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Ein Wasserspiel wie hier vor dem Rathaus von Stralsund prüft derzeit die Stadtverwaltung Lüneburg vor der IHK. (Foto: jj)

Fontänen-Ballett am Sand

Lüneburg. Die Diskussion um einen Brunnen auf dem Platz Am Sande reicht bis ins Jahr 2000 zurück. Die Umsetzung scheiterte, doch es kam zu ei ner Wiederbelebung der Idee. Es war so etwas wie ein letztes Aufbäumen, dann verschied das gutgemeinte Anliegen. Nun scheint es jedoch einen neuen Anlauf zu geben: Wie an der Breiten Straße am Lübecker Rathaus oder vor dem Rathaus in Stralsund könnte ein Wasserspiel in Lüneburg entstehen, Fontänen sprühen dort aus dem Boden. Die Leiterin des städtischen Bereichs Straßen- und Ingenieurbau, Uta Hesebeck, hat kürzlich in einem internen Kreis erste Ideen präsentiert. Das bestätigt im Rathaus Pressesprecherin Suzanne Moenck.

Was genau kommen soll und was das Ganze kostet, sei noch nicht klar, berichtet die Sprecherin: „Wir werden die Idee weiterentwickeln und Ende Januar auf einer gemeinsamen Sitzung des Kultur- und des Grünflächenausschusses präsentieren.“

Frühere Brunnenentwürfe nicht realisiert

Ein Blick zurück. Um die Jahrtausendwende wollten Stadt und Anlieger den Platz attraktiver machen, es wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben. Eine Jury entschied sich für den Entwurf der Hamburger Künstlerin Doris Waschk-Balz mit dem Titel Grapengießer. Nach großer Begeisterung verplätscherte das Projekt: zu wenig Geld, zu wenig Engagement. Als der Verein Lüneburger Kaufleute 2012 seinen 100. Geburtstag feierte, griff der damalige Präsident, Martin Aude, das Anliegen wieder auf. Er sammelte Geld, um den mit 160 000 Euro Kosten veranschlagten Grapengießer Wirklichkeit werden zu lassen.

Wieder viel Begeisterung, aber nun auch viel Protest. In Leserbriefen in der LZ galt der Entwurf als nicht mehr zeitgemäß. Auch würde die Figur den Blick auf die erhabenen Häuser der Industrie- und Handelskammer (IHK) verdecken. Es kam sogar zu einem Prozess vor dem Verwaltungsgericht – wieder versickerte alles.

Nun hatte sich damals aber ein Brunnenverein gegründet, um den Quell zu schaffen. Der hatte ein paar zehntausend Euro gesammelt, darüber hinaus Spendenzusagen erhalten. In der Satzung heißt es kurz gefasst: Wird es nichts mit dem Brunnen, soll das Vermögen der Stadt zufließen für den Denkmalschutz.

Brunnenverein würde Wasserspiel unterstützen

Inzwischen ist Michael Zeinert Vorsitzender von Kaufleute- und Brunnenverein. Der IHK-Hauptgeschäftsführer steht dem Vorschlag aus dem Rathaus positiv gegenüber, ein Wasserspiel vor seiner Tür zu installieren: „Der Verein kann sich vorstellen, das Vorhaben mit der Stadt gemeinsam umzusetzen. Wasser ist ein belebendes Element.“ Allerdings müssten die politischen Gremien sich auf eine Linie einigen: „Der Ball liegt bei der Stadt.“ Klar sei, der Brunnen werde nicht mehr kommen.

In der Schatulle des Brunnenvereins lägen noch 38 000 Euro: „Damals ging Geld in die Planung, auch die Künstlerin hat für ihren Entwurf und einen maßstabsgerechtes Modell ein Honorar erhalten.“ Gebe es grünes Licht, überweise der Verein das Geld für das Wasserspiel. Denkbar sei, dass auch Spendenzusagen erfüllt würden. Schließlich wolle man den Brunnen-Verein auflösen. Vielleicht bleibt dann mit dem Wasserspiel zumindest eine sprudelnde Erinnerung an das ambitionierte Vorhaben.

Von Carlo Eggeling

2 Kommentare

  1. „Wasser ist ein belebendes Element“, meint Michael Zeinert, der doppelte Präsident zugleich aller, aber besonders einiger Kaufleute im Kammerbezirk, für den er die Geschäfte führt. (Geschäfte welcher Art eigentlich nochmal genau?)

    Ein belebendes Element ist Wasser vor allem, wenn es dem Leben dient und nicht auf obszöne Art verschwendet wird.

    Darin, sollte er es so gemeint haben, würden die Coca Cola-Verkäufer, die Gellersener Umweltschützer und die unter Wassermangel Leidenden (zwei Drittel aller Menschen auf der Erde) Herrn Zeinert wohl zustimmen: https://www.landeszeitung.de/blog/nachrichten/aus-aller-welt/1374312-millionenstadt-geht-das-trinkwasser-aus