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Rückendeckung für Schulleiter, Eltern und Schüler

Lüneburg. Ein bisschen Ruhe und Frieden in die hochgeschwappte Debatte um Weihnachtsfeiern am städtischen Gymnasium Johanneum möchte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge bringen. „Ich glaube, wir sollten die offenbar von vielen Missverständnissen begleitete Diskussion jetzt mal beenden, und das nicht nur, weil das Weihnachtsfest und die Schulferien vor der Tür stehen. Selbst wenn hier zugegebenermaßen etwas unglücklich kommuniziert worden sein sollte, so kann es nicht sein, dass dem Schulleiter Bösartigkeit unterstellt wird oder das Thema für parteipolitische Zwecke ausgeschlachtet wird. Das hat Friedrich Suhr nicht verdient, den ich schon lange Jahre als einen der besten Schulleiter in Lüneburg kenne. Und das sollten wir vor allem auch den Kindern und Eltern an der Schule nicht zumuten.“

„Das war eine sehr schöne Feier, in guter Stimmung“

Oberbürgermeister Ulrich Mädge hatte die Weihnachtsfeier der Schule am Mittwoch genutzt, um allen Angehörigen des Johanneums und vor allem auch dem Schulleiter im Gespräch den Rücken zu stärken. „Das war eine sehr schöne Feier, in guter Stimmung. Vielen Dank hier auch an die zahlreichen Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrkräfte für ihr Engagement.“

Inhaltlich wolle Mädge sich nicht in die Belange der Schule und in die Diskussion einmischen. Wann und wie Weihnachtsfeiern stattfinden, sei Entscheidung der Schule in Absprache mit Eltern, Schülern und Schulvorstand. „Für mich persönlich ist Weihnachten ein Stück Kulturgut, dazu gehören auch Weihnachtsfeiern, auch an Schulen. Ich sehe aber auch gar nicht, dass dieses vom Schulvorstand des Johanneum anders gesehen wird.“ sp

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Stellungnahme der CDU

18 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Webersinn, sehr geehrter Herr Althusmann,

    warum lassen Sie sich von auflagengeilen Medienhysterikern, von Populisten und bigotten Schwätzern dazu nötigen, eine bis zur Unsinnigkeit verquaste Stellungnahme zum nebulösen Thema „christliche Werte“ abzugeben, anstatt die Substanz dieser Werte in der hier allein angebrachten Form von Anstand, Zurückhaltung und Mitmenschlichkeit vorzuleben, indem Sie sich zuerst bei den Betroffenen informieren, dann vor den Lüneburger Schulleiter, seine Schüler und Kollegen stellen und anschließend versuchen, den gellenden Irrsinn des haltlosen Geschreis zu dämpfen und zu beruhigen, anstatt – wie Sie es getan haben – diesen mit Ihrer Einlassung ohne jeden greifbaren Anlass weiter anzuheizen, ja, für vermeintliche politische „Profilbildung“ im Kampf mit einem selbsterzeugten Popanz zu instrumentalisieren?

    Ist Ihnen nicht bewusst, dass Sie, indem Sie lautstark verteidigen, was gar nicht in Frage gestellt war, an der Radikalisierung einer Stimmung mitarbeiten, die dem Heraufkommen des autoritären Primitivismus entgegen arbeitet? Die „kulturelle Hegemonie“ ist heute deutlicher als vor einem Jahrzehnt geprägt von der Sprache und den Emotionen des völkischen Populismus, besonders seit dem Anstieg der Fluchtbewegung aus den Kriegs- und den Elendszonen Asiens und Afrikas. Es muss nicht immer offener Rassismus und blindwütige Xenophobie im Spiel sein: Dem Rechtspopulismus begegnet man heute auch in der manchmal – keineswegs immer – ehrlich gemeinten Verständnisrhetorik etablierter Demokraten, auch in der CSU und den ostdeutschen Landesverbänden der CDU, bei den holländischen Liberalen, in der spanischen Volkspartei. Auch in Schweden ist chauvinistisches Ausgrenzungsdenken gerade aufgrund der Flüchtlingsentwicklung nicht mehr auf den organisierten Rechtsradikalismus beschränkt. Ja, Herr Webersinn und Herr Althusmann, „auf die Herausforderungen religiöser Pluralität in Schulen wird nicht durch das Umgehen religiöser Feiern angemessen reagiert“, — aber auf die Herausforderungen wachsender Fanatisierungsbereitschaft breiter Bevölkerungsschichten – unabhängig von ihren religiösen Bekenntnissen – wird auch nicht durch das Umgehen (bzw. Außerachtlassen) von Tatsachenwahrheit und Vernunft und beiden angemessenem Verhalten reagiert!

