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Oskar Gröning war 2015 in Lüneburg zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Angetreten hat er die Strafe bislang nicht. (Foto: A/be)

„Der erste Hafttag könnte schon zu viel sein“

Lüneburg. Die zuständige Staatsanwaltschaft Hannover ist dabei, den Termin für den Haftantritt des ehemaligen SS-Mannes Oskar Gröning vorzubereiten. Sie geht dabei allerdings davon aus, dass sie das Ladungsschreiben nicht in dieser oder der nächsten Woche rausschickt. Der heute 96-Jährige selbst jedoch wehrt sich weiter gegen den Haftantritt, sein Hannoveraner Rechtsanwalt Hans Holtermann hat der LZ bestätigt, dass er jetzt Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt hat. Gröning war im Juli 2015 vom Landgericht Lüneburg wegen Beihilfe zum Mord in 300 000 Fällen im Konzentrationslager Auschwitz zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Holtermann hatte bereits versucht, beim Landgericht einen Haftaufschub zu gewähren. Als die Lüneburger Richter dies ablehnten, zog er mit einer sofortigen Beschwerde vor das Oberlandesgericht Celle, das diese Ende November zurückwies mit der Begründung: „Der Senat geht auf der Basis eingeholter Sachverständigengutachten davon aus, dass der Verurteilte trotz seines hohen Alters vollzugstauglich ist.“ Es verstoße auch nicht gegen Grundrechte des Verurteilten, ihn in den Strafvollzug aufzunehmen. Den besonderen Bedürfnissen Grönings aufgrund seines hohen Alters könne durch entsprechende Vorsorge im Vollzug Rechnung getragen werden.

Anwalt pocht auf Recht der Unversehrtheit

Grönings Verteidiger Hans Holtermann hält seinen Mandanten nicht für hafttauglich, er äußerte am Dienstag gegenüber der LZ: „Ich habe erhebliche medizinische Zweifel, dass er in der Haft keinen Schaden an seiner Gesundheit nehmen könnte.“ Zum Thema Grundrechte sagt der Strafverteidiger: „Jeder Bürger hat nach dem Grundgesetz das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Und für Oskar Gröning könnte der erste Hafttag schon zu viel sein.“

Die Verfassungsbeschwerde selbst hat übrigens keine aufschiebende Wirkung. Die Karlsruher Richter könnten allerdings eine einstweilige Anordnung erlassen, Gröning so den Haftantritt ersparen.

Von Rainer Schubert

26 Kommentare

  1. Wie stand es um die Hafttauglichkeit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit derjenigen, zu deren Ermordung Gröning in über 300.000 Fällen Beihilfe geleistet hat?

    • Hans Werner Brodersen

      Er hat Geld verwaltet und darüber nicht zu entscheiden gehabt.

      • Er hat die Habseligkeiten der vor seinen Augen aus den Viehwaggons in die Gaskammern Getrieben eingesammelt, katalogisiert und zu Geld gemacht UND er ist von einem ordentlichen Gericht in einem Rechtsstaat rechtskräftig wegen Beihilfe zum Massenmord verurteilt worden.

    • Das ist keine Antwort auf meine Frage, „Hans Werner Brodersen“. Warum weichen Sie aus?

    • Dann antworte ich Ihnen, direkt. Es war ein schreckliches Verbrechen, Herr Gröning wurde verurteilt. Richtig so.
      Aber wenn wir ihn ins Gefängnis schicken mit dem Wissen, dass es ihm das Leben kosten könnte, sind wir nicht besser.

      • Das ist auch keine Antwort auf meine Frage. Ich wiederhole diese gerne für Sie:

        Wie stand es um die Hafttauglichkeit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit derjenigen, zu deren Ermordung Gröning in über 300.000 Fällen Beihilfe geleistet hat?

        • Thomas Kruse
          andere zeit. es wurde nicht danach gefragt.

