichen „Smiley“-Geschwindigkeitsanzeigen im Bereich der Senkungen am Ochtmisser Kirchsteig in die Hand nehmen. Dass dort bereits zwei stehen, wie Frank Soldan (FDP) bemerkte, sei der Stadt bewusst, stellte Moßmann klar. „Den Geräten ist aber ein gewisser Effekt nicht abzusprechen.“
Von Ulf Stüwe

Geh- und Radwege in Lüneburg

Hier wird verbessert

1. Uelzener Straße
2. Brockwinkler Weg
3. Ochtmisser Kirchsteig
4. Schnellenberger Allee
5. Lösegraben
6. KVG-Zufahrt/Helene-Lange-Straße
7. Am Domänenhof
8. Freibad/Wilhelm-Leuschner-Straße
9. Elso-Köver-Straße/Panzerstraße