    NICHT der Rechtspoulismus, Herr Webersinn und Herr Althusmann, SONDERN die wachsende politische Tiefenwirkung des Rechtspopulismus (seiner Themen, seines Vokabulars und seiner Methoden) auf die Meinungsbildung und Werteorientierung in den Demokratien ist das eigentliche politische Problem Europas. Sie beide sollten aufpassen, dass Sie dieses Wachstum nicht dadurch fördern, dass Sie rhetorisch und sachlich vollkommen übertriebene Traditionsbekenntnisse dort abliefern, wo Festigkeit, Ruhe und stillschweigende Solidarität mit den zu Unrecht ins Gerede Gekommenen viel eher am Platze gewesen wären.

    • Ich hoffe, Niels Webersinn und Bernd Althusmann fällt eine Antwort ein. Sehr guter Kommentar, Her Bauer!

      Vielen Dank dafür!

  2. mädge hat hier recht!

  3. Wir dürfen dankbar sein, mit Ulrich Mädge einen so klugen Oberbürgermeister zu haben. Seine Sternstunden sind die Zeiten, in denen es gilt, Besonnenheit, Courage und Verantwortungsbewusstsein zu zeigen, – statt sich aufzuplustern, selbstgefällige Pamphlete rauszuhauen und aufgeregt im Wind, welchen lose Mundwerke leichtfertig erzeugt haben, hin- und herzulaufen und mit den Flügeln zu schlagen.

    Ich wünsche dem Oberuli und seiner Familie schöne Festtage.

  4. Der weihnachtliche Meta-Kommentar zur vorweihnachtlichen Kommentatorenwut:

    https://jj12.wordpress.com/2017/12/22/305/#more-305

  5. Niels Webersinn und Bernd Althusmann fällt wohl keine Antwort ein.

    M. Witte

    • ist doch zu verstehen, oder? es wurde in der printausgabe der lz von herr webersinn geantwortet. leider wurde sich da wohl ,vor einen karren gespannt, geantwortet. alte männer der cdu haben da wohl immer noch das sagen. schmunzeln.

      • Hallo Herr Bruns,

        was hat Niels Webersinn denn in der Printausgabe geschrieben? Ich kann es leider zur Zeit nicht lesen, da wir unseren Jahreswechsel wie jedes Jahr auf der regendurchpeitschten Insel Borkum verleben.

  6. Hallo Herr Bruns, haben Sie übrigens gelesen, Sie und Detlef sind neben Christoph Steiner, Ulrich Löb, Friedrich von Mansberg, Achim Gründel, Karlheinz Fahrenwaldt, Peter Luths, Klaus-Peter Dehde, Jens Kiesel, Sebastian Heilmann und Bernd Althusmann für die offenbar im kommenden Januar erstmalig von der LZ verliehenen Blog.jj-Auszeichnungen vorgeschlagen worden.

    Schauen Sie hier: https://jj12.wordpress.com/2017/12/16/dicker-vorschuss-auf-gute-ideen-fuer-lueneburg/#comment-1540

    • Dagmar Müller
      sie irren, ich bin gottseidank nicht berücksichtigt worden. schmunzeln. und was herr webersinn in der printausgabe hat erscheinen lassen, konnte nicht mit einem heiligenschein mithalten. schmunzeln.