        • Hatte man die Rechtsprechung die heute gilt? Nein, man hatte eine Diktatur in der jeder, der sich auflehnte und Befehle verweigerte erschossen wurde.
          Das ist ein kleiner Unterschied , den man nicht sehen will.Wie war es bei Mao, Stalin oder Mussolini?

      • Keine Antworten auf meine Frage:

        Wie stand es um die Hafttauglichkeit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit derjenigen, zu deren Ermordung Gröning in über 300.000 Fällen Beihilfe geleistet hat?

        • Norbert Kasteinecke

          Diese Frage können Sie sich selbst beantworten – die Antwort haben Sie ja vorweg genommen.

          Was Sie wollen, ist Rache – nicht die Rechtsprechung nach unserem heutige Verständnis.
          Nachvollziehbar ist es, ist es auch richtig?

          Frohe Feiertage.

      • Hallo „Bundeskasper“ Kasteinecke, ich stelle eine einfache Frage.

        In der Art wie (auch von Ihnen) versucht wird, eine Antwort zu vermeiden und stattdessen dem Fragenden eine „hidden agenda“ zu unterstellen, werden Abgründe sichtbar.

        Meine Frage ist: Wie stand es um die Hafttauglichkeit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit derjenigen, zu deren Ermordung Gröning in über 300.000 Fällen Beihilfe geleistet hat? Wie stand es um deren Hafttauglichkeit und ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit? Und bedenken Sie bitte, dass eine gewaltige Zahl von ihnen unter fünf Jahre alt war. Wie stand es um deren Hafttauglichkeit und um ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit?

        • Thomas Kruse
          um ihnen mal kurz zu antworten. es war massenmord angesagt, es gab kein recht,nur das recht des stärkeren. ich nehme nicht an, dass sie heute darauf scharf sind, dieses wieder einzuführen? die dieses mit zu verantworten hatten ,wurden nach dem krieg bei uns kanzler, oder mp.

        • Hallo Herr Kruse,

          sie sind scheinbar der einzige der die Antwort auf Ihre Frage kennt und keiner hier wird die Ihnen passende Antwort vermutlich geben. Lassen Sie uns doch bitte nicht dumm und unwissend durch die Weihnachtstage taumeln und verraten uns was Sie hören wollen.

          Wenn Sie sich nicht dazu erbarmen können, wiederholen Sie die Frage bitte nicht immer wieder. Irgendwann (ich denke der Punkt ist bereits erreicht) wird es langweilig und Ihre Frage wird nicht mehr beachtet. Vielen Dank.

          • So ist es, Heidi. DIESE Frage wird nicht mehr beachtet. Genau darum geht es.

            Ist das nicht entsetzlich?

            Und niemand denkt über die (simple) Antwort nach, sondern nur darüber, welche gemeinen Absichten der Fragende wohl mit seiner einfachen Frage verfolgen könnte.

            Alle (und mit besonderer Erregung wieder Norbert Kateinecke und sein Schatten „A. H.“) wähnen, es solle dem greisen Täter „moralisch“ ans Leder gehen und beeilen sich, kranke Unterstellungen zu formulieren, um diese, die Ausgeburten ihrer eigenen (!) Phantasie, dann entrüstet zu bekämpfen, aber keiner (außer vielleicht Klaus Bruns) wagt etwas zu den mit umfassender bürokratischer Sorgfalt hingeschlachteten Opfern zu sagen.

            Warum beschäftigt euch das Ergehen eines Mannes, dem von einem ordentlichen Gericht in einem Rechtsstaat konkrete Handlungsweisen mit unmittelbarem Bezug zum organisierten Massenmord schon im Vorfeld nachgewiesen worden sind, mehr als die Frage, wie es beispielsweise um die Hafttauglichkeit von Tausenden von vierjährigen Kindern und um ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit stand, deren Eigentum dieser Mann an der Schwelle zum Schlachthaus einsammelte, katalogisierte und verkaufte?

