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Das Stehen in der Schlange gehört zu den Weihnachtseinkäufen dazu. Die Kunden nehmen's gelassen. (Foto: be)
Das Stehen in der Schlange gehört zu den Weihnachtseinkäufen dazu. Die Kunden nehmen's gelassen. (Foto: be)

Kunden bescheren die Händler

Lüneburg. „Der Lüneburger Handel erwartet nach einer sehr angenehmen Einkaufsphase, aber einem grundsätzlich zufriedenstellenden Weihnachtsgeschäft nun eventuell noch zwei hektische Tage“, sagt Eberhard Wedler, er ist stellvertretender Vorsitzender des Lüneburger Citymanagement (LCM) und geht beim Kaufrausch vor dem Fest von Umsätzen auf dem Vorjahresniveau aus – trotz der Online-Konkurrenz. Das Wetter spiele mit, es sei nicht zu kalt: „So kommen auch viele Umland-Kunden rein in die Stadt.“ Zwei weitere Punkte nennt Wedler für die positive Bilanz: „Der Einkaufs­standort Lüneburg ist durch die zusätzlichen Weihnachtsmärkte interessanter geworden. Und wir haben in diesem Jahr keine Großbaustelle wie 2016 die Wandrahmbrücke.“

Wenn die Geschäfte am späten Sonnabend schließen und auch die Kunden ihre Geschenke besorgt haben, für die das Fest auch in diesem Jahr wieder überraschend plötzlich kam, ist das Weihnachtsgeschäft längst nicht beendet – denn etliche Gutscheine wollen nach dem Fest eingelöst werden. Als Chef des Lüneburger Karstadt-Hauses sagt Eberhard Wedler: „So extrem wie noch nie gingen bei uns die Geschenkkarten weg.“ Gefragt sind auch, viele mag‘s wundern, Socken: „Vor allem die Young-Fashion-Produkte bekannter Hersteller, total bunt und verrückt.“ Zu den Rennern gehören auch Damen- und Herrendüfte. „Riesennummern sind bei uns Uhren und Schmuck von Modemarken. Der Hammer sind die Smartwatches, das sind ja inzwischen vollwertige Computer.“

Gute Umsätze mit hochwertigen Uhren

Auch beim Juwelier Haag laufen die Geschäfte „sehr zufriedenstellend“ und auf Vorjahresniveau, sagt Inhaber Alex Golumbeck: „Trotz der aktuell von der Politik ausgehenden Unsicherheit. Hochwertige mechanische Uhren sind sehr gefragt, beim Schmuck sind es die Klassiker mit Brillant und die Einstein-Kollektionen. Die Kunden wollen Wertbeständigkeit und sehen beispielsweise Uhren als Wertanlagen.“

„Ganz gut auf Vorjahresniveau“ sieht Geschäftsführer Thomas Schmid von Medimax die Kassenlage: „Wir leiden aber darunter, dass uns zwei Umsatztage fehlen – der 24. und der 31. Dezember.“ Zugleich räumt er ein: „Bei uns waren dies in der Vergangenheit keine umsatzstarken Tage.“ Die „Weiße Ware“, also Haushaltsgeräte, sei stark gefragt, vor allem Einbaugeräte würden gekauft. Dazu stünden bei vielen Kunden traditionell Handys, Fernseher, Computer und der Multimedia-Bereich auf dem Einkaufszettel. Thomas Schmid sagt: „Wichtig sind für uns natürlich die Tage nach Weihnachten, dann werden die Gutscheine eingelöst.“

Einen wahren Verkaufsrenner gibt es bei Ricardo Paul Wohndesign nicht, Geschäftsführer Frank Gaetjens sagt: „Bei uns läuft aktuell alles sehr gut.“ Das Festgeschäft benotet er mit einer „1 minus – wie schon im Vorjahr“. Gar besser als im Vorjahr sieht Frank-Peter Jahns, Geschäftsführer von Peek & Cloppenburg, die Situation vor dem Fest: „2016 hatten wir zwei oder drei Tage Schnee im Weihnachtsgeschäft. Jetzt passt das Wetter. Strick geht gut, auch im Herrenbereich. Zu den Hits gehören Anzüge und Abendkleider.“

Holzspielzeug bleibt auch im Jahr 2017 ein Renner

Was Kinder lieben, weiß Spielzeug-Experte Friedrich Busch von Fips. Die mit dem Lego-System kompatiblen LED-Leuchtsteine für leuchtendes Kinderspielzeug sind der Verkaufsschlager, aber auch Magnetbaukästen laufen gut. „Und natürlich Holzspielzeug, die klassischen Marken kommen mit dem Liefern nicht nach.“ Busch setzt übrigens erfolgreich auf sein Online-Modell: „Die Kunden suchen zu Hause online aus und holen die Waren dann bei uns ab.“
„Bombastisch“ laufen laut Lünebuch-Chef Jan Orthey die Buchverkäufe: „Das liegt in diesem Jahr an einem breiten, ex­trem guten Sortiment.“ Die Renner sind „Die Hauptstadt“ von Robert Menasse und „Flugangst 7a“ von Sebastian Fitzek. Aber auch seine beiden eigenen Lieblingsbücher sind Renner: „,Tyll‘ ist der bislang beste Roman von Daniel Kehlmann. Mein zweiter Favorit ist ,Die Zweisamkeit der Einzelgänger‘ von Joachim Meyerhoff.“

Von Rainer Schubert