  7. Klaus Burmeister

    Lieber Ratsherr Webersinn,

    Sie plädieren nicht nur für die christliche, sondern auch für die digitalisierte Schule.

    Ich denke, die Digitalisierung ist Teil unseres Lebens und die Aufgabe lautet jetzt: Wie machen wir sie für den Menschen nutzbar? Ein Massenmedium ist dabei zentral: die Schule. In Kultusministerien wird mit Hochdruck über finanzielle Mittel, Ausstattung und Schulclouds beraten.

    Das ist auch richtig so. Denn es gehört zu den zentralen Aufgaben der Schulen, gesellschaftliche Veränderungen proaktiv zu gestalten. Im Zusammenhang mit der Digitalisierung muss man aber zwei Perspektiven unterscheiden: die des Unterrichts und die der Bildung.

    Die Perspektive des Unterrichts: Was wissen wir über Digitalisierung und ihren Einfluss auf die Lernleistung von Schülerinnen und Schülern? In der aktuellen Diskussion wird schnell deutlich: Vieles entspringt vagen Vorstellungen und vereinzelten Erfahrungen. Klarheit liefert die Forschung – etwa die einflussreiche Hattie-Studie, eine Metastudie zu Unterricht und Lernerfolg. Das aktuelle Hattie-Ranking listet 250 Faktoren auf, die Einfluss darauf haben, wie gut Unterricht gelingt. Darunter sind über 20 Digitalisierungsfaktoren, die jedoch in der Summe nur mäßige Effekte haben.

    Drei Beispiele:

    1. Der Einsatz von Powerpoint wirkt sich kaum auf den Lernerfolg aus. Einer der Gründe dafür ist, dass Lernende eher den Folien folgen als dem Redner und dadurch die entscheidenden Informationen nicht mitbekommen.

    2. Die Einzelnutzung eines Computers wird überschätzt. In der Studie „The pen is mightier than the keyboard“ konnten die Autoren nachweisen, dass Lernende sich Gehörtes besser merken können, wenn sie es mit Bleistift und Papier mitschreiben als mit Laptop oder Computer.

    3. Auch Smartphones sind im Unterricht nicht per se hilfreich. Vielmehr kommt die Studie „Brain Drain“ zu dem Schluss, dass allein die Anwesenheit des Smartphones die Aufmerksamkeit verringert und damit auch die Leistungen.

    Was folgt daraus? Lernen bleibt Lernen – egal, ob analog oder digital. Und damit das gelingt, braucht es Einsatz, Anstrengung und den menschlichen Dialog. Kurzum: Pädagogik vor Technik.

    Die Perspektive der Bildung: Dem humanistischen Verständnis zufolge zeigt sich Bildung darin, was jemand aus seinem Leben gemacht hat und nicht darin, was andere aus einem gemacht haben. Sicherlich führt die Digitalisierung in vielfacher Hinsicht zu mehr Lebensfreude. Aber es gibt auch eine Schattenseite: „Smartphone-Sucht“.

    Die Betroffenen unterliegen einem Reflex und zücken das Smartphone, wann immer ihnen langweilig ist oder sie sich unsicher fühlen. Das führt laut der Studie „Homo Digitalis“ unmittelbar zu immer weniger sozialen Kontakten – selbst das Essen in Familien wird durch eine unkontrollierte Smartphonenutzung asozialisiert. Zudem kommen Betroffene kaum noch zur Ruhe und ihre Leistungen in Arithmetik nehmen ab. Außerdem verändern sich neuronale Bereiche.

    Was folgt daraus? Menschen müssen nicht nur lernen, wie ein Smartphone funktioniert. Sie müssen vor allem lernen, wann es sich lohnt, dieses einzuschalten und wann es besser ist, dieses auszuschalten. Eine umfassende Medienbildung muss das Ziel sein. Hier sind die Schulen besonders gefragt.