            Hat nicht jeder, der sich hier zu Wort meldet und sich darüber aufregt, dass die Frage nach den Rechten der Opfer gestellt wird, sich auf eine Weise besudelt, die den Wunsch auslöst, sich auf der Stelle zu erbrechen?

        • Norbert Kasteinecke

          Sie scheinen sich in Ihrer Rolle zu gefallen und haben sich darin gut eingerichtet.
          Aber glauben Sie wirklich, dass es so einfach ist, es so einfach auf diese eine Frage zu reduzieren ist?
          Natürlich haben Sie Recht, ich habe es nicht bestritten.
          Nur, meine Antwort haben Sie nicht verstanden – oder wollten Sie nicht verstehen.
          Auch in der Überhöhung einer moralischen Haltung liegt Arroganz.

          Ein frohes Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen.

          • @ Norbert Kasteinecke

            „Aber glauben Sie wirklich, dass es so einfach ist, es so einfach auf diese eine Frage zu reduzieren ist?“

            „Es“, Herr Kasteinecke? Was meinen Sie mit „Es“?

            Sie haben „es nicht bestritten“? Was haben Sie nicht bestritten, als Sie „Es“ nicht bestritten?

            T. Kruses Frage „haben Sie nicht verstanden – oder wollten Sie nicht verstehen.“

            „Auch in der Überhöhung einer moralischen Haltung liegt Arroganz.“

            Sind Sie es nicht, Herr Kasteinecke, der sich diesen Satz hinter die Ohren schreiben sollte?

        • @Kruse

          „Meine Frage ist: Wie stand es um die Hafttauglichkeit und das Recht auf körperliche Unversehrtheit derjenigen, zu deren Ermordung Gröning in über 300.000 Fällen Beihilfe geleistet hat? Wie stand es um deren Hafttauglichkeit und ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit? Und bedenken Sie bitte, dass eine gewaltige Zahl von ihnen unter fünf Jahre alt war. Wie stand es um deren Hafttauglichkeit und um ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit?“
          Mal ganz davon abgesehen,daß die nicht das Thema des Artikels und der Diskussion ist, aber wieso fragen Sie dies Bundeskasper?
          Er war nicht dabei. Sie können nicht verlangen,daß eine Person, die nicht dabei war, wissen kann ,wie es um die Hafttauglichkeit aller Personen bestellt war.

          • @A. H.

            Zitat: „Sie können nicht verlangen,daß eine Person, die nicht dabei war, wissen kann ,wie es um die Hafttauglichkeit aller Personen bestellt war.“

            Doch, das kann Thomas Kruse sehr wohl verlangen!

            Wer hier loslabert, der sollte wissen, worein er sich mischt. Ich glaube, gerade darum ist es Kruse zu tun. Wer wissen will, der kann das alles ganz genau wissen. Und wer es nicht wissen will oder nicht weiß, der sollte besser seinen Mund halten.

  2. Mörder, Massenmörder oder an Mord bzw. Massenmord Beteiligte sollen wissen, dass sie nicht davonkommen – und wenn sie 196 Jahre alt würden. Das ist – mit – der Zweck solcher Urteile, die in einem Rechtsstaat von einem ordentlichen Gericht gefällt worden sind und daher weder „als recht fragwürdig einzustufen“ noch „eher sinnlos“ sind.

  3. @Gustv Furhop

    „Doch, das kann Thomas Kruse sehr wohl verlangen!“

    Das steht wo? In Ihrer Phantasie?

  4. Norbert Kasteinecke

    @Gustav Furhop

    Wenn Sie denn fertig sind mit dem Empörtsein, denken Sie noch einmal auf dem Satz „Auch in der Überhöhung einer moralischen Haltung liegt Arroganz.“ drauf rum.

    Ein wenig mehr Demut stände Ihnen gut zu Gesicht.
    >Wer hier loslabert, der sollte wissen, worein er sich mischt.<

    Guten Rutsch.

