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Jetzt sind sie wieder in Lüneburg, für das ZDF waren Kate Kitchenham und Hund Knox in England unterwegs, um die Tierliebe der Briten zu erkunden. Foto: phs

Warum die Briten so tierlieb sind

Lüneburg. „Das war der schönste Job, den ich je fürs Fernsehen gemacht habe.“ Kate Kitchenhams Augen leuchten eigentlich immer, aber wenn sie von ihrem jüngsten Projekt erzählt, strahlen sie ganz besonders. Dabei sind schon ein paar Monate vergangen, seit sich die Lüneburger Hunde-Expertin auf Entdeckungsreise begeben hat. In England gingen sie und ihr Terrier-Mischling Knox der Frage nach, wie die Briten in Sachen Tierliebe ticken. Das Ergebnis wird am ersten Weihnachtstag am Nachmittag im ZDF zu sehen sein.

Drei Wochen waren Kate Kitchenham und Knox im August unterwegs, die Reise führte sie nach Südengland und Wales, beides Orte, die für ihre idyllischen Landschaften, traumhaften Küstenabschnitte und liebevollen Ortschaften bekannt sind – und für ihre gelegentlich eigenwilligen und etwas spleenigen Bewohner. „Wir wollten herausfinden, ob die Beziehung der Briten zu ihren Tieren anders oder spezieller ist als bei uns“, sagt Kate Kitchenham, deren Vater aus einem kleinen Ort in Kent stammt.

Begegnung mit dem Hundetrainer der englischen Königin

In Wales traf sie auf Spud, „einen klugen, aber harten Hund“. Der Border Collie ist einer von mehreren Hütehunden einer 80-jährigen Schäferin, die seit ewigen Zeiten ihre Schafe und Ziegen über die saftigen Weiden des westlichen Landstrichs ziehen lässt. Mit ihm sollte sie lernen, Ziegen zu hüten, doch so richtig gelang es ihr nicht: „Er hat es besser gemacht als ich und mich einfach ignoriert, wenn ich totalen Blödsinn geredet habe“, sagt Kate Kitchenham lachend.

Spannend sei für sie die Begegnung mit dem Hundetrainer der englischen Königin gewesen. Von ihm wollte sie wissen: „Wie ist es, der Queen Ratschläge zu geben?“ Den Blick richtete die Lüneburgerin aber nicht nur auf die Beziehung Mensch-Hund, viele Briten seien auch vernarrte Vogelfreunde. „Es ist faszinierend zu sehen, wie das Interesse an den Tieren durch die ganze Gesellschaft geht und jeden Jahrgang umfasst.“ Oft stünden Groß und Klein stundenlang zusammen, beobachteten Vögel und bildeten eine innige Gemeinschaft.

Überhaupt habe sie festgestellt, dass der Umgang der Inselbewohner mit ihren Tieren „deutlich entspannter ist als bei uns“. Sie führt es auf die langen Traditionen der Engländer zurück, „vielleicht auch darauf, dass sie im Gegensatz zu uns ihre Traditionen behalten und pflegen dürfen“. Das gebe ihnen auch die Stärke, über sich selbst lachen zu können, etwas, worum manch Deutscher sie vielleicht beneidet. „Die haben etwas, was uns total fehlt“, hat Kitchenham festgestellt, und das wirke sich auch auf ihre Tiere aus: „Auch die sind deutlich entspannter.“

Kate Kitchenham versteigert ihr Fahrrad für einen guten Zweck

Welchen Stellenwert die Tiere für die Briten haben, zeige sich auch an „Larry“. Er ist „Chief Mouser of the Cabinet House“ in der Downing Street Nr. 10. Was es damit auf sich hat, mag die Lüneburgerin noch nicht verraten, „das ist am ersten Weihnachtstag zu sehen“. Ihre Erfahrungen und Erkenntnisse sind in der Sendung „Tierisch britisch!“ zu sehen, die am 25. Dezember um 13.35 Uhr ausgestrahlt wird.

Zuvor können Tierfreunde noch etwas Gutes tun: Kate Kitchenham versteigert vom 18. bis 20. Dezember ihr Fahrrad, mit dem sie in England unterwegs gewesen ist. „Der Erlös soll dem Lüneburger Tierheim zugute kommen.“ Die Versteigerung findet auf der Facebookseite von Kate Kitchenham statt.

Von Ulf Stüwe