Aktuell
Home | Lokales | Dahlenburg | Fördergeld für neue Haustür
Von außen ist das alte Rathaus bereits schick gemacht. Jetzt geht es im Inneren weiter. Foto: phs

Fördergeld für neue Haustür

Dahlenburg. Wer ein altes Haus saniert, der weiß: So ein Projekt kostet Zeit, Nerven und vor allem Geld. Hausbesitzer Hermann Kraake kommt der Scheck über 15.00 0 Euro daher gerade recht. Schließlich saniert der Ellringer nicht irgendeine Immobilie, sondern das ehemalige Rathaus in Dahlenburg. Ein denkmalgeschütztes, mehr als 300 Jahre altes Fachwerkgebäude in exponierter Lage. Direkt am Marktplatz und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche gelegen.

Den symbolischen Scheck übereichte jetzt Dr. Paul Georg Lankisch, Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), gemeinsam mit Tomas Köpping von Lotto Niedersachsen. Das ehemalige Dahlenburger Rathaus gehört zu den über 370 Objekten, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mitteln der Glücksspirale allein in Niedersachsen fördert.

15.000 Euro für die Innenrestaurierung des Fachwerkhauses

Die 15.000 Euro sind für die Innenrestaurierung des Fachwerkhauses gedacht. Unter anderem will Kraake mit diesem Geld die reich verzierte, aber inzwischen doch arg ramponierte und kaputte Haustür ersetzen und im obereren Stockwerk weitere Balken sanieren.

Seit Sommer des vergangenen Jahres sind die Arbeiten in vollem Gange: Im ersten Bauabschnitt wurde bereits die Fassade zur Straßenseite und zum Marktplatz saniert. Konkret bedeutete das den Austausch von maroden Fachwerkhölzern – von Schwellen, Stielen und Rahmen. Gefache wurden neu ausgemauert, das Dach wurde neu eingedeckt, der alte, durch jahrelangen Wassereintritt marode Giebel durch einen neuen ersetzt. Außerdem wurde der Fassadenanstrich erneuert. Doch war das nur der Anfang. Jetzt sind die Res­taurierung der alten Haustür, die Erneuerung der Treppenanlage und der Hofmauer geplant.

Tomas Köpping (l.) und Prof. Dr. Paul Georg Lankisch (r.) überreichen Hermann Kraake einen Scheck der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 15.000 Euro. Foto: kre
Tomas Köpping (l.) und Prof. Dr. Paul Georg Lankisch (r.) überreichen Hermann Kraake einen Scheck der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Höhe von 15.000 Euro. Foto: kre

Im Haus selbst befinden sich fünf Wohnungen. „Heizung, Elektrik und Bäder stammen aus den 1990er-Jahren und sind soweit noch in Ordnung“, sagt Kraake.

„Errichtet wurde das Gebäude vermutlich zwischen 1670 und 1720“, berichtet Bauherr Kraake, genauer lasse sich das Datum nicht eingrenzen, „denn im Bauaktenarchiv des Landkreises wurden keine alten Akten oder Baupläne gefunden“, ergänzte Uta Kraake, Schwester des Bauherren und Architektin, die die Bauleitung innehat, bei einem ersten Pressetermin vor gut einem Jahr.

Als gesichert aber gilt, dass das alte Fachwerkgebäude das zweitälteste Gebäude in Dahlenburg ist. Das halbunterkellerte Fachwerkhaus besitzt zwei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss auf einem 14 mal 14 Meter großen Grundriss. Kellerwände und Fundamente des mit einem Krüppelwalmdach versehenen Hauses bestehen aus Feldsteinen: „Das Gebäude ist in seiner Gestaltung und Größe ortsbildprägend für Dahlenburg“, heißt es in der Pressemitteilung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Bis 1783 als Rathaus genutzt

Belegt ist, dass das Haus bis 1783 als Rathaus genutzt wurde. Danach wechselten die Eigentümer, unter anderem befand sich im Erdgeschoss auch ein Kaufhaus. 1896 startete die neu gegründete Spar- und Darlehenskasse in der Immobilie, die von 1900 bis 1940 den Kaufmannsfamilien Rudolf und Ludwig Kamin gehörte.

Ab 1940 bis 1974 war das Fachwerkgebäude wieder Rathaus, danach Arbeitsamt und Arzthaus der Familie von Dietz. Nach dem Umzug der Verwaltung in das neue Rathaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den 1970er-Jahren wurde das freiwerdende Gebäude zunächst als Asylbewerberheim, dann als Mietshaus mit fünf Wohnungen genutzt.

Unterirdischer Gang führte einst zur Kirche

Von 1978 an gehörte das Gebäude der Familie Hoyer aus Dahlenburg, die es jetzt an Hermann Kraake aus Ellringen verkauft hat. Und der ist nun mit großem Engagement dabei, aus dem in die Jahre gekommenen Gebäude wieder ein echtes Schmuckstück im Dahlenburger Ortskern zu machen. Dabei, so hofft der Hausherr, lässt sich dann auch so manches Geheimnis lüften – wie das des unterirdischen Ganges, der einst zur Kirche führte, nun aber zugemauert ist. „Mal schauen, ob man mit einem kleinen Durchbruch und mit Hilfe einer Sonde erkennen kann, was sich im Gang hinter der Mauer befindet“, sagt Kraake schmunzelnd.

Von Klaus Reschke