    Digitalisierung ist eine gesellschaftliche Herausforderung. Gerade der Bildungsbereich ist gefordert – weniger wegen der Chancen für das Lernen, als vielmehr wegen der Risiken für die Bildung. Schule ist der falsche Ort für Digitalisierung als Selbstzweck. Genauso wichtig wie die Frage nach der Zahl der Tablets ist die Suche nach geeigneten Lehrmethoden und ausreichend qualifiziertem Personal. Dieser zweite Aspekt kommt bisher in den zuständigen Ministerien viel zu kurz. Klar ist: Dafür braucht es Geld und Zeit. Wer hier schnell und leichtfertig agiert, verkennt die Möglichkeiten und Grenzen des Menschen.

    Was denken Sie, Herr Webersinn?

  8. Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei der Jungen Union, den Identitären bzw. der Jungen Alternative verbracht?

  9. Julian Sengelmann

    Lieber Herr Althusmann, warum feiern wir eigentlich überhaupt all diese alten Feiertage, die jeder gerne als Freizeit annimmt? Diese Tage, auf die man sich freut, weil endlich mal die Arbeit liegenbleiben kann, die jeder mit seinen eigenen Ritualen, Gewohnheiten, Experimenten und Erwartungen füllt und von denen tatsächlich die meisten Menschen vergessen haben, warum wir sie immer wieder begehen. Was feiern wir da ursprünglich? Und warum haben wir das vergessen? Und: Ist das überhaupt noch wichtig? Oder sind die Gründe nicht völlig egal, solange wir überhaupt noch feiern? So generell?

    Das fragmentarische und höchst minimalistische Restwissen, das der Ottonormalsterbliche über die Ursprünge «unserer» Feiertage hat, tendiert nämlich so stark Richtung null, dass im Regelfall nicht mal klar ist, wo man eigentlich mit der Suche nach Antworten auf seine Fragen beginnen soll.

    Viel erstaunlicher und vor allem auch viel peinlicher ist allerdings die Erkenntnis, dass auch ich (mit einem Hang dazu, mich eher für eine der helleren Kerzen am Leuchter zu halten) nur herzlich schwammig Auskunft über all das geben kann, was wir da nun eigentlich feiern. Es treibt mir nach wie vor ein bisschen Schamesröte ins Gesicht. Selbstverständlich kann ich immer sofort zumindest irgendetwas grob Umschreibendes zu den vermeintlichen Feiertagen erzählen, aber das können die meisten Leute. Nur, was diese alten Feiertage eigentlich mit uns heute noch zu tun haben, was sie tatsächlich bedeuten, wo sie herkommen, wie ihre Ursprungsgeschichte war – da hapert es auch bei mir beachtlich und beängstigend.

  10. Lieber Julian Sengelmann,

    dass auch Du (mit einem Hang dazu, Dich eher für eine der helleren Kerzen am Leuchter zu halten) nur herzlich schwammig Auskunft über all das geben kannst, was wir da nun eigentlich feiern. Es treibt Dir nach wie vor die Schamesröte ins Gesicht?

    Mit Deinem prätentiösen „Hang“ hast Du offenbar einiges mit den Lautsprechern Niels Webersinn, Bernd Althusmann, Gunter Runkel, „Klaus Mertens“, Norbert Kasteinecke, Dr. Friedrich-Wilhelm Pohl und „Wilfried Bergmann“ gemeinsam, aber mit dem Eingeständnis Deines Unvermögens und mit dem Bekenntnis Deiner Scham darüber hast Du ihnen sehr viel voraus.

  11. Norbert Kasteinecke

    Irene Jürgens ist wohl die kleine Schwester von Hannelore Schuster ?
    Zufälle gibt es liebe LZ-Redaktion, Zufälle gibt es.
    Kaum zu glauben.

    https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1346012-der-erste-hafttag-koennte-schon-zu-viel-sein#comment-130172

    • Irene Jürgens

      Und Sie sind ganz alleine auf der Welt, Norbert? Das motiviert Ihre Praxis, sich mehrmals täglich bei LZonline unter diversen Nicknames als Rechthaber und Besserwisser vom Dienst aufzuspielen? Einfälle gibt es, liebes Kasperle, Einfälle gibt es.
      Kaum zu glauben.