Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Nachdem ein Mangel an Treffpunkten für junge Leute beklagt wurde, richtete man einen Extra-Raum im Gemeindehaus ein. Foto: be

Bunt soll es werden

Bienenbüttel. Wie wär‘s mit Bildern, Postern oder sogar Graffiti? Axel Raatz und der 14-jährige Jesse Mummert stehen im neuen Bienenbütteler Jugendraum und begutachten die nackten Wände ringsum. Bunt soll es hier werden, sind sie sich einig, wie die Jugendarbeit im Ort. Dort hat sich in den letzten vier Jahren einiges getan: Das Jugendzentrum (JUZ) wurde geschlossen, dafür bekam Axel Raatz als Ansprechpartner einen Platz im Rathaus. Zwischenzeitlich wurde ein Mangel an Treffpunkten eigens für junge Leute beklagt und vor rund einem Jahr schließlich ein Jugendraum im Gemeindehaus eingerichtet. Die LZ hat sich vor Ort umgeschaut – und die Teenager selbst gefragt: „Was geht“ in Bienenbüttel?

„Heimat, das kann auch eine Gruppe sein“, sagt Axel Raatz, nicht nur ein gemeinsamer Ort, wie es das frühere Jugendzentrum sein sollte. Diese Erfahrung haben auch die 15-jährige Lea-Marie Krüger und ihre Freundin Kirsi Harms bei der Jugendgruppe in Wichmannsburg gemacht. Der Ortsteil liegt etwa zehn Fahrradminuten entfernt vom neuen Jugendraum im Gemeindehaus, wo die beiden Teenager in diesem Augenblick sitzen und über ein Logo für ihr Musikprojekt fachsimpeln. Die Aktion „YouJam“ ist ein Versuch Raatz‘, genau so eine Gemeinschaft auch im Kernort Bienenbüttel zu integrieren. „Das wäre sicher auch für die Jugendlichen hier ganz schön“, glaubt Lea-Marie Krüger. Tischtennis, Fußball, Schlagzeug und Gitarre: Dem 14-jährigen Justus Alps fehlt es an nichts in Bienenbüttel. „Es gibt ja schon ziemlich viel hier“, sagt er und ist sich da einig mit Jesse Mummert: „Wenn es noch mehr Angebote gäbe… Ich weiß nicht, ob das genutzt würde.“ Beide sind nie im JUZ gewesen.

„Projektartige“ Aktionen für die jungen Ortsbewohner

„Es hat mich auch noch nie jemand darauf angesprochen, dass es fehlt“, sagt Axel Raatz. Er setzt auf „projektartige“ Aktionen für die jungen Ortsbewohner, weil längerfristig angelegte Angebote oft früher oder später schwer mit der Schule zu vereinbaren seien. „Jetzt geht’s los mit dem Lernen. Ich habe keine Zeit“, sei so ein Satz, den er schon häufiger gehört habe. Bienenbüttels Bürgermeister Dr. Merlin Franke derweil ist zufrieden mit dem Konzept des Jugendbeauftragten. Wenn es irgendwo Probleme geben sollte, könne er direkt dort hingehen und eine Lösung finden.

Allerdings: Fragt man Pastor Jürgen Bade, sei da eine Lücke dringend noch zu schließen. „Es gibt eine ganz Reihe Jugendbands, die im Grunde einen Proberaum bräuchten.“ Immer mal wieder werde er darauf angesprochen. Der Jugendraum im Gemeindehaus sei dafür nicht geeignet – zumal er auch von Pilgern, für die Flüchtlingsarbeit und von den Konfirmanden genutzt werde. Die Band „Subway 11“, die früher regelmäßig das JUZ gerockt hatte, übt nun im Keller des Gitarristen. „Das war eigentlich eine Übergangslösung“, erzählt Sänger Felix Klatte, aber so ein Bandraum koste anderswo zum Teil bis zu 370 Euro Miete. „Das muss man ja erst mal bezahlen können.“

Von Anna Petersen