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Wenn die Feuerwehrwache an der Lise-Meitner-Straße zum Einsatz ruft, kommt Brandmeister vom Dienst Heiko Eggers oft in Zeitnot. Grund ist der dichte Verkehr in Spitzenzeiten. Foto: t&w
Wenn die Feuerwehrwache an der Lise-Meitner-Straße zum Einsatz ruft, kommt Brandmeister vom Dienst Heiko Eggers oft in Zeitnot. Grund ist der dichte Verkehr in Spitzenzeiten. Foto: t&w

Zum Einsatz mit Verspätung

Lüneburg. Wenn es in Lüneburg brennt, muss es schnell gehen. Die Brandbekämpfer der Lüneburger Feuerwehr haben sich dazu ein klares Ziel gesetzt: 13 Minuten nach Ausbruch eines Feuers wollen sie vor Ort sein. Das haut in der Regel hin, wenn auch nur mit einer begrenzten Zahl von Einsatzkräften. Weitere, gerade bei größeren Lagen, treffen erst mit Verzögerung ein, denn sie müssen zunächst die Wache erreichen, bevor sie mit weiteren Fahrzeugen von dort aus nachrücken können. Und das kann am Standort Lüneburg Mitte mitunter schwierig sein.

„Das Problem ist nicht die Feuerwehr, das Problem ist die Erreichbarkeit der Wache an der Lise-Meitner-Straße“, sagt Heiko Eggers. Seit 23 Jahren ist er aktives Mitglied der Lüneburger Feuerwehr, als Brandmeister vom Dienst häufig bei Einsätzen gefordert. Eggers – Feuerwehrmann im Ehrenamt – rückt entweder von seinem Wohnort oder seinem Arbeitsplatz aus an – ohne Blaulicht und Sonderrechte. Dann läuft er Gefahr, seine auf der Wache wartenden Kameraden zu verpassen. „Das ist mir schon zwei Mal passiert, ich kam einfach nicht durch.“

Problem ist hausgemacht durch das Ilmenau-Center

Schuld sei das „Verkehrschaos“ rund um die Lise-Meitner-Straße, „insbesondere wochentags zwischen 15 und 18 Uhr“, sagt Eggers. „Viele Einsatzkräfte kommen wie ich mit dem Pkw, wir stecken dann mittendrin in dem Chaos.“ Ein weiteres Problem: Die Wache ist nur über eine Stichstraße erreichbar, und die sei von Fahrzeugen wegen der dortigen Waschstraße oft zugeparkt. Von der Stadt bat er kürzlich im Verkehrsausschuss um Auskunft, wie sie denn gedenke, die Situation in den Griff zu bekommen. Der Hinweis von Verkehrsdezernent Markus Moßmann, er möge sich dazu doch bitte an den Feuerwehrausschuss wenden, nahm Eggers mit Verwunderung auf, „dort hatte Herr Moßmann mich ja an den Verkehrsausschuss verwiesen“.

Dieser bemühte sich dann doch noch, zum Thema Stellung zu nehmen. Bereits jetzt sei durch die hauptamtlichen Einsatzkräfte sichergestellt, dass erste Maßnahmen vor Ort ergriffen werden könnten, bis weitere Kräfte nachrücken. Überdies erhoffe man sich Entlastung von der geplanten dritten Wache im Osten der Stadt, ebenso durch eine Umstellung des bisherigen Zweischicht- auf ein Dreischichtsystem. Alles sei aber noch in Planung, Genaueres soll das Feuerwehrkonzept 2025 ergeben, an dem eine bereits vor einem Jahr eingerichtete Arbeitsgruppe noch arbeite.

Lise-Meitner-Straße ist zu einer wichtigen Verkehrsader geworden

„So lange können wir doch nicht warten, außerdem wird dadurch die Situation an der Wache Mitte ja nicht gelöst. Was ist, wenn es am Kreideberg oder in Ochtmissen brennt?“, fragt Eggers. Das sieht auch Ulrich Löb (Grüne) so, er forderte die Stadt auf, Maßnahmen zu ergreifen, um zumindest die zur Wache führende Stichstraße freizuhalten, „sonst kommen die Einsatzkäfte ja noch nicht einmal mehr raus“. Auch Heiko Meyer (SPD) mahnt, das Thema „nicht auf die lange Bank“ zu schieben, Robin Gaberle (AfD) erwartet mehr Aktivität in dieser Sache, „das Problem besteht ja nicht erst seit heute“.

Heiko Eggers stellen die mündlichen Hinweise der Stadt nicht zufrieden: „Das ist alles sehr vage.“ Die Stadt habe die Situation zudem selbst sehenden Auges herbeigeführt: „Man hat dort am Ilmenau-Center immer mehr drangehängt, das ist verkehrstechnisch gar nicht zu bewältigen.“ Inzwischen sei die Lise-Meitner-Straße mit der Brücke über die Ilmenau zu einer wichtigen Verkehrsader geworden, „das war so aber nicht geplant“. Er hofft nun auf die von Markus Moßmann zugesicherte schriftliche Beantwortung seiner Bürgeranfrage.

Von Ulf Stüwe