Mittwoch , 26. September 2018
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Die Abfahrt von der Bundesstraße 216 nach Sommerbeck ist nur schwer erkennbar, „und damit ein Gefahrenpunkt“, findet CDU-Ratsherr Ulrich Schulz. (Foto: kre)

Sommerbeck: Abbiegespur soll B216 entschärfen

Dahlenburg. Die Abfahrt gilt nicht als Unfallschwerpunkt – gefährlich ist sie trotzdem und sorgt bei vielen Autofahrern für ein mulmiges Gefühl. Seit langem schon setzen sich Anwohner aus Sommerbeck für eine bauliche Entschärfung der Abfahrt von der Bundesstraße 216 nach Sommerbeck ein. Jetzt legt Ulrich Schulz noch einmal nach. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis es hier zu einem tödlichen Unfall kommt. Die Behörden müssen reagieren“, fordert der Dahlenburger CDU-Ratsherr.

Wie schnell Menschen an dieser Stelle zu Schaden kommen können, bewies ein Unfall im Spätsommer dieses Jahres: Eine 49-jährige Frau musste mit ihrem Auto auf der Bundesstraße 216 anhalten, weil sie nach links in Richtung Sommerbeck abbiegen wollte. Eine 38-Jährige bemerkte dies zu spät und fuhr mit ihrem Auto auf das stehende Fahrzeug auf. Die 49-Jährige kam vorsorglich ins Krankenhaus, den Sachschaden schätzte die Polizei auf 12 000 Euro.

Waghalsige Überholmanöver

Die Verkehrsregelung auf der B 216 findet Schulz alles andere als gelungen: Zwar gilt von Lüneburg kommend kurz hinter Bavendorf ein Tempolimit von 80 km/h, außerdem Überholverbot. Hinter dem Parkplatz in Fahrtrichtung Dahlenburg aber werden beide Einschränkungen dann wieder aufgehoben. Aber nur kurz –, denn 200 Meter weiter gilt wieder ein Überholverbot, angezeigt durch die durchgezogene weiße Linie auf der Mitte des Asphalts. Schulz: „Diese Situation lädt doch zu waghalsigen Überholmanövern ein. Schließlich sind Überholvorgänge selten nach 200 Metern abgeschlossen.“ Der Ellringer erlebt nach eigenem Bekunden nur allzu häufig, dass ungeduldige Autofahrer die durchgezogene Linie ignorieren und trotzdem zum Überholen ansetzen.

Schulz ist selbst in Leestahl aufgewachsen: „Meine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb. Es kam unzählige Male zu Bremsmanövern und zu kritischen Situationen, wenn wir mit den Treckern und Anhängern abbiegen mussten“, erinnert sich der CDU-Ratsherr. Um Unfälle zu vermeiden, seien seine Eltern dann mit den landwirtschaftlichen Zugmaschinen nicht mehr nach Sommerbeck abgebogen, sondern seien einen Umweg gefahren und hätten den Abbieger Richtung Riecklingen genutzt.

„Diese Situation lädt doch zu waghalsigen Manövern ein.“
Ulrich Schulz CDU-Ratsherr

Für Schulz gibt es daher nur eine Möglichkeit, die B 216-Abfahrt nach Sommerbeck zu entschärfen – durch den Bau einer Linksabbiegespur. Doch bei der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zeigt man sich verhalten gegenüber der Idee von Ulrich Schulz: „Zusammen mit der Verkehrsunfallkommission müssen wir schauen, ob es an dieser Stelle zu einer Unfallhäufung gekommen ist“, sagt Behördenleiter Dirk Möller. Erst dann könne man über geeignete Maßnahmen nachdenken. Von einer Verlängerung der Tempo-80-Zone hält Möller nichts: „Das würde nur den Überholdruck der Autofahrer erhöhen“, glaubt der Behördenleiter, der zudem auf die durchgezogene weiße Linie verweist: „Überholvorgänge dürfte es in diesem Streckenabschnitt sowieso nicht geben, wenn sich die Autofahrer an die Vorschriften halten.“

Überholspuren nach dem „2+1“-System

Auf den Ausbau der Bundesstraße 216 zwischen Bavendorf und Dahlenburg dürfen Schulz und seine Mitstreiter wohl auch nicht hoffen: Der ist nur für den Abschnitt zwischen dem Reinstorfer Kreuz und Bavendorf vorgesehen. Hier soll es Überholspuren nach dem „2+1“-System geben. Entsprechende Überlegungen sind nicht neu, fußen laut Möller auf Gesprächen zwischen den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg aus dem Jahr 2009. „Auch heute geht es noch darum, die Strecken zwischen beiden Kreisen schneller und attraktiver zu machen“, erklärte Möller vor wenigen Wochen auf LZ-Anfrage.
Doch das sind alles Überlegungen, die Schulz in seinem Bemühen, die Abfahrt Sommerbeck sicherer zu machen, wenig helfen. Entmutigen lassen will sich der CDU-Ratsherr aber nicht.

Von Klaus Reschke