Donnerstag , 20. September 2018
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Mit Leidenschaft ackert Andreas Meihsies in seinem Nutzgarten, bei der Bewirtschaftung will er im neuen Jahr andere Wege gehen. Foto: t&w
Mit Leidenschaft ackert Andreas Meihsies in seinem Nutzgarten, bei der Bewirtschaftung will er im neuen Jahr andere Wege gehen. Foto: t&w

Was ich 2018 anders machen möchte

Die LZ hat Lüneburger zu ihren Plänen befragt. Vier Personen aus Stadt und Landkreis erzählen, was sie 2018 verändern möchten.

Ex-Bürgermeister Andreas Meihsies hat Lust auf Gartenarbeit und Experimente in der Küche.

Dreißig Jahre lang war er politisch aktiv für die Grünen, hat manches Gefecht auf der Bühne des Stadtrates sowie in der Partei geführt. Vor eineinhalb Jahren dann die Zäsur: Andreas Meihsies gab sein Parteibuch zurück, weil er mit der Haltung seiner Partei nicht mehr einverstanden war. „Inzwischen genieße ich das entspannte Leben im Privaten, zu dem unter anderem drei Dinge gehören, bei denen ich 2018 auf Veränderung setze“, sagt der 58-Jährige.

Eigentlich wollte der Postbote mit 15 Jahren Koch werden. „Doch die Arbeitszeiten bis in die Nacht haben mich davon abgehalten“, sagt er, „die Leidenschaft fürs Kochen ist aber geblieben.“ Bisher habe er die italienische Küche präferiert, gute Freunde wissen das zu schätzen. Die werden sich auf neue Genüsse einstellen dürfen. „Mit einer Freundin werde ich einen Kochkursus für persische Küche machen und mit den landestypischen Gewürzen experimentieren.“

Italien ist auch sein Lieblings-Reiseland. Seit vier Jahren steuert er mit seiner Lebensgefährtin regelmäßig den Gardasee und die Toskana an. Nicht nur wegen der Landschaft und Kultur, sondern weil auch manch guter Wein dort gekeltert wird. „Im kommenden Jahr wollen wir eine andere Region kennenlernen, das Piemont.“ Zu deutsch: am Fuß der Berge. Schwere Rotweine wie Barolo oder Babera möchten sie dort verkosten und mit nach Hause nehmen. „Aber wir werden auch unsere Wanderschuhe anziehen und zu Bergtouren aufbrechen.“ Wobei er schon beim dritten Punkt ist, was er ändern möchte.

Als Postler sei er auf dem Rad zwar tüchtig in Bewegung, „aber meine Leidenschaft für gutes Essen schlägt sich trotzdem auf Bauch und Hüften nieder. Deshalb werde ich mich zum Joggen zwingen.“ Und nicht nur dabei sollen die Pfunde purzeln, sondern auch bei der Gartenarbeit. Seit Jahren bewirtschaftet er einen Nutzgarten mit Gemüse und Kräutern. 2018 wird er nun „sein Auge auf eine gute Nachbarschaft von Pflanzen richten und entsprechende Anbaumethoden vertiefen“. Bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Kehrt er vielleicht auch auf die politische Bühne zurück? „Schau‘n wir mal. Gut Ding will Weile haben“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

von Antje Schäfer

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Sabine Block. Foto: phs

Die Vorsitzende der Kreislandfrauen Sabine Block möchte öfter „Nein“ sagen

Für Sabine Block geht ein gutes Jahr zu Ende. „Ich bin zufrieden“, sagt sie, „alles lief gut.“ Für sie als Vorsitzende der Kreislandfrauen, aber auch privat, als Ehefrau und Mutter von drei erwachsenen Kindern. Trotzdem gibt es auch im Leben der 63-Jährigen ein paar Dinge, die sie 2018 anders machen oder sich anders wünschen würde.

