Donnerstag , 20. September 2018
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Wer wirft hier den Rettungsring und geht vor Anker? Das ehemalige Kinderheim an der Altenbrückertorstraße. (Foto: t&w)

Neuer Interessent für ehemaliges Kinderheim

Lüneburg. Vielleicht klappt es im zweiten Anlauf: In der ersten Ratssitzung im nächsten Jahr könnte der Rat im grünes Licht geben für den Ver kauf des ehemaligen Kinderheims an der Altenbrückertorstraße. Im Rathaus bestätigt Pressesprecherin Suzanne Moenck LZ-Informationen, nach denen ein Bieter ein entsprechendes Angebot abgegeben habe. Wie berichtet, soll nicht nur die gebotene Kaufsumme entscheidend sein, sondern auch, was der Käufer in der Immobilie umsetzen will. Dazu macht die Stadt keine Angaben: „Das wäre Sache des möglichen Käufers.“

Jedenfalls wolle der Interessent die umfangreichen Bedingungen erfüllen. Dazu zählt neben Vorgaben des Denkmalschutzes und dem Erhalt des Gartens mit seiner Rotbuche auch die Sanierung der abgesackten Kaimauer an der Ilmenau, die Kosten allein für diese Arbeiten sind in einem vier Jahre alten Gutachten mit 381 000 Euro veranschlagt.

Stadt: „Das Denkmal wird durch die Nicht-Nutzung nicht besser“

Allerdings war die Stadt schon einmal so weit. Ein Lüneburger hatte die 1894 vom Fabrikanten Heyn errichtete Villa erwerben wollen, in der seit Ende des Zweiten Weltkrieges ein Kinderheim der Stadt untergebracht war. Der Investor hatte jedoch später zahlreiche Probleme entdeckt, die sich aus seiner Sicht nicht aus dem Exposé ergeben hatten.

Dabei ging es unter anderem um eine Zufahrt zum Garten, um dort Stellplätze zu schaffen. Der Weg gehört allerdings zu einem Grundstück an der Schießgrabenstraße. Dessen Besitzer fordert einen finanziellen Ausgleich, falls er ein Wegerecht einräumen solle. Aus Sicht des Investors hätte die Stadt unter anderem deshalb ihren Preis erheblich reduzieren sollen. Da­rauf ging man im Rathaus am Ende jedoch nicht ein – deshalb nun der erneute Aufruf des Ensembles. Nun soll es möglich sein, die Freitreppe schmaler zu gestalten, um so in den Garten steuern zu können.

Auch politisch wurde der Verkauf diskutiert, die Linke forderte, in das Gebäude sollten Menschen einziehen können, die sich keine hohen Mieten leisten können. Die Stadt steht trotzdem weiter zur Veräußerung, Suzanne Moenck: „Wir würden das Haus gern verkaufen – das Denkmal wird durch die Nicht-Nutzung nicht besser.“

Von Carlo Eggeling