Dienstag , 18. September 2018
Aktuell
Home | Lokales | Neuer Anlauf für mehr Sicherheit am Bahnhof
Bislang hatten Fahrraddiebe bei dem frei zugänglichen radspeicher leichtes Spiel. Das will die Stadt jetzt ändern. (Foto: be)

Neuer Anlauf für mehr Sicherheit am Bahnhof

Lüneburg. Beim ersten Anlauf im März klappte es nicht, 290 000 Euro waren der Jamaika-Gruppe und den Linken zu viel Geld für ein elektronisches Zugangssystem, das den Radspeicher am Bahnhof sicherer machen sollte. Nun versucht die Stadt es erneut, dieses Mal soll es sogar noch teurer werden: 384 000 Euro und damit knapp 100 000 Euro mehr als beim ersten Aufschlag.

290 000 Euro sollen für ein Schrankensystem mit Kassenautomat sowie für eine bessere Absicherung des Fahrradparkhauses mit Gittern ausgegeben werden, wie es bereits im März geplant war. Hintergrund sind die anhaltenden Diebstähle, laut Polizei gehört der Bahnhof neben der Uni zu den Schwerpunkten des Fahrradklaus in Lüneburg. Um Langfingern das Geschäft zu erschweren, sollen die bislang offenen Zugänge zum kostenpflichtigen Parkhaus durch Drehkreuze und die Gebäudeöffnungen durch Gitter gesichert werden. Zusätzlich zur ursprünglichen Planung sollen die beiden Etagen des Radspeichers künftig direkt an Gleis 1 angebunden werden, was weitere Drehkreuze und zusätzliche Vergitterungen zur Folge hat – ein Aufwand, den die Stadt mit 60 000 Euro beziffert. Nochmals 34 000 Euro sollen für die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes investiert werden.

Kein Zugangssystem vor 2019

Ob die Stadt mit ihren Plänen bei der Festlegung des Haushalts 2018 im Rat am kommenden Donnerstag durchkommt, ist unklar. Die Jamaika-Gruppe und die Linken hatten schließlich im Frühjahr keine Notwendigkeit für die Umsetzung des Projekts gesehen und die Mittel lieber anderweitig ausgegeben. Die Stadt zeigt sich dennoch optimistisch. Denn anders als damals sieht sie jetzt Möglichkeiten, kräftig in den Fördertopf „Klimaschutz durch Radverkehr“ des Bundes langen zu können. Der unterstützt Kommunen bei Vorhaben wie diesem mit einer Förderquote von 70 bis 80 Prozent, sofern dessen „geforderte Modellhaftigkeit“ gewährleistet ist. Sowohl mit der Photovoltaikanlage als auch mit der Anbindung ans Bahngleis will die Stadt diese Modellhaftigkeit sicherstellen, „wir prüfen auch weitere Möglichkeiten“, erklärte Manfred Kop­lin. Er erläuterte jetzt im Verkehrsausschuss auch ausführlich die vertraglichen Regelungen zur gemeinsamen Bewirtschaftung von Radspeicher und angeschlossenem Ladengeschäft sowie die Einbindung und Abrechnung einer künftigen Photovoltaikanlage. Hierzu hatte die Fraktion der Grünen eine entsprechende Anfrage eingebracht.

Doch selbst bei Zustimmung dürfte die Realisierung des Zugangssystems noch etwas dauern, laut Stadt soll es nicht vor 2019 installiert werden. Dass die Mittel dennoch bereits jetzt in den Haushaltsplan eingestellt werden sollen, erklärt sie mit den Förderanträgen. Diese seien dann erfolgversprechend, wenn die Finanzierung des Vorhabens bereits haushaltsrechtlich abgesichert sei.

Von Ulf Stüwe

One comment

  1. Die geplante Verbarrikadierung des Parkhauses wird die Nutzung wesentlich unflexibler für die Kunden gestalten.
    (Z.b. Abholung / Nutzung des abgestellten Rades durch PartnerIn oder Nutzung des Fahrradparkhauses durch körperlich eingeschränkte Personen (Körperliche Behinderung bedeutet keineswegs auch eine Gleichgewichtsstörung, die Radfahren ausschließt!)
    Und selbstverständlich werden Diebstähle von hochwertigen Fahrrädern damit auch nicht absolut verhindert werden können.
    Diebe werden vor allem dann tätig, wenn sie sich unbeobachtet fühlen können.
    Daher wäre die Beschäftigung von einem oder mehreren speziellen Aufsichtspersonen, nennen wir sie meinetwegen „Parkwächter“, für die abgestellten Fahrräder und ein Aufenthaltsraum für dieselben wesentlich sinnvoller und hätte vor allem sehr viele weitere positive soziale Auswirkungen.