Mittwoch , 26. September 2018
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Mit im Bushalteprogramm der Stadt ist die Haltestelle Am Graalwall. Sie soll barrierefrei und verlängert werden und ein Wartehäuschen erhalten. Foto: phs
Mit im Bushalteprogramm der Stadt ist die Haltestelle Am Graalwall. Sie soll barrierefrei und verlängert werden und ein Wartehäuschen erhalten. Foto: phs

Leichter in den Bus kommen

Lüneburg. Die Stadt muss sich sputen, will sie die Vorgaben des Bundes fristgerecht erfüllen. Bis Mitte 2021 müssen Bushaltestellen in den Kommunen barrierefrei sein, so will es das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen. Einiges hat die Stadt bereits auf den Weg gebracht, jetzt stellte sie im Verkehrsausschuss vor, welche Haltestellen im kommenden Jahr an der Reihe sind.

340.000 Euro will die Stadt 2018 für die Umgestaltung von neun Bushaltestellen in die Hand nehmen, machte Michael Thöring, Leiter ÖPNV und Verkehr, im Ausschuss deutlich. Der mit 150.000 Euro größte Anteil entfällt auf die Haltestelle Am Graalwall. Hier ist neben dem barrierefreien Ausbau die Verlängerung der Haltestelle vorgesehen. „Die Einbuchtung dort ist für die meisten Busse inzwischen zu klein, so dass sie nicht mehr nah genug an den Bordstein he­ranfahren können“, erläuterte Thöring die Maßnahme. Auch eine Wartehalle ist eingeplant.

Hinzu kommt, dass auch die Fahrspur Richtung Am Spring­intgut verbreitert werden soll. Der Umbau soll im Zuge der geplanten Fahrbahn- und Radweg­erneuerung der Bastionstraße vollzogen werden und im dritten Quartal 2018 beginnen.

Die weiteren Ausbau-Pläne:

▶ Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Theodor-Heuss-Straße stadteinwärts einschließlich Rückbau der verschwenkten Radverkehrsführung über die Einmündung Schützenstraße hinweg (33.000 Euro).

▶ Verlängerung und barrierefreier Ausbau der Haltestelle Johanna-Stegen-Straße (32.000 Euro).

▶ Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Markt im Zusammenhang mit der Gehwegverbreiterung Bardowicker Straße (32.000 Euro).

▶ Verlegung und barrierefreier Ausbau der Haltestelle Postamt stadteinwärts einschließlich Bau einer Querungshilfe in Höhe St.-Ursula-Weg (28.000 Euro).

▶ Barrierefreier Ausbau der Haltestellen Witzendorffstraße stadteinwärts und stadtauswärts (27.000 Euro).

▶ Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Jüttkenmoor stadtauswärts zur Aufnahme von Gelenkbussen einschließlich Schaffung einer Querungsmöglichkeit Richtung Am Jägerteich (21.000 Euro).

▶ Barrierefreier Ausbau der Haltestelle Städtisches Klinikum stadtauswärts einschließlich Rückbau des ehemaligen Radwegs (17.000 Euro).

Der Ausbau der Haltestelle Markt soll gemeinsam mit der Gehwegverbreiterung an der Bardowicker Straße vorgenommen werden, wie Uta Hesebeck, Fachbereichsleiterin Straßen- und Grünplanung, erläuterte. Dies sei in zwei Abschnitten 2018 und 2019 geplant – Kosten: 620.000 Euro. „Dann soll auch das Parken in der dritten Reihe ein Ende haben“, hofft Uta Hese­beck, die zugleich Heiko Meyer (SPD) mit der Ankündigung beruhigte: „Es werden dadurch keine legalen Parkplätze entfallen.“

Insgesamt 340 Haltestellen müssen umgebaut werden

Die ehrgeizigen Vorgaben des Bundes – ursprünglich sollte der bundesweite Umbau zu barrierefreien Haltestellen bis 2022 erfolgen, jetzt wurde als neues Ziel Mitte 2021 genannt, dann sollten die Kommunen aufführen, bis wann die noch verbleibenden Haltestellen umgerüstet sind – wird die Stadt aber wohl auch nicht fristgerecht erreichen, wie Thöring erklärt: „Die Vorgaben sehe ich kritisch, dazu hätten die Kommunen eine höhere finanzielle Ausstattung gebraucht.“ Durchschnittlich 25.000 Euro koste die Umrüstung pro Haltestelle, der Neubau wie jetzt am Graalwall etwa 75.000 Euro.

Bis wann die Stadt ihre insgesamt 340 Haltestellen auf Barrierefreiheit umgestellt haben wird, ließ Michael Thöring offen. „Wir schaffen pro Jahr etwa sechs bis acht Umbauten, bislang haben wir etwa 20 Prozent geschafft.“

Von Ulf Stüwe