Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Vor Gericht geht es schon am 22. Februar nächsten Jahres weiter, dann am Landgericht Lüneburg. Foto: A/wu

Volles Gehalt für Lehrerin

Lüneburg. Die Mutter von Dschungelcamp-Teilnehmerin Nathalie Volk kann vorläufig wieder mit vollen Dienstbezügen rechnen. Die Lehrerin aus Soltau war trotz Kran kschreibung mit zu den Dreharbeiten des RTL-Formats nach Australien gereist. Das hatte Konsequenzen inklusive juristischem Nachspiel, nun aber erzielte die Pä­dagogin einen Teilerfolg vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg.

Die Lehrerin hatte Sonderurlaub beantragt, um ihre Tochter im Januar 2016 nach Australien begleiten zu dürfen. Das wurde abgelehnt – trotzdem ist die Studienrätin am Gymnasium Soltau mit nach Australien geflogen, dem Schauplatz für die Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“. Sie legte eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor. Angeblich zu krank zum Arbeiten, aber fit genug für eine Australien-Reise – das schmeckte der Landesschulbehörde gar nicht. Sie leitete ein Disziplinarverfahren gegen die Pädagogin ein, die auch nicht mehr unterrichten durfte und auch nicht mehr ihr volles Gehalt bekam. Bis zur abschließenden Entscheidung über eine Disziplinarklage der Schulbehörde gegen sie setzte das Verwaltungsgericht nun die angeordnete Dienstenthebung sowie die Einbehaltung der Hälfte ihrer Dienstbezüge aus. Es ist eine Art vorläufiger Rechtsschutz.

Vor Gericht geht es  im Februar weiter

Das Verwaltungsgericht wertet: Nach dem Ergebnis der bisherigen disziplinarischen Ermittlungen und dem Stand des Strafprozesses sei „derzeit nicht überwiegend wahrscheinlich“, dass die Lehrerin aus dem Dienst entfernt werde. Zwar sei ihr „aller Voraussicht nach ein schweres Dienstvergehen vorzuwerfen. Nach vorläufiger Einschätzung der Kammer ist als Reaktion auf dieses Dienstvergehen die Zurückstufung der Beamtin als nächstmildere Disziplinarmaßnahme aber als Ergebnis des Disziplinarklageverfahrens ebenso wahrscheinlich wie die Entfernung aus dem Dienst.“

Vor Gericht geht es schon am 22. Februar nächsten Jahres weiter, dann am Landgericht Lüneburg. Dort wird in zweiter Instanz verhandelt, nachdem das Amtsgericht Soltau die Pädagogin im März zu einer Geldstrafe von fast 10.000 Euro verurteilt hatte – 140 Tagessätzen von jeweils 70 Euro. Die Verteidigung hatte dagegen Berufung eingelegt, der Anwalt erklärte, dass seine Mandantin tatsächlich erkrankt gewesen sei. dpa/red