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So könnte das Hotel in der Westergellerser Heide aussehen. Der Investor stellte dem Gemeinderat erste Vorentwürfe vor. Entwurf: JTA -Architekturbüro

Das 30-Millionen-Euro-Projekt

Westergellersen. Die Pläne für einen Hotelbau in unmittelbarer Nähe zum Reitgelände des Ausbildungszentrums Luhmühlen (AZL) nehmen Gestalt an. In direkter Nachb arschaft zu den Wohnmobilstellplätzen in der Westergellerser Heide möchte eine Investorengruppe ein Hotel mit 80 Zimmern und großem Wellnessbereich errichten. Der Vorentwurf für das 30-Millionen-Euro-Projekt stand jetzt bei der Sitzung des Rates Westergellersen im Clubraum der Grundschule auf der Tagesordnung – und stieß auf breite Zustimmung: Bei einer Gegenstimme (Oliver Kraemer, Grüne) wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst.

Für die Investoren erläuterte Projektleiter Günter Becker von der Hamburg-Hemdinger BaugmbH das Konzept. „Das Hotel soll ein Ort der Ruhe, der Entspannung und der Gesundheit sein.“ In dem zweigeschossigen Komplex sollen 80 Zimmer verschiedener Größe entstehen, dazu ein Restaurant, ein Wellnessbereich mit Sauna, Innen- und Außenpool sowie eine Tiefgarage. Hinter dem Projekt steht mit der Hamburger RIMC-Gruppe eine internationale Gesellschaft, die rund 50 Hotels in Deutschland und Europa betreibt. „Das Haus muss eine überregionale Bedeutung haben“, betonte Becker. Zum einen sei es die ideale Adresse für Reiter, die im AZL an Turnieren oder Lehrgängen teilnehmen, doch das reiche nicht für ein ganzjährig geöffnetes Haus: „Wir wollen die Heide nach draußen tragen und mit internationaler Werbung das Haus füllen.“ Für den Start haben die Investoren sportliche Ziele, streben den Baubeginn im zweiten Quartal 2018 an. „Dann könnten wir pünktlich zur EM in Luhmühlen im Juni 2019 eröffnen“, so Becker.

Nächster Schritt ist die Beteiligung der Öffentlichkeit

Ob der Zeitplan funktioniert, ist aber noch völlig offen. Zwar wird im Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Gellersen das Gelände bereits als Sondergebiet für Freizeit und Tourismus ausgewiesen, doch der Bebauungsplan steht erst am Anfang, die Beteiligung von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange ist der nächste Schritt. Ortsplaner Frank Patt skizzierte die wesentlichen Punkte: Die Zuwegung erfolgt über den Weg „Westergellerser Heide“, der dafür aber nicht ausgebaut wird. Neben dem zwei Hektar großen Hotelgelände ist eine parkartig angelegte Grünanlage mit Fitnessgeräten geplant. Ein neuer Gehölzstreifen parallel zur Landesstraße und eine Baumreihe im Osten des Geländes dienen als Ausgleichsfläche. Patt: „Von der Landesstraße aus sieht man das Hotel dann hinter einer grünen Kulisse.“

Oliver Kraemer (Grüne) kritisierte die Eile: Die Unterlagen lägen erst seit wenigen Tagen vor, man habe das Projekt nicht im Bauausschuss besprochen. „Wir hätten uns genauere Vorarbeit gewünscht.“ Die Auswirkungen auf den Verkehr, auf mögliche weitere Bebauung oder die Ausgleichsmaßnahmen müssten genau geprüft werden. Zugleich unterstrich Kraemer: „Wir sind nicht gegen das Projekt. Aber wir sind unzufrieden mit dem Informationsstand und wir wollen die Bürger mitnehmen. Das ist zu wichtig, um jetzt einfach zuzustimmen.“ Rainer Garbers (SPD) hatte dafür kein Verständnis: „Der Aufstellungsbeschluss ist dafür da, die Öffentlichkeit zu beteiligen“, sagte er und fügte an: „Wir wollen nicht der Hemmschuh sein, dass der Bau nicht auf den Weg geht.“

Von Ute Klingberg-Strunk

One comment

  1. Und genau da muss auch das 25 Millionen-Projekt, die neue Gellersenhalle, hin.