„Ich möchte versuchen, noch gelassener zu werden“, sagt sie, „die Dinge nicht mehr so persönlich zu nehmen.“ Gerade in ihrem Ehrenamt als Kreislandfrauenvorsitzende gebe es immer wieder mal Augenblicke, „in denen mir mehr Gelassenheit guttun würde“ – und: „In denen ich auch mal konsequent Nein sagen sollte.“ Ein erster Schritt in diese Richtung ist ihr nach langem Hin und Her bereits geglückt: „Wir werden als Landfrauen 2018 nicht auf der Grünen Woche in Berlin vertreten sein.“ Eine Entscheidung, die ihr nicht leicht gefallen ist: „Aber auch das möchte ich 2018 ändern: Häufiger auch mal Nein sagen.“

Wünschen würde sich die Echemerin 2018 außerdem mehr Zeit mit ihrem Mann. Da er eine Firma hinter Würzburg führt, „sehen wir uns seit sieben Jahren nur an den Wochenenden und im Urlaub“, sagt sie. Für ihren Geschmack deutlich zu wenig. Ändern wird sich die Situation in absehbarer Zeit zwar nicht. „Aber wünschen würde ich es mir.“

Und noch etwas hat sich Sabine Block für 2018 fest vorgenommen: „Ich möchte wieder mehr Kanu fahren.“ Als junge Frau sei sie oft wochenlang im Kanu auf den Flüssen Frankreichs unterwegs gewesen, habe die Nächte im Zelt am Flussufer verbracht. „Das war wunderschön“, sagt sie. Und 2018 sei ein gutes Jahr, „um endlich mal wieder ins Kanu zu steigen“.

von Anna Sprockhoff

Lüneburgs ehemaliger Oberstadtdirektor Dr. Reiner Faulhaber hängt die Ski-Bretter an den Nagel

Dr. Reiner Faulhaber will 2018 Kontakte auffrischen. Foto: t&w
Dr. Reiner Faulhaber. Foto: t&w

Schöne Tradition zum Start ins neue Jahr ist für Lüneburgs ehemaligen Oberstadtdirektor Dr. Reiner Faulhaber und seine Frau Karin der Besuch des Neujahrskonzertes im Theater. Danach trifft man sich mit Nachbarn zum Rück- und Ausblick bei einem Glas Wein. „Das wird sich auch nicht ändern“, sagt der 83-Jährige, der sich der Kultur immer besonders verbunden gefühlt hat und Ehrenmitglied des Ensembles und des Freundeskreises Theater ist. Doch er hat auch Einiges ins Auge gefasst, was 2018 anders werden soll.

Gleich im Januar geht es in den Winterurlaub nach Leutasch. Skifahren ist seit Jahrzehnten eine der Leidenschaften von Faulhaber. „Die Region bietet herrliche Abfahrten und perfekte Loipen.“ Doch künftig soll damit Schluss sein, Schneewandern steht dann auf dem Programm. Das sei seinem Alter geschuldet, sagt er mit einem Lächeln. Die Gefahr eines Sturzes mit bösen Folgen wolle er nicht mehr risikieren. In Bewegung zu bleiben, ist ihm aber wichtig. Das gilt auch für daheim. Nicht nur in seiner Amtszeit bei der Stadt war er per Rad gerne unterwegs, er hat es immer intensiv genutzt. „Das bietet sich in Lüneburg an. Aber künftig werde ich zu Fuß gehen.“ Als Grund nennt er, dass es mit der gegenseitigen Rücksichtsnahme sowohl von Autofahrern wie auch Radfahrern nicht immer zum Besten bestellt sei.

