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Hocken auf Stapeln mit dem neuen VHS-Programm, das nun in die Briefkästen der Stammkunden flattert: VHS-Leiter Gerhard Cassens und seine Stellvertreterin Claudia Kutzick. Foto: be

Die ganze Bandbreite des Lernens

Lüneburg. Die Spielfigur steht auf dem Titelblatt des neuen Programmheftes für das erste Halbjahr 2018 auf dem Startfeld. Jetzt heißt es für den Spieler: „Chanc en nutzen, Handlungsspielräume erweitern.“ Unter diesem Motto stehen die Angebote der Volkshochschule (VHS) in Lüneburg. VHS-Leiter Gerhard Cassens sagt: „Es geht vor allem darum, für sich selbst aus eingefahrenen Wegen herauszukommen.“ Das neue Programmheft umfasst 1013 Kurse und Lehrgänge und wird nun an Stammkunden verteilt, vom 5. Januar an ist es an den üblichen Auslagestellen zu haben. Online können die Kurse bereits gebucht werden.

Zum Motto „Chancen nutzen“ hatte Cassens 17 ehemalige Kurs-Teilnehmer interviewt von der aus Peru stammenden Nurka Casanova, die hier einst Deutsch-Kurse belegte und unter anderem als Tänzerin bekannt ist, bis hin zu Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der Ende der 1970er-Jahre einen Bürokaufmann-Lehrgang absolvierte. Im Heft gibt es von ihnen kurze Stellungnahmen, ihre „Bildungs-Geschichten“ werden dann im April in einer Ausstellung erzählt, dazu gibt es auch eine Broschüre.

Viele Menschen probieren aus

Cassens sagt: „Die Volkshochschule hält in Lüneburg und in ihren neun Außenstellen im Landkreis ein breites Angebot an unterschiedlichsten Bildungsangeboten vor, denn niemand weiß so genau, welche Neigung, welches Talent zu Tage kommt. Viele Menschen probieren aus, ob der Gesundheitsberater, der Abiturkursus, die Bürokauffrau, der Qigong-Kursus, die Goldschmiedewerkstatt oder die historischen Kostüme das Interesse wecken und welche Wege von dem einen zum anderen Kursus gegangen werden.“ Ob Musiktraditionen und ihre Tänze, „armutssensibles Aufwachsen in der Kita“ oder das Kennenlernen ehrenamtlicher Organisationen, „die Bandbreite der Kursthemen lädt ein, die eigenen Handlungsspielräume zu erweitern“.

Interessant und spannend erweise sich im Zusammenhang mit den Handlungsspielräumen die Kooperation mit der Universität, zum Beispiel bei der Zukunftsforschung im Bereich Bildung. Da steht beispielsweise die Konferenzwoche vom 28. Februar bis 4. März auf dem Programm oder der darin integrierte Kongress des Archivs der Zukunft unter dem Motto „Funktionieren? Funktioniert nicht.“ mit renommierten Referenten wie Richard-David Precht.

Stärkere Nachfrage nach den Bildungsurlauben

Eine immer stärkere Nachfrage gibt es nach den Bildungsurlauben, die stellvertretende VHS-Leiterin Claudia Kutzick sagt: „Mit 53 Angeboten im neuen Programm sind es so viele wie nie zuvor. Das Spektrum reicht von Sprachkursen bis zur Gesundheitsförderung und läuft nicht nur in Lüneburg, beispielsweise auch in St. Peter-Ording oder auf Norderney.“ Dafür würden sich Interessenten aus dem ganzen Bundesgebiet bei der VHS Lüneburg anmelden.

Neben den klassischen VHS-Bereichen von Fremdsprachen über Kultur bis zur beruflichen Bildung gibt es besondere Veranstaltungen wie Ausstellungen oder am 18. Februar den „Entspannungssonntag“ mit Info-Ständen, Vorträgen und Schnupperkursen. Oder den Fotoclub, in dem sich seit 2016 Hobbyfotografen einmal monatlich treffen.

Das Heft enthält auch für Kinder und Jugendliche interessante Kurse und Veranstaltungen parat, in der „Jungen VHS“ werden Veranstaltungen in den Zeugnisferien im Januar sowie in den Oster- und Sommerferien aufgelistet.

Von Rainer Schubert

Verändertes Lernen

Online-Kurse

Die Digitalisierung wird auch in der Arbeit der VHS immer wichtiger. So gibt es im neuen Programm zum Beispiel einen Englisch-Kursus mit einem Online-Teil daheim und einem Präsenz-Teil im Haus an der Haagestraße. Neu ist ein von der VHS Lüneburg entwickelter online-gestützter Gebärdensprachkursus mit Videosequenzen, die zu Hause abgerufen werden können. Die Art des Lernens verändert sich, Wissensvermittlung findet mehr und mehr online statt, das eigentliche Lernen dann beim Austausch im Unterricht in der VHS. Damit die 540 Kursleiter fit sind und mit den Medien umgehen können, werden ihnen dazu im neuen Programm einige Kurse angeboten – kostenfrei.