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Eine Ruine, mehr ist nicht geblieben vom einstigen Hotel in der Göhrde. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg will die Reste aus Sicherheitsgründen abreißen lassen. Dafür hat das Verwaltungsgericht jetzt grünes Licht gegeben. (Foto: kre)

Hotel-Ruine vor Abriss

Göhrde. Manfred Haacke ist erleichtert – und fühlt sich zugleich bestätigt: Der Fachdienstleiter Bauordnung beim Landkreis Lüchow-Dannenberg hatte in einer behördlichen Verfügung den Abriss der Brandruine des ehemaligen Hotels „Zur Göhrde“ angeordnet: Dagegen klagte der Eigentümer der Ruine vor dem Verwaltungungsgericht Lüneburg (LZ berichtete). Jetzt hat die 2. Kammer des Verwaltungsgerichts entschieden – „die Abrissverfügung ist rechtmäßig“. Allerdings kann der Eigentümer gegen das Urteil noch innerhalb eines Monats die Zulassung der Berufung beim Oberverwaltungsgericht beantragen.

„Diese Zeit warten wir noch gerne ab“, sagte gestern Manfred Haacke – auch wenn sich bei ihm inzwischen immer wieder Abrissunternehmen melden und Angebote abgeben würden.
Richterin Dr. Alexandra Heliosch bezog sich in ihrer Urteilsbegründung auf einen Paragrafen in der Niedersächsischen Bauordnung. Darin heißt es: „Soweit bauliche Anlagen nicht genutzt werden und verfallen, kann die Bauaufsichtsbehörde die nach Paragraf 56 verantwortlichen Personen verpflichten, die baulichen Anlagen abzubrechen oder zu beseitigen, es sei denn, dass ein öffentliches oder schutzwürdiges privates Interesse an ihrer Erhaltung besteht.“

Rüge für „mangelnde Bestimmtheit“ des Landkreises

Das aber sieht die Richterin nicht. Schließlich stehe die Immobilie bereits seit mehr als 20 Jahren leer, wurde zudem noch im Juni 2015 Ziel eines Brandstifters (LZ berichtete). Je länger aber eine bauliche Anlage leer stehe, umso höhere Anforderungen sind nach Auffassung des Gerichts an die Sanierungsabsicht des Eigentümers zu stellen. Die aber konnte das Gericht nach eigenem Bekunden nicht erkennen, da der Kläger bis zur mündlichen Verhandlung weder ein Sanierungskonzept vorgelegt noch eine Bauvoranfrage beim Landkreis Lüchow-Dannenberg als zuständige Bauaufsichtsbehörde gestellt habe.

Der Besitzer der Immobilie, von Beruf Architekt, war während der Gerichtsverhandlung im Dezember 2017 selbst nicht zugegen, ließ sich durch seinen Anwalt Dr. Ernst Ludwig Nell vertreten: Und der hatte in der mündlichen Verhandlung unter anderem die „mangelnde Bestimmtheit“ der vom Landkreis Lüchow-Dannenberg verhängten Abrissverfügung gerügt.
Sein Mandant wolle nämlich Teile des Gebäudes erhalten, unter anderem das hintere Bettenhaus, machte er in der Gerichtsverhandlung deutlich.

Architekt beklagt Schikane 

Doch auch dieser Argumentation folgte das Gericht nicht, im Gegenteil: Der Bescheid sei hinreichend bestimmt, da sich die Abrissverfügung aufgrund des eindeutiges Wortlauts nur auf das ehemalige Hotel- und Gaststättengebäude, nicht hingegen auf die übrigen Gebäude auf dem Grundstück beziehe, heißt es in der Urteilsbegründung, und weiter: „Das Hotel- und Gaststättengebäude (…) ist von den übrigen Gebäuden örtlich abgegrenzt und damit räumlich klar definiert.“

Der Besitzer des Hotels zur Göhrde war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einer Mail an die LZ hatte er vor einigen Tagen allerdings auf den Konflikt zwischen dem Kreis und seiner Person hingewiesen. „Durch die Probleme mit der Behörde wurde die Ausübung meines Berufs in Lüchow-Dannenberg unmöglich gemacht“, klagte der Architekt, der nach eigenem Bekunden inzwischen in Schottland lebt.

Von Klaus Reschke

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