Japan, Taiwan, Russland waren nur einige von vielen Reisezielen, die das Ehepaar angesteuert hat. Im vergangenen November hatten die Faulhabers sich auf einen Urlaub in Marokko gefreut. Doch dort hatten sie ein „einschneidendes unschönes Erlebnis“, wie er es umschreibt. Die Konsequenz: „Wir werden nur noch Deutschland und das europäische Ausland bereisen. Da gibt es noch viele interessante Regionen und Kulturschätze zu entdecken.“

Nachdenklich hat ihn gestimmt, dass er während seiner Dienstzeit und in den Jahren danach, als er noch vielfältig ehrenamtlich tätig war, den Kontakt zu manchen Freunden aus alten Zeiten vernachlässigt hat. Zum Beispiel zu jenen aus Studentenverbindungen, mit denen er sich während seines Jura-Studiums in Göttingen und Berlin verbunden fühlte. „Das werde ich ändern, Kontakte auffrischen.“

Für die Literatur, schon ein Lebenselixier, will er sich noch mehr Zeit nehmen, ebenso fürs Zeitunglesen. Um am Puls der Zeit zu bleiben, aber auch, weil er Ombudsmann der Landeszeitung ist.

von Antje Schäfer

Gemeindereferentin Martina Forster wird in der St.-Marien-Gemeinde kürzer treten

Martina Forster quittiert nach 29 Jahren ihren Job als Gemeindereferentin in der katholischen St.-Marien-Kirche. Foto: t&w
Martina Forster. Foto: t&w

Martina Forster wird sich beruflich teilweise neu orientieren: „Die Entscheidung war nicht einfach, aber ich bin 51 Jahre alt, das ist eine gute Zeit, etwas Neues anzufangen.“ 29 Jahre lang war sie Gemeindereferentin der katholischen St.-Marien-Gemeinde in Lüneburg, zunächst mit einer vollen, seit vier Jahren mit einer halben Stelle, da sie seit 2013 mit einer halben Stelle auch Seelsorgerin in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Uelzen ist. „Im Sommer 2018, im Juni oder Juli, fange ich als katholische Seelsorgerin im Klinikum Lüneburg an, bleibe mit halber Stelle aber weiter in der JVA.“ Die Krankenhausstelle ist seit Mai 2017 vakant, da zog ihre Vorgängerin Anja Böske mit ihrem Mann nach München.

Eben dort wurde Martina Forster geboren, als Kind zog sie nach Hannover, machte dort Abitur, studierte später Religionspädagogik in Bayern. Im Alter von 22 Jahren trat sie als jüngste Gemeindeassistentin im Bistum Hildesheim ihre Stelle im für sie bis dahin unbekannten Lüneburg an. Es folgten 29 Jahre in St. Marien. Für ihren Abschied nennt sie einen der Gründe: „Die Arbeit in der Gemeinde und im Gefängnis können sich gut bereichern. Aber die Gemeindearbeit lässt sich nur schwer auf zwei Tage begrenzen. In der JVA bin ich an zwei Tagen in der Woche und halte dort jeden zweiten Sonntag Gottesdienste.“ So kam sie ins Grübeln, als sie von der ausgeschriebenen Stelle im Klinikum hörte: „Es ist eine reizvolle, zutiefst sinnvolle und notwendige Aufgabe, für und mit den Patienten, aber auch für die Menschen, die in dem System arbeiten, da zu sein und ihnen zu helfen.“ Dass sie ihre Stelle dort erst im Sommer antritt, liegt an noch notwendigen Fortbildungen: „Ich muss noch etwas dazulernen.“

Von heute auf morgen wird Martina Forster, die gerne liest, Musik hört und macht und ihren Schrebergarten beackert, St. Marien nicht verlassen: „Durch die Fortbildung und abzuleistende Überstunden werde ich in der Gemeinde etwas kürzertreten, aber die Erstkommunionsvorbereitung und die Erstkommunionsfeiern weiter begleiten und auch andere Aufgaben erledigen.“

von Rainer Schubert

One comment

  1. andreas, dein leben ist die politik. also los. entweder einen eigenen verein aufmachen, oder den grünen mal zeigen, wie man links von der mitte bleibt und dem kretsche paroli bietet. schwarze gibt es genug.