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Auf Tuchfühlung: Andreas Kieling mit Komodowaranen in Indonesien. Foto: nh/kieling
Auf Tuchfühlung: Andreas Kieling mit Komodowaranen in Indonesien. Foto: nh/kieling

„Im Bann der wilden Tiere“

Lüneburg. Seit mehr als 25 Jahren zieht es Andreas Kieling aus seiner Heimat in der Nordeifel immer wieder in die Welt hinaus, um in verschiedenen Regionen insb esondere die dort noch freilebenden Tiere zu entdecken, ihre Lebens- und Verhaltensweisen zu dokumentieren. Seine Filme waren unter anderem im ZDF zu sehen. Für sein langjähriges Wirken wurde er vor zwei Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Am Sonntag, 7. Januar, ist er in Lüneburg zu Gast.

Im Hörsaal 2 der Universität auf dem Campus an der Scharnhorststraße präsentiert er ab 17.30 Uhr seine Filmshow (Tickets sind unter anderem an der LZ-Veranstaltungskasse erhältlich). Dabei geht es im ersten Teil um Expeditionen nach Ost- und Zentralafrika sowie Kongo und Namibia, im zweiten Teil um seine Zeit in Alaska. LZ-Mitarbeiterin Irene Lange hat mit dem bekannten Tierfilmer gesprochen.

Herr Kieling, was zieht Sie immer wieder hinaus in die Welt?
Andreas Kieling: Das ist die Neugier auf die Natur. Die ist bei mir einfach so groß. Es ist eine Leidenschaft, die nicht enden will. Auch mit den Jahren bin ich in dieser Hinsicht nicht ruhiger und entspannter geworden. Oft werde ich gefragt, wie ich all die Strapazen aushalte. Aber ich empfinde keine Strapazen. Das ist mein Leben.

Wie sieht es mit dem Wildbestand in den Teilen der Welt aus, die Sie besuchen?
Die dramatischsten Veränderungen hat man definitiv in Asien. Das hängt mit der Besiedlung zusammen. Das größte Problem ist auch in Afrika der Verlust von natürlichem Lebensraum. Es gibt zwar klassischen Wildschutz dort, zum Beispiel in der Serengeti. Aber außerhalb der Schutzgebiete sieht es auch düster aus. Das große Problem auf der ganzen Welt ist, dass wir Menschen uns mit einer unglaublichen Geschwindigkeit ausbreiten. Dabei sind viele Tiere durchaus bereit, als Kulturfolger unter uns zu leben. Aber wir verdrängen die Tiere komplett. In Afrika ist eben auch keiner begeistert, wenn er in der Nähe von großen Elefantenherden seine Felder bewirtschaftet.

Sehen Sie sich nicht nur als Tierfilmer, sondern auch als Tierschützer?
Wir engagieren uns stark in der Frankfurter Zoologischen Gesellschaft. Wir machen viel gemeinsam. Ich sehe es aber als meine Aufgabe an, mit meinen Filmen aufmerksam zu machen. Bei meiner Hallentour stehe ich demzufolge auch auf der Bühne und zeige, wie es in einigen Regionen der Erde um die Natur steht und wie sie in ihren tiefsten Ursprüngen existiert. Solchen Lebensraum müssen wir schützen.

Haben Sie auch diese spektakulären Szenen dabei, wie Sie unter den größten Panzerechsen der Welt – den Salzwasserkrokodilen – durchtauchen?
Ja, ich bin der erste Tierfilmer, dem das gelungen ist – und der davon noch berichten kann. Es war natürlich meine freie Entscheidung, das zu riskieren.

Wo sind Sie am liebsten unterwegs?
Die meiste Zeit habe ich in Alaska als Tierfilmer verbracht. Aber ebenso gern und oft bin ich in der Namib-Wüste in Westafrika unterwegs. Es kommt immer darauf an, wie intensiv ich mich mit einer Region beschäftige, wobei meine Lieblingsorte die Namib-Wüste, Alaska und der Norden Australiens sind.

Warum ausgerechnet diese?
Weil mich an diesen Orten fasziniert, dass ich dort eine unglaubliche persönliche Freiheit für mich empfangen darf.