Donnerstag , 20. September 2018
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Die Waldbühne auf dem Paaschberg könnte einem neuen Anbau der Grundschule Salzhausen weichen. (Foto: phs)

Waldbühne soll Platz machen für Grundschule

Von Patricia Luft
Salzhausen. Die Grundschule Salzhausen/Eyendorf platzt aus allen Nähten. Deshalb plant die Samtgemeinde einen Neubau. Entstehen soll er westli ch vom bereits bestehenden Schulgebäude am Paaschberg – das hat der Samtgemeinderat jetzt einstimmig in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Nachdem verschiedene Standorte in Betracht gezogen worden waren, sind sich die Ratsmitglieder nun einig: Der Paaschberg ist die beste Lösung, unter anderem wegen „der guten Lage und Erreichbarkeit mitten im Ort“. Schulausschussvorsitzende Christiane Oertzen (CDU) sprach aufgrund des Beschlusses von einem „historischen Tag“.
Es ist das finanziell größte Projekt der Samtgemeinde Salzhausen derzeit, geplant sind Investitionen von rund acht bis zehn Millionen Euro. 1650 Quadratmeter soll der Erweiterungsbau der Grundschule Salzhausen/Eyendorf groß werden – das steht bereits fest.
Wie genau er aber aussehen soll, „wird dann ein Architektenwettbewerb entscheiden, als Grundlage für eine mögliche Flächennutzungs- oder Bebauungsplan-Änderung“, erklärte Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Krause (parteilos) bei der Sitzung in Bleecken‘s Gasthaus in Toppenstedt. Einig waren sich die Ratsmitglieder aber schon jetzt darüber, dass der Neubau so dicht wie möglich am bereits bestehenden Schulgebäude gebaut werden soll. Das soll die Ausgleichskosten so gering wie möglich halten, denn für jeden gefällten Baum müssen entsprechende Ausgleichsmaßnahmen ausgeführt werden, erklärte Krause. Je mehr Wald also für den neuen Schulbau gerodet werden müsste, desto teurer wird es für die Samtgemeinde Salzhausen. Der geringe Abstand zwischen den beiden Gebäuden würde jedoch bedeuten, dass die Waldbühne, auch Kulturtrichter genannt, am Paaschberg weichen müsste.
Der Haken: Die Sanierung der Waldbühne im Jahr 2009 war mit rund 70 000 Euro von der EU gefördert worden. Diese Summe müsste die Gemeinde Salzhausen dann an die N-Bank zurückzahlen. Kosten, die die Samtgemeinde dann widerum übernehmen, und der Gemeinde Salzhausen erstatten müsste. Wie hoch die Kosten für die Ausgleichsmaßnahmen sein werden, sei derzeit noch nicht bekannt, erklärte Krause. Das müsste zunächst die Untere Naturschutzbehörde beurteilen, dafür ein artenschutzrechtliches Gutachten durchführen. „Vorher gibt es keine Zahlen“, machte Krause deutlich, „wir gehen aber davon aus, dass die Einsparungen bei den Ausgleichsmaßnahmen größer sind als die Rückerstattung der Fördergelder.“
Bereits in den 1960er-Jahren und 1999 hatte es aus Platzmangel Anbauten an die Salzhäuser Grundschule gegeben. Nun plant Salzhausen, den bereits bestehenden Mittelbau aus den 1960er-Jahren abzureißen, da eine Sanierung dieses Gebäudeteiles unwirtschaftlich ist. An dieser Stelle soll eine neue Mensa entstehen, wenn das Projekt Ganztagsschule umgesetzt wird. Der Altbestand von Anfang der 1950er-Jahre kann für eine Ganztagsbetreuung genutzt werden.
Ein weiterer Punkt auf dem Plan: Der Anbau von 1999 muss barrierefrei hergestellt werden. Wie, „dafür gibt es bisher nur erste Ideen. Grundlagen müssen erst noch ermittelt werden“, so Krause. Als nächstes stehen nun Bodenuntersuchungen und das artenschutzrechtliche Gutachten an. Der Beginn der Baumaßnahme ist geplant für 2020.