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Helmut Teuwsen auf einer seiner Weihnachtsbaum-Kulturen in Barskamp. (Foto: t&w)

Mieten oder selbst schlagen?

Barskamp. In Stadt und Landkreis sorgen Christbäume schon länger für Weihnachtsstimmung, auch in die heimischen Wohnzimmer finden sie jetzt wi eder Einzug. Es gibt sie in allen Größen und Sorten im Bau- oder Supermarkt, auf regionalen Tannenhöfen und in Kulturen. Auch im Internet kann man seinen Wunsch-Baum heute bestellen, bereits geschmückt oder nur zur Miete. Vertriebswege, die für regionale Weihnachtsbaum-Anbieter wie Helmut Teuwsen aus Barskamp und Wilfried Hartig aus Vastorf keine Option sind. Sie setzen lieber auf Tradition und Kundentreue.

Seit über 30 Jahren verkauft Teuwsen Christbäume, spezialisiert hat er sich auf die beliebteste Sorte der Deutschen, die Nordmanntanne. Zwar keine heimische Sorte, denn „die Saat kommt aus dem Kaukasus“, erklärt der 64-Jährige, „aber wir bauen noch selbst an – bereits in dritter Generation.“

Mietbäume werden wieder eingepflanzt

Rund viereinhalb Hektar bewirtschaftet er mit seinem Sohn Henning Teuwsen, „bis zu 8000 Bäume wachsen auf einem Hektar“, erzählt der Landwirt, während er lässig mit der Zigarre in der Hand durch eine seiner Kulturen am Rande von Barskamp läuft. Seine Bäume auch online anzubieten, das könnte er sich nicht vorstellen, sagt Teuwsen – „und Mietbäume schon gar nicht“.

Die Mietbäume, die mittlerweile in vielen Städten wie Hamburg, Berlin oder Mainz angeboten werden, werden samt Wurzeln im Topf nach Hause geliefert. Der Vorteil: Nach der Rückgabe können sie wieder eingepflanzt werden – anstatt nach einem kurzen Auftritt als Christbaum am Straßenrand zu enden. Laut Anbietern werden die Mietbäume, anders als Millionen anderer Bäume, nicht importiert. Ein Weihnachtsbaum aus dem Ausland oder Internet käme Helmut Teuwsen oder auch Wilfried Hartig aus Vastorf nicht in die Stube. Sie wollen beim regionalen Anbau und Vertrieb bleiben.

Sowohl im Online-Verkauf als auch in der Vermietung sieht Helmut Teuwsen einen immensen Aufwand. „Das sind ganz andere Dimensionen“, sagt er. Zu groß jedenfalls für einen traditionellen Familienbetrieb, wie er ihn führt. „Das schwierige ist, je älter der Baum wird, desto schwerer wächst er wieder an, wenn man ihn wieder einpflanzt“, erklärt er. „Mietbäume wären für uns eine furchtbare Arbeit, da die Nordmanntanne sehr tiefe Wurzeln hat. Man müsste sie jedes Jahr umtopfen – und diese großen Töpfe könnte irgendwann niemand mehr heben.“

Lieber „treue Kunden“ als anonymes Internetgeschäft

Auch Wilfried Hartig aus Vastorf baut selbst Bäume an und setzt auf Regionalität – vor allem auf die Ernte vor Ort: „Viele Familien kommen, um ihren Baum selbst zu schlagen. Vor allem für die Kinder ist es ein Erlebnis, mal im Weihnachtswald gewesen zu sein“, erzählt der 68-Jährige. Durch Verkaufs­events auf dem eigenen Hof möchte er zudem seine Kunden „in Weihnachtsstimmung bringen“. Einen Vorteil beim Regionalkauf sieht er auch in der Frische der Bäume, da diese keinen langen Transport hinter sich haben. „Die Bäume, die man derzeit im Supermarkt sieht, sehen doch meist sehr traurig aus“, findet Hartig.

Er und Helmut Teuwsen sind sich einig: Sie bleiben lieber bei ihrem „kleinen, bäuerlichen Weihnachtsbaumbetrieb“, den „alten Traditionen“ und vor allem bei ihren „treuen Kunden“, die sie – anders als im Internet – auch persönlich kennen.

Ein Fest für die Familie

Dieses Wochenende ist für Tannenhöfe in der Region das wichtigste in der Weihnachtsbaum-Saison. Um für die passende Weihnachtsstimmung zu sorgen, veranstalten viele jetzt einen Hofverkauf. Auf dem Hof von Helmut Teuwsen, Bei der Kirche 7 in Barskamp zum Beispiel, können sich Gäste heute und morgen, 17. Dezember, jeweils ab neun Uhr ihren Wunsch-Baum aussuchen und auch selbst schlagen – bei Kaffee, Waffeln, Glühwein und Bratwurst. Für die Kleinen gibt es zudem noch ein Kinderbäumchen gratis.

Auch Wilfried Hartig bietet heute und morgen auf seinem Hof am Sportplatz in Vastorf ab neun Uhr eine große Auswahl an Bäumen an, auch hier können Familien ihr Wunschexemplar selbst schlagen. Dazu gibt es Glühwein gratis, Bratwurst und Waffeln stehen zum Verkauf. Für Kinder gibt es ein Kinderkarussell.

Weitere Anbieter in der Region Lüneburg sind unter anderem Hof Kröger in Westergellersen, Spargelhof Böther mit Ständen in Hohnstorf, Melbeck, Bienenbüttel und Bad Bevensen, Tannenhof Cordes in Barendorf oder Blumenhof Müller in Oedeme.

Von Patricia Luft