    • Demut, lieber Norbert Kasteinecke? Ist das ein Begriff im Vokabular von Leuten, die sich ohne jede Not öffentlich für den verurteilten Beihilfen von Massenmördern verwenden, sich aber eher die Zunge abbeißen würden, als diesen Massenmordgehilfen auch „Massenmordgehilfen“ zu nennen? (Übrigens liegt eine Beihilfe nach § 27 Abs. 1 StGB im Sinne des deutschen Strafrechts dann vor, wenn jemand (der Gehilfe) vorsätzlich einen Täter bei der Begehung einer Straftat unterstützt oder unterstützt hat.)

      Jedenfalls stünde ein wenig Demut sicher auch Ihnen gut zu Gesicht.

      Aber die Maske des hyperventilierenden Volksgeistdeuters, des gesalbten Rechthabers und nationalsozialen Gesinnungsethikers scheint bei Ihnen, der lachhafter Weise als „Bundeskasper“ jahrelang die ganze Republik aus Kommentarforen heraus erziehen wollte, inzwischen ja fest mit der Kopfhaut verwachsen zu sein.

      Passen Sie bitte auf, dass Sie beim Rutschen nicht auf Ihren achtzig Jahre alten Zeigestock treten!

  5. Norbert Kasteinecke

    q.e.d.

    • Hannelore Schuster

      Seh’n Sie, Norbert Kasteinecke, zuletzt lassen sogar Sie sich überzeugen. Man sagt ja immer, Einsicht sei der erste Schritt zur Besserung. Hoffen wir mal, daß Sie von Herr Kruse und Herrn Fuhrhop etwas Demut und Bescheidenheit gelernt haben, dieses in Zukunft auch beherzigen werden und nicht weiterhin ständig versuchen, die Tatsachen zu verdrehen. Lieber mal den Mund halten bzw. die Finger von der Tastatur lassen — und nicht immer das letzte Wort des aufgebrachten Rechthabers behaupten wollen! Nehmen Sie sich einfach ein Beispiel an Kruse und Furhop. Die schweigen und lassen Sie und Ihren kleinen Freund „Andreas“ sabbeln und zetern.

      • Norbert Kasteinecke

        Sehen Sie Hannelore Schuster, da haben wir wieder die unnachahmlichen Mitmenschen, die anderen das vorwerfen, was sie selbst praktizieren. Schneiden Sie sich bitte nicht an Ihrem messerscharfen Verstand wenn Sie mal wieder einen Kommentar schreiben.
        Ich glaube ja, dass Hannelore Schuster die kleine Freundin von Gustav Fuhrhop ist – aber lassen wir das.
        Fast alle geben sich Mühe wenigstens etwas zum Thema beizutragen, einige hingegen haben scheinbar großes Vergnügen daran Kommentatoren persönlich anzugreifen.
        Wie wenig Anreiz dazu notwendig ist, konnte ich hier recht gut darstellen.(q.e.d.)
        Warum die Redaktion diese Kommentare zulässt ist mir ein Rätsel.
        Jetzt lassen Sie mal die Schnappatmung sein und hören auf die Moralinstanz zu spielen.
        In dem Satz „Auch in der Überhöhung einer moralischen Haltung liegt Arroganz.“ sollten Sie sich auch wiederfinden.

        Trotz alledem wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr.

        • Sehr geehrter Herr Kasteinecke,

          ich bin nicht der Auffassung, daß Sie „hier irgendetwas recht gut darstellen (q.e.d.)“ konnten. Sie sind – und bleiben das wohl auch im Jahr 2018 – ein rechtslastiger Prediger von Nullachtfuchzehnweisheiten und dullen Vorurteilen, dem es vor allem darum geht, Unfrieden unter den Menschen zu stiften und Ängste zu schüren.

          DIESEN Ruf (und den, stets das letzte Wort haben zu müssen,) haben Sie sich in Jahren eifriger Kommentarschufterei redlich erarbeitet – den, zu richten, zu erhöhen und zu verwerfen wie der liebe Gott, leider immer noch nicht. Nicht einmal in den Kommentarspalten der Lüneburger Landeszeitung.