Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Weiter auf der Abrissliste der Kommune steht das sogenannte Bruns-Haus. Der Platz wird für ein neues Mehrzweckgebäude inklusive Außenanlage benötigt – vielleicht. Foto: t&w
Weiter auf der Abrissliste der Kommune steht das sogenannte Bruns-Haus. Der Platz wird für ein neues Mehrzweckgebäude inklusive Außenanlage benötigt – vielleicht. Foto: t&w

Erneuter Anlauf für Mensa-Bau

Bardowick. Es wird eine Nummer größer: Der Flecken Bardowick unternimmt einen neuen Anlauf, einen Mensa-Bau am Bardowicker Schulzentrum zu realisieren. Diesmal allerdings als ein Element eines Familien-, Integrations- und Vereinszentrums, das mit rund 1200 Quadratmetern Nutzfläche in zwei Geschossen im Ortskern entstehen könnte. Die Kostenschätzung für den Bau liegt bei rund 2,5 Millionen Euro. Als Standort hat die Gemeindeverwaltung den rückwärtigen Bereich des Bardowicker Schulzentrums zur Großen Straße hin ins Auge gefasst, dort wo erst 2012 ein neuer Parkplatz entstanden ist. Für die Außenanlage des Multifunktionsgebäudes müsste dann auch ein altes Wohnhaus, das sogenannte Bruns-Haus, weichen. Kommende Woche wird sich der Bardowicker Fleckenrat damit befassen.

Es gehe zunächst darum, einen Grundsatzbeschluss zu fassen, macht Arndt Conrad, stellvertretender Gemeindedirektor des Fleckens Bardowick, auf LZ-Nachfrage deutlich. Conrad sagt: „Wir wollen erstmal die Förderrahmenbedingungen klären. Doch für einen Antrag brauchen wir einen politischen Beschluss, dass wir die Maßnahme auch wollen.“ Daran will Bardowicks Erster Rathmann Gerhard Maack (SPD) keinen Zweifel aufkommen lassen. Er erklärt für die Mehrheitsgruppe SPD/Grüne/WfB: „Wir wollen diese Mensa. Und das als Mehrzweckgebäude, an dem sowohl Verwaltung als auch die Bürger, Alt wie Jung, partizipieren.“ Das sieht CDU-Fraktionschef Herman Soltau ähnlich. Aber: „Es muss Leben rein und nicht nur Licht im Haus brennen.“ Und: „Zuerst müssen die Finanzierung und die Folgekosten geklärt sein.“

Damit die Gemeinde das Projekt überhaupt schultern kann, sind erhebliche Zuschüsse und Fördermittel notwendig. Laut Conrad hofft die Kommune unter anderem auf rund 300.000 Euro aus der Kreisschulbaukasse. Zumal der Landkreis Lüneburg als Träger der Bardowicker Oberschule ebenfalls einen Vorteil von der Mensa haben könnte. Kreissprecherin Katrin Holzmann sagt zu einem möglichen Zuschuss: „Das entscheiden wir auf Grundlage der genauen Pläne, die wir noch von der Kommune erwarten.“

Samtgemeinde braucht eine Mensa

Weitere 200.000 Euro erhofft man sich in Bardowick aus der Städtebauförderung sowie mehr als eine Million Euro aus dem Investitionspakt „Soziale Integration“ des Bundes. Der Restbetrag müsse ebenfalls gegenfinanziert werden, beispielsweise über Mieteinnahmen, die die Samtgemeinde Bardowick als Träger der Grundschule für die Mensanutzung an die Gemeinde zahlen könnte. Denn vor allem die Samtgemeinde braucht eine Mensa, wenn sie denn einen künftigen Ganztagsschulbetrieb in Bardowick ermöglichen will. Dafür reichten nämlich die Kapazitäten des BaJuCa (Bardowicker Jugendcafé) nicht mehr aus.

Im Frühjahr hatte bereits eine ähnliche Idee zur Diskussion gestanden ein Mehrzweckgebäude zu errichten, das auch für kulturelle Veranstaltungen Platz böte. Aus der CDU-Fraktion hatte es aber Kritik gegeben, denn Treffpunkte gäbe es in Bardowick bereits ausreichend: Vom Gasthaus Zum Anker über das Forsthaus, TSV-Heim bis hin zu BaJuCa, Gildehaus oder Kulturforum. Dazu sagt Conrad: „Unser Gebäude wird eine andere Zielrichtung haben.“ Im Obergeschoss soll eine soziale Beratungsstelle eingerichtet werden, die sich um Belange kümmert von der Erziehungsberatung über die Jugendarbeit bis hin zur Flüchtlingsbetreuung. Zudem sollen Räume für einen „freien Treffpunkt“ entstehen für Senioren, die Erwachsenenbildung, Ferienbetreuung, Integrationsangebote oder Mutter- und Kind-Treffen.

Und im Erdgeschoss wäre Platz für die Mensa, die aber nicht ausschließlich für schulische Zwecke genutzt werden soll. Laut Conrad könnte dort auch eine kleine Bühne für Laienspielgruppen und Vorträge entstehen.

Von Dennis Thomas