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Auf diesen Tag haben die Bürger in Neu Neetze lange gewartet. Jetzt wurden die neuen gelben Ortstafeln aufgestellt. Damit gilt innerorts fortan ein Tempolimit von 50 km/h. Foto: kre

Die Tempo-Bremser

Neu Neetze. Vier nagelneue gelbe Ortsschilder machen die Neu Neetzer glücklich. Jetzt wurden die Tafeln an den Ortseinfahrten aufgestellt. Damit gilt für Autofa hrer innerorts ab sofort Tempo 50 km/h statt der bisher erlaubten 70 km/h. „Das ist fast wie Weihnachten“, freute sich eine Anwohnerin, als die Schilder montiert wurden. Auffällig ist, dass unter dem Ortsnamen erstmals die plattdeutsche Bezeichnung „Nee Näätz“ zu lesen ist – eine Initiative des Plattdeutsch-Beauftragten für Stadt und Landkreis Lüneburg, Günther Wagener.

Als nächstes werden Haltestellen barrierefrei

Lange haben die Neu Neetzer für eine Tempo-Reduzierung auf der Kreisstraße 5 innerhalb ihrer Siedlung gekämpft. Nicht zuletzt auch wegen der sozialtherapeutischen Lebensgemeinschaft Birkenhof, deren Zufahrt direkt an der Kreisstraße liegt. Doch bislang hatten nur die grünen „Weilerschilder“ auf denen der Ortsname stand, die Autofahrer darauf hingeweisen, dass sie durch eine kleinere Wohnsiedlung fahren. Das Problem: Soweit Ansiedlungen keine geschlossenen Ortschaften im Sinne der Straßenverkehrsordnung (StVO) darstellen, können auf deutschen Straßen solche Orte auch nicht mit einer Ortstafel gekennzeichnet werden. Dann gilt auch kein Tempolimit. „Mit Rücksicht auf die Lebensgemeinschaft Birkenhof und die Bushaltestellen, die auch von den Kindern ge­nutzt werden, hatten wir allerdings die Geschwindigkeit bereits auf 70 km/h begrenzt“, berichtet Dirk Bonow von der Straßenverkehrsbehörde beim Kreis Lüneburg.

„Es war der Wunsch der Anwohner“

Geschwindigkeitsmessungen hätten jedoch immer wieder gezeigt, dass viele Autofahrer mit 80 bis 90 km/h auf der schnurgeraden Kreisstraße und damit zu schnell unterwegs waren. Bonow sagt aber auch: „Ein geschwindigkeitsbedingtes Unfallgeschehen konnten wir auf der Straße nicht feststellen.“ Zwingende Gründe habe es also nicht gegeben, mittels Ortsschildern das Tempo auf 50 km/h zu reduzieren. „Es war der Wunsch der Anwohner“, sagt Bonow. Und nachdem auch die Gemeinde Neetze durch das Aufstellen von Straßenlampen ihrerseits die notwendigen Voraussetzungen geschaffen habe, stand dem Aufstellen der gelben Ortschilder nun nichts mehr im Wege. Jetzt seien aber auch die Anwohner gefordert, dafür zu sorgen, dass das Straßenbild dem innerörtlichen Erscheinungsbild entspreche. „Das habe ich auch so in die Anordnung geschrieben“, berichtet Bonow.

Die Autofahrer müssten schließlich auch optisch das Gefühl haben, durch eine geschlossene Ortschaft zu fahren. Das sei derzeit in Neu Neetze – zumindest in Teilen – noch nicht der Fall. Neetzes Bürgermeister Karsten Johansson (CDU) verspricht aber schon jetzt: „Als nächstes werden wir die Bushaltestellen barrierefrei umbauen.“ Das passiere noch nicht im nächsten Jahr, „aber 2019 wollen wir das in Angriff nehmen.“ Dirk Bonow kündigte derweil an, in den nächsten Tagen und Wochen verstärkt Geschwindigkeitsmessungen an der Kreisstraße 5 in Neu Neetze zu veranlassen – um zu schauen, ob sich die Autofahrer tatsächlich an die neue Geschwindigkeit von 50 km/h innerorts halten.

Von Klaus Reschke

2 Kommentare

  1. ob die anwohner sich selbst an das vorgegebene tempo halten? es wäre das erste mal.

  2. Heinz-Rüdiger Tillmans

    Das freut bestimmt auch Brigitte Mertz, die wissenschaftliche Mitarbeiterin von Andrea Schröder-Ehlers, der Sprecherin der niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion für die Bereiche Ländlicher Raum, Